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10Zielwert

Empathie

„Ich verstehe, was andere fühlen und brauchen.“

Sich in andere hineinversetzen – Gefühle, Perspektiven und Bedürfnisse wahrnehmen und ernst nehmen.

Ein goldener Kreis nimmt den unruhigen Takt eines anderen auf und sendet ihm Wellen, bis sein Zittern ruhiger wird. Verschmelzen beide zu einem bebenden Fleck, entgleitet die gemeinsame Aufgabe – bis eine klare Linie Person und Sache trennt.
Kurz gesagt

Ich verstehe, was andere fühlen und brauchen.

Was Empathie bedeutetSich in andere hineinversetzen – Gefühle, Perspektiven und Bedürfnisse wahrnehmen und ernst nehmen.

Umfasst auchFeinfühligkeitPerspektivwechselEmotionale Intelligenz

Die Wertematrix

Empathie im Gleichgewicht

Empathie braucht Sachlichkeit als Gegengewicht. Zu viel Empathie wird zu Unsachlichkeit – der Weg zurück führt über Sachlichkeit.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 10

Empathie

„Ich verstehe, was andere fühlen und brauchen.“

auch Einfühlungs­ver­mögen, Mitempfinden

Gemeint ist die Fähigkeit, sich in Gefühle und Perspektiven anderer hineinzuversetzen. Hilfreich, weil empathische Führungskräfte Überlastung, Konflikte und Potenziale früher erkennen.

In Balance mit: Sachlichkeit. Zu viel davon: Unsachlichkeit. Verneint durch: Empathielosigkeit.

Schwestertugend S10

Sach­lichkeit

„Ich behalte die Sache im Blick und halte professionelle Distanz.“

auch Objektivität, Nüchtern­heit

Gemeint ist die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, ohne sich von ihnen steuern zu lassen. Hilfreich, weil gerade eine Führungskraft, die versteht und zugleich sachlich bleibt, schwere Entscheidungen menschlich vermitteln kann.

In Balance mit: Empathie. Zu viel davon: Empathielosigkeit. Verneint durch: Unsachlichkeit.

Zur Seite Sachlichkeit

Übertreibung von Empathie

Un­sach­lichkeit

„Ich leide so mit, dass ich unbequeme Entscheidungen meide.“

auch Gefühls­duse­lei, Befangen­heit

Verneinung der Sachlichkeit und zugleich überzogene Empathie. Grenzwertig, weil emotionale Ansteckung erschöpft und Entscheidungen verschleppt; die Führungskraft wird zum Therapeuten statt zum Leiter.

Übertreibung von: Empathie. Verneinung von: Sachlichkeit. Entwicklungsrichtung: Sachlichkeit.

Übertreibung von Sachlichkeit

Empathie­losigkeit

„Ich sehe nur noch Zahlen, Aufgaben und Ergebnisse.“

auch Gefühlskälte, Kaltschnäuzig­keit

Verneinung der Empathie und zugleich überzogene Sachlichkeit. Grenzwertig, weil sie Menschen zu Ressourcen macht; Bindung und Vertrauen gehen verloren.

Übertreibung von: Sachlichkeit. Verneinung von: Empathie. Entwicklungsrichtung: Empathie.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeEmpathie · Sachlichkeit · Unsachlichkeit · Empathielosigkeit

Zielwert

Empathie

auch Einfühlungsvermögen · Mitempfinden

Gemeint ist die Fähigkeit, sich in Gefühle und Perspektiven anderer hineinzuversetzen. Hilfreich, weil empathische Führungskräfte Überlastung, Konflikte und Potenziale früher erkennen.

Schwestertugend

Sachlichkeit

auch Objektivität · Nüchternheit

Gemeint ist die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, ohne sich von ihnen steuern zu lassen. Hilfreich, weil gerade eine Führungskraft, die versteht und zugleich sachlich bleibt, schwere Entscheidungen menschlich vermitteln kann.

Übertreibung von Empathie

Unsachlichkeit

auch Gefühlsduselei · Befangenheit

Verneinung der Sachlichkeit und zugleich überzogene Empathie. Grenzwertig, weil emotionale Ansteckung erschöpft und Entscheidungen verschleppt; die Führungskraft wird zum Therapeuten statt zum Leiter.

Der Weg heraus: Richtung Sachlichkeit

Übertreibung von Sachlichkeit

Empathielosigkeit

auch Gefühlskälte · Kaltschnäuzigkeit

Verneinung der Empathie und zugleich überzogene Sachlichkeit. Grenzwertig, weil sie Menschen zu Ressourcen macht; Bindung und Vertrauen gehen verloren.

Der Weg heraus: Richtung Empathie

Die ÜbertreibungWann Unsachlichkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Empathie heißt Unsachlichkeit (auch: Gefühlsduselei, Befangenheit). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Bildung

Am Tag nach dem Unfalltod eines Mitschülers legt eine Lehrerin den Unterrichtsstoff beiseite und lässt die Klasse den ganzen Vormittag reden, weinen und schweigen. Lehrplan und Klassenarbeit müssen warten; heute gilt das Gefühl mehr als die Sache.

Wirtschaft

Ein Handwerksmeister erfährt, dass die Frau eines Gesellen im Sterben liegt, und schickt ihn mitten in einem dringenden Auftrag auf unbestimmte Zeit nach Hause, obwohl damit Termine platzen. Sachlich ist das kaum zu begründen – menschlich ist es das Einzige, was jetzt zählt.

Woran man den Unterschied erkennt

Wenn das Gefühl die Sache überwiegt, trägt das in Trauer, Schock und am Lebensende – dort, wo es nichts zu entscheiden, sondern etwas auszuhalten gibt. Es wird unsachlich und befangen, sobald Entscheidungen über andere anstehen, für die Nähe und Mitgefühl nicht der Maßstab sein dürfen.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · Jüdische Auslegung · Neues Testament · Indien · Christliche Tradition

Dass Empathie Sachlichkeit als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    2. Mose 23,9

    „ihr wisset um der Fremdlinge Herz“

  2. 1. Jh. v. Chr.
    Jüdische Auslegung
    Hillel

    „Richte deinen Nächsten nicht, bis du an seine Stelle gekommen bist“, Avot 2,4

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    Römer 12,15

    Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.

    Matthäus 9,36

    Von Jesus heißt es: „Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselben; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.“

    Hebräer 4,15

    „Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unsern Schwachheiten.“

  4. 5. Jh.
    Indien
    Buddhistische Kommentartradition

    Mitgefühl hat einen „nahen Feind“, den Kummer, und einen „fernen Feind“, die Grausamkeit – das entspricht Unsachlichkeit und Empathielosigkeit; Buddhaghosa, Visuddhimagga IX, erläutert bei Ajahn Pasanno

  5. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Barmherzigkeit, II-II q. 30

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
  7. 2017
    Forschung
    VIA-Stärke Freundlichkeit

    Zu wenig davon zeigt sich als Gleichgültigkeit, zu viel als Aufdringlichkeit (Freidlin et al., 2017).

Die Forschung3 Studien · 2011–2025
3 Studien2011–2025 Zeitraum
  1. 2011
    Ländervergleich

    Daten zu Führungskräften aus 38 Ländern zeigen: Je empathischer Mitarbeitende ihre Führungskraft erlebten, desto besser bewerteten deren eigene Vorgesetzte ihre Leistung; wie stark der Zusammenhang ausfiel, hing von der Machtdistanz der jeweiligen Kultur ab.

    Sadri, Weber & Gentry, 2011
  2. 2019
    Studie

    Eine Studie zu empathischer Führung fand, dass einfühlsame Sprache der Führungskraft die Leistung der Mitarbeitenden über höhere Arbeitszufriedenheit und mehr Innovation steigert; die Autoren sprechen selbst nur von vorläufigen kausalen Belegen.

    Kock, Mayfield, Mayfield, Sexton & De La Garza, 2019
  3. 2025
    Überblick42 Studien

    Eine systematische Übersicht über 42 Studien ordnet die Wirkungen empathischer Führungskräfte in neun Bereiche – von Wohlbefinden und Beziehungen bis zu Gerechtigkeit und Leistung – und hält fest, dass eine solche Bündelung bisher fehlte.

    Muss, Tüxen & Fürstenau, 2025
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Was beschäftigt die drei Menschen, mit denen du am meisten arbeitest, gerade wirklich?
  2. Wo vermeidest du eine Entscheidung, weil du niemandem wehtun willst?
  3. Wo siehst du nur noch die Kennzahl?

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Wertewappen

Empathie im Wappen

Farbe im Wappen: Rot

  • SymbolHerz

    Das Herz steht für Nächstenliebe und Aufrichtigkeit und gilt als Sitz dessen, was einen Menschen im Innersten ausmacht. Es zeigt, dass du Menschen von innen her verstehen willst und hinter Leistung und Fassade schaust.

  • oder als AlternativeTränenkrug

    Ein Krug, in dem Tränen gesammelt werden, sagt: Kein Schmerz geht verloren oder wird übersehen, jede Träne zählt. Dein Wappen bekennt sich damit zu einer Empathie, die Schmerz aushält und mitträgt.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Empathie

Was bedeutet Empathie?

Sich in andere hineinversetzen – Gefühle, Perspektiven und Bedürfnisse wahrnehmen und ernst nehmen. Der Ich-Satz dazu: „Ich verstehe, was andere fühlen und brauchen.“

Was ist die Schwestertugend von Empathie?

Sachlichkeit (S10). Gemeint ist die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, ohne sich von ihnen steuern zu lassen. Hilfreich, weil gerade eine Führungskraft, die versteht und zugleich sachlich bleibt, schwere Entscheidungen menschlich vermitteln kann.

Was ist die Übertreibung von Empathie?

Unsachlichkeit (auch: Gefühlsduselei, Befangenheit). Verneinung der Sachlichkeit und zugleich überzogene Empathie. Grenzwertig, weil emotionale Ansteckung erschöpft und Entscheidungen verschleppt; die Führungskraft wird zum Therapeuten statt zum Leiter.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Wenn das Gefühl die Sache überwiegt, trägt das in Trauer, Schock und am Lebensende – dort, wo es nichts zu entscheiden, sondern etwas auszuhalten gibt. Es wird unsachlich und befangen, sobald Entscheidungen über andere anstehen, für die Nähe und Mitgefühl nicht der Maßstab sein dürfen.

Was sagt die Forschung zu Empathie?

Daten zu Führungskräften aus 38 Ländern zeigen: Je empathischer Mitarbeitende ihre Führungskraft erlebten, desto besser bewerteten deren eigene Vorgesetzte ihre Leistung; wie stark der Zusammenhang ausfiel, hing von der Machtdistanz der jeweiligen Kultur ab (Sadri, Weber & Gentry, 2011).

Welche Beispiele gibt es für Empathie?

Zum Beispiel: Jacinda Ardern.

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