Die Mitte
Tugend liegt zwischen Mangel und Übermaß
Wo er in der Matrix stecktDie beiden unteren Felder als „zu wenig“ und „zu viel“
Jede Tugend liegt zwischen einem Zuwenig und einem Zuviel – und eine Tugend bleibt nur gesund, wenn eine Partnertugend sie im Gleichgewicht hält.
Die Wertematrix verbindet zwei Gedanken, die in Ost und West – in China und Indien, im Alten Testament und bei den Griechen – seit über 2.000 Jahren unabhängig voneinander auftauchen: Jede Tugend liegt zwischen einem Zuwenig und einem Zuviel – und eine Tugend bleibt nur gesund, wenn eine Partnertugend sie im Gleichgewicht hält. Nicolai Hartmann hat 1926 den Grundgedanken formuliert – Werte, die einander widerstreiten und doch zusammengehören –, Paul Helwig hat daraus 1936 in der Charakterkunde das Wertequadrat gemacht, Friedemann Schulz von Thun hat es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt gemacht, und WEGVISOR hat es 2016 mit dem Buch WORK HEARTER auf Unternehmer übertragen.
Jeder Weg hat in der Matrix seinen Ort: die unteren Felder, die Schlaufe, die Doppelregel unten und die Diagonale.
Tugend liegt zwischen Mangel und Übermaß
Wo er in der Matrix stecktDie beiden unteren Felder als „zu wenig“ und „zu viel“
Eine Tugend braucht eine zweite, die sie ausbalanciert
Wo er in der Matrix stecktDie Schlaufe zwischen den beiden oberen Feldern
Jede Tugend hat ein Zerrbild, das ihr ähnlich sieht, und ein Gegenteil
Wo er in der Matrix stecktDie Doppelregel unten: Übertreibung (naher Feind) und Verneinung des diagonalen Werts (ferner Feind)
Wer in einem Extrem festsitzt, übt eine Zeit lang bewusst das Gegenteil, bis er zur Mitte zurückfindet
Wo er in der Matrix stecktDie Diagonale als Entwicklungsrichtung: von der Übertreibung zur Schwestertugend
Von den Neun Tugenden des Buchs der Urkunden bis WEGVISOR: Wähle einen Eintrag, um Werk, Beitrag zur Matrix, Herkunft und die Werte zu sehen, bei denen er genannt wird.
Beitrag zur Wertematrix: Neun Tugenden für Amtsträger, jede als Paar: „mild und doch fest“, „gerade und doch sanft“, „tapfer und doch rechtschaffen“ – die älteste bekannte Sammlung von Schwestertugenden
Sammlung von Reden früher chinesischer Herrscher und Minister, im 1. Jahrtausend v. Chr. kompiliert; einer der Fünf Klassiker des Konfuzianismus; Altchinesisch
Beitrag zur Wertematrix: Neun Tugenden für Amtsträger, jede als Paar: „mild und doch fest“, „gerade und doch sanft“, „tapfer und doch rechtschaffen“ – die älteste bekannte Sammlung von Schwestertugenden
Sammlung von Reden früher chinesischer Herrscher und Minister, im 1. Jahrtausend v. Chr. kompiliert; einer der Fünf Klassiker des Konfuzianismus; Altchinesisch
Beitrag zur Wertematrix: Gottes Eigenschaften als Paare: barmherzig und doch nicht ungestraft lassend (2. Mose 34,6–7); „Güte und Treue einander begegnen“ (Ps 85,11); „dass du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest“ (Pred 7,18); Maß statt Extrem (Spr 30,8–9)
Schriftensammlung des alten Israel, entstanden etwa im 10.–2. Jh. v. Chr.; Hebräisch, einzelne Teile Aramäisch; für Juden der Tanach (Tora, Propheten, Schriften), für Christen das Alte Testament
Lutherbibel 1912 (Bibeltext online bei BibleServer) · Hebräisch und Englisch (Sefaria) · Hintergrund
Beitrag zur Wertematrix: „Zu viel ist so schlecht wie zu wenig“ (11.15); Tugenden ohne Maß kippen ins Gegenteil (8.2); sechs Tugenden werden ohne Lernen zu Fehlern (17.8); Unrecht mit Geradheit vergelten (14.36)
Aussprüche des Kong Fuzi (551–479 v. Chr.) aus dem Staat Lu (heute Shandong, China), von seinen Schülern über Generationen aufgezeichnet; Altchinesisch
8.2 · 11.15 · 14.36 · 17.8 · Hintergrund
Beitrag zur Wertematrix: Der Mittlere Weg zwischen Sinnenlust und Selbstkasteiung
Lehrrede im Wildpark von Sarnath bei Varanasi (Indien), 5. Jh. v. Chr.; im Pali-Kanon überliefert (Samyutta Nikaya 56.11)
Beitrag zur Wertematrix: Mesotes-Lehre: Tugend als Mitte, z. B. Tapferkeit zwischen Feigheit und Tollkühnheit
Vorlesungsschrift des Aristoteles (384–322 v. Chr.) aus Athen, nach seinem Sohn Nikomachos benannt; Altgriechisch
Beitrag zur Wertematrix: Drei Grundkräfte (Gunas): Klarheit, rastlose Aktivität, Trägheit
Teil des indischen Epos Mahabharata, Entstehung etwa 5.–2. Jh. v. Chr. (Datierung umstritten); Sanskrit
Beitrag zur Wertematrix: Hillel: „Wenn ich nicht für mich bin … wenn ich nur für mich bin …“ (1,14); Rabbi Tarfon: nicht vollenden müssen, nicht ablassen dürfen (2,16); „Wer ist ein Held? Wer seinen Trieb bezwingt“ (4,1); sieben Kennzeichen des Weisen (5,7)
Erste Niederschrift der mündlichen Lehre, um 200 n. Chr. in Galiläa unter Rabbi Jehuda ha-Nasi redigiert; Avot sammelt Sprüche von Gelehrten aus etwa 300 v. Chr. bis 200 n. Chr.; Hebräisch
Beitrag zur Wertematrix: Gott schuf die Welt mit Recht und Barmherzigkeit zugleich (Bereschit Rabba 12,15); „ein Achtel eines Achtels“ Stolz (Sota 5a); Wahrheit und Takt (Ketubot 17a); „Liebe ohne Zurechtweisung ist keine Liebe“ (Bereschit Rabba 54,3)
Diskussion und Auslegung der Mischna in den Lehrhäusern des Landes Israel (Jerusalemer Talmud, etwa 4./5. Jh.) und Babyloniens (heute Irak, abgeschlossen etwa im 6. Jh.); Hebräisch und Aramäisch
Talmud (Sefaria) · Hintergrund
Rabbinische Auslegungen zu biblischen Büchern; Bereschit Rabba aus dem Land Israel, etwa 5. Jh., die beiden anderen später; Hebräisch und Aramäisch
Beitrag zur Wertematrix: Tugenden kämpfen gegen ihr Gegenteil, z. B. Demut gegen Hochmut, Geduld gegen Zorn
Lateinisches Lehrgedicht des spanisch-römischen Dichters Aurelius Prudentius Clemens (348 – nach 405)
Beitrag zur Wertematrix: Naher und ferner Feind der vier Grundhaltungen, z. B. Mitgefühl: naher Feind Kummer, ferner Feind Grausamkeit
Handbuch der Theravada-Tradition, um 430 n. Chr. in Anuradhapura (Sri Lanka) verfasst; Pali
Beitrag zur Wertematrix: Zwanzig Charaktereigenschaften, den fünf Sinnen zugeordnet, viele als Gegensatzpaare
Jüdischer Dichter und Philosoph (um 1021 – um 1058 oder 1070) aus dem muslimischen Spanien (Málaga, Saragossa); 1045 auf Arabisch in hebräischer Schrift verfasst
Beitrag zur Wertematrix: Tugend als Mitte; Heilung durch zeitweises Üben des Gegenpols; bei Hochmut und Zorn bewusst zum anderen Ende – von Thomas von Aquin gelesen
Arzt, Rechtsgelehrter und Philosoph (1138–1204) aus Córdoba, später Fustat bei Kairo; Acht Kapitel um 1168 auf Arabisch als Einleitung zum Mischna-Kommentar zu Avot; Mischne Tora um 1180 auf Hebräisch
Hilchot De'ot (Sefaria) · Acht Kapitel, engl. Übers. 1912 (archive.org) · Hintergrund
Beitrag zur Wertematrix: Laster des Zuviel und Zuwenig für jede Tugend; Demut und Großmut als einander ergänzende Tugenden
Hauptwerk des Dominikaners Thomas von Aquin (1225–1274), entstanden 1265–1273 in Rom und Paris; Latein, unvollendet
Beitrag zur Wertematrix: 28 Tore der Charaktereigenschaften, oft paarweise geordnet, mit rechtem und falschem Gebrauch
Anonymes Musar-Werk aus dem deutschsprachigen Raum, 15. Jh., ursprünglich „Sefer ha-Middot“ genannt; Hebräisch
Beitrag zur Wertematrix: Chesed und Gewura, Güte und Strenge, im Gleichgewicht; Strenge wird durch Güte gemildert
Kabbalist (1522–1570) in Safed (Galiläa); ethische Schrift, 1588 in Venedig gedruckt; Hebräisch
Beitrag zur Wertematrix: 13 Tugenden mit wöchentlicher Selbstprüfung – Vorbild für das Assessment
US-Verleger und Staatsmann (1706–1790); Tugendliste 1726 entworfen, Autobiografie postum 1791 erschienen
Beitrag zur Wertematrix: Franklins 13 Tugenden mit wöchentlicher Selbstprüfung, übertragen in die jüdische Charakterlehre
Aufklärer aus Satanów in Podolien (1749–1826); 1812 in Lemberg erschienen; überträgt Franklins Tugendliste in die Musar-Tradition
Beitrag zur Wertematrix: Zwei-Zettel-Wort zu Demut und Selbstbewusstsein; Arbeit an einzelnen Eigenschaften in kleinen Schritten
Osteuropa, 19. Jh.; Simcha Bunim (1765–1827) in Polen, das Zwei-Zettel-Wort mündlich überliefert; Israel Salanter (1810–1883) in Litauen, Begründer der Musar-Bewegung
Beitrag zur Wertematrix: Überträgt Aristoteles' Mitte auf Werte, die einander widerstreiten und doch zusammengehören (Wertantinomien): der Grundgedanke des Wertequadrats
Deutsch-baltischer Philosoph (1882–1950), Berlin; formuliert den Grundgedanken des Wertequadrats (Wertantinomien)
Beitrag zur Wertematrix: Formt aus Hartmanns Gedanken das Wertequadrat; auf ihn beruft sich Schulz von Thun für Schwestertugend und entwertende Übertreibung
Deutscher Philosoph, Psychologe und Dramatiker (1893–1963); Teubner, Leipzig, später Klett, Stuttgart
Beitrag zur Wertematrix: Wie sich Tugendbegriffe im Lauf der Zeit verändern
Beitrag zur Wertematrix: Dienende Führung
Beitrag zur Wertematrix: Werte- und Entwicklungsquadrat mit der Diagonale als Entwicklungsrichtung
Hamburger Kommunikationspsychologe (geb. 1944); Rowohlt, Reinbek
Modell (Schulz von Thun Institut) · Einführungstext (FH Münster, PDF)
Beitrag zur Wertematrix: Polaritäten-Landkarte: zwei Pole mit Nutzen und Schattenseite
Beitrag zur Wertematrix: 24 Charakterstärken in sechs Tugenden
US-Psychologen, Begründer der VIA-Klassifikation; Oxford University Press
Beitrag zur Wertematrix: Führungspole mit Über- und Untertreibung
US-Führungsforscher; Pfeiffer/Wiley
kein frei zugänglicher Text
Beitrag zur Wertematrix: Musar für heute: Jede Eigenschaft hat einen gesunden Bereich zwischen zwei Extremen
Kanadischer Autor, Gründer des Mussar Institute; Trumpeter/Shambhala, Boston
Beitrag zur Wertematrix: Wertematrix für Unternehmer und Führungskräfte
Beitrag zur Wertematrix: Begriffe für Under- und Overuse aller 24 Charakterstärken
Israelisch-US-amerikanisches Forschungsteam (Universität Ariel, VIA Institute)
| Zeit | Autor und Werk | Beitrag zur Wertematrix | Genannt bei Wert |
|---|---|---|---|
| 1. Jt. v. Chr. (Überlieferung) | Buch der Urkunden (Shujing), Kapitel „Ratschläge des Gao Yao“ | Neun Tugenden für Amtsträger, jede als Paar: „mild und doch fest“, „gerade und doch sanft“, „tapfer und doch rechtschaffen“ – die älteste bekannte Sammlung von Schwestertugenden | 2, 5, 6, 8, 13, 15, 16, 18 |
| ca. 10.–2. Jh. v. Chr. | Altes Testament (Tanach): Tora, Propheten, Weisheitsbücher | Gottes Eigenschaften als Paare: barmherzig und doch nicht ungestraft lassend (2. Mose 34,6–7); „Güte und Treue einander begegnen“ (Ps 85,11); „dass du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest“ (Pred 7,18); Maß statt Extrem (Spr 30,8–9) | alle, besonders 3, 5–8, 11–13, 16, 17, 19, 20 |
| um 500 v. Chr. | Konfuzius, Gespräche (Lunyu) | „Zu viel ist so schlecht wie zu wenig“ (11.15); Tugenden ohne Maß kippen ins Gegenteil (8.2); sechs Tugenden werden ohne Lernen zu Fehlern (17.8); Unrecht mit Geradheit vergelten (14.36) | 2, 3, 8, 15, 19 |
| 5. Jh. v. Chr. | Buddha, erste Lehrrede | Der Mittlere Weg zwischen Sinnenlust und Selbstkasteiung | 14 |
| 4. Jh. v. Chr. | Aristoteles, Nikomachische Ethik | Mesotes-Lehre: Tugend als Mitte, z. B. Tapferkeit zwischen Feigheit und Tollkühnheit | 2, 4, 6, 8, 9, 14, 18 |
| um die Zeitenwende | Bhagavad Gita | Drei Grundkräfte (Gunas): Klarheit, rastlose Aktivität, Trägheit | 11, 18 |
| um 200 (Redaktion) | Mischna, darin der Traktat Avot (Sprüche der Väter) | Hillel: „Wenn ich nicht für mich bin … wenn ich nur für mich bin …“ (1,14); Rabbi Tarfon: nicht vollenden müssen, nicht ablassen dürfen (2,16); „Wer ist ein Held? Wer seinen Trieb bezwingt“ (4,1); sieben Kennzeichen des Weisen (5,7) | 3, 5, 7, 8, 10–12, 14, 15, 18–20 |
| 3.–6. Jh. | Babylonischer und Jerusalemer Talmud; Midrasch Bereschit Rabba | Gott schuf die Welt mit Recht und Barmherzigkeit zugleich (Bereschit Rabba 12,15); „ein Achtel eines Achtels“ Stolz (Sota 5a); Wahrheit und Takt (Ketubot 17a); „Liebe ohne Zurechtweisung ist keine Liebe“ (Bereschit Rabba 54,3) | 1, 2, 4–7, 9, 13–18, 20 |
| um 405 | Prudentius, Psychomachia | Tugenden kämpfen gegen ihr Gegenteil, z. B. Demut gegen Hochmut, Geduld gegen Zorn | 4, 18 |
| 5. Jh. | Buddhaghosa, Visuddhimagga (Kap. IX) | Naher und ferner Feind der vier Grundhaltungen, z. B. Mitgefühl: naher Feind Kummer, ferner Feind Grausamkeit | 9, 10, 16 |
| 1045 | Salomo ibn Gabirol, Tikkun Middot ha-Nefesch | Zwanzig Charaktereigenschaften, den fünf Sinnen zugeordnet, viele als Gegensatzpaare | Hintergrund |
| um 1168 / um 1180 | Moses Maimonides, Acht Kapitel; Mischne Tora, Hilchot De'ot | Tugend als Mitte; Heilung durch zeitweises Üben des Gegenpols; bei Hochmut und Zorn bewusst zum anderen Ende – von Thomas von Aquin gelesen | 4, 14, 19 |
| 1265–1273 | Thomas von Aquin, Summa theologiae II-II | Laster des Zuviel und Zuwenig für jede Tugend; Demut und Großmut als einander ergänzende Tugenden | 1–4, 6, 8–10, 13–20 |
| 15. Jh. | Orchot Zaddikim (anonym, deutschsprachiger Raum) | 28 Tore der Charaktereigenschaften, oft paarweise geordnet, mit rechtem und falschem Gebrauch | Hintergrund |
| 16. Jh. (Druck 1588) | Moses Cordovero, Tomer Devorah | Chesed und Gewura, Güte und Strenge, im Gleichgewicht; Strenge wird durch Güte gemildert | 5, 6, 16, 19 |
| 1791 | Benjamin Franklin, Autobiografie | 13 Tugenden mit wöchentlicher Selbstprüfung – Vorbild für das Assessment | Assessment |
| 1812 | Menachem Mendel Lefin, Cheschbon ha-Nefesch | Franklins 13 Tugenden mit wöchentlicher Selbstprüfung, übertragen in die jüdische Charakterlehre | Assessment |
| 19. Jh. | Chassidismus und Musar-Bewegung (Simcha Bunim von Przysucha, Israel Salanter) | Zwei-Zettel-Wort zu Demut und Selbstbewusstsein; Arbeit an einzelnen Eigenschaften in kleinen Schritten | 4; Assessment |
| 1926 | Nicolai Hartmann, Ethik | Überträgt Aristoteles' Mitte auf Werte, die einander widerstreiten und doch zusammengehören (Wertantinomien): der Grundgedanke des Wertequadrats | alle |
| 1936 / 1948 | Paul Helwig, Charakterologie; Aufsatz „Das Wertequadrat“ | Formt aus Hartmanns Gedanken das Wertequadrat; auf ihn beruft sich Schulz von Thun für Schwestertugend und entwertende Übertreibung | alle |
| 1958 | Otto Friedrich Bollnow, Wesen und Wandel der Tugenden | Wie sich Tugendbegriffe im Lauf der Zeit verändern | Hintergrund |
| 1970 | Robert K. Greenleaf, The Servant as Leader | Dienende Führung | 5 |
| 1989 | Friedemann Schulz von Thun, Miteinander reden 2 | Werte- und Entwicklungsquadrat mit der Diagonale als Entwicklungsrichtung | alle, besonders 12 |
| 1992 | Barry Johnson, Polarity Management | Polaritäten-Landkarte: zwei Pole mit Nutzen und Schattenseite | 7, 11 |
| 2004 | Christopher Peterson & Martin Seligman, Character Strengths and Virtues | 24 Charakterstärken in sechs Tugenden | Hintergrund |
| 2006 | Robert Kaplan & Robert Kaiser, The Versatile Leader | Führungspole mit Über- und Untertreibung | 5, 7, 13 |
| 2007 | Alan Morinis, Everyday Holiness | Musar für heute: Jede Eigenschaft hat einen gesunden Bereich zwischen zwei Extremen | Hintergrund |
| 2016 | Titus Lindl & Tim Walter, WORK HEARTER | Wertematrix für Unternehmer und Führungskräfte | alle, besonders 11 |
| 2017 | Freidlin, Littman-Ovadia & Niemiec, Personality and Individual Differences | Begriffe für Under- und Overuse aller 24 Charakterstärken | 1, 2, 4–6, 8–10, 13–17, 19, 20 |
Nicolai Hartmann hat 1926 den Grundgedanken formuliert – Werte, die einander widerstreiten und doch zusammengehören –, Paul Helwig hat daraus 1936 in der Charakterkunde das Wertequadrat gemacht, Friedemann Schulz von Thun hat es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt gemacht, und WEGVISOR hat es 2016 mit dem Buch WORK HEARTER auf Unternehmer übertragen.
Aristoteles, Nikomachische Ethik
Mesotes-Lehre: Tugend als Mitte, z. B. Tapferkeit zwischen Feigheit und Tollkühnheit
Vorlesungsschrift des Aristoteles (384–322 v. Chr.) aus Athen, nach seinem Sohn Nikomachos benannt; Altgriechisch
Nicolai Hartmann, Ethik
Überträgt Aristoteles' Mitte auf Werte, die einander widerstreiten und doch zusammengehören (Wertantinomien): der Grundgedanke des Wertequadrats
Deutsch-baltischer Philosoph (1882–1950), Berlin; formuliert den Grundgedanken des Wertequadrats (Wertantinomien)
Paul Helwig, Charakterologie; Aufsatz „Das Wertequadrat“
Formt aus Hartmanns Gedanken das Wertequadrat; auf ihn beruft sich Schulz von Thun für Schwestertugend und entwertende Übertreibung
Deutscher Philosoph, Psychologe und Dramatiker (1893–1963); Teubner, Leipzig, später Klett, Stuttgart
Friedemann Schulz von Thun, Miteinander reden 2
Werte- und Entwicklungsquadrat mit der Diagonale als Entwicklungsrichtung
Hamburger Kommunikationspsychologe (geb. 1944); Rowohlt, Reinbek
Modell (Schulz von Thun Institut) · Einführungstext (FH Münster, PDF)
Titus Lindl & Tim Walter, WORK HEARTER
Wertematrix für Unternehmer und Führungskräfte
WEGVISOR Leadership Stiftung GmbH; BoD, Norderstedt
Die stärkste asiatische Parallele sind die Neun Tugenden aus dem Buch der Urkunden. Der Minister Gao Yao rät darin, Amtsträger nach Tugendpaaren auszuwählen – im Kern eine Liste von Schwestertugenden für Führungskräfte. In James Legges klassischer Übersetzung lauten sie:
Bei Konfuzius kippen Tugenden ohne Maß ins Negative: Ehrerbietung wird zur Mühsal, Vorsicht zur Ängstlichkeit, Mut zum Aufruhr, Geradheit zur Unnachgiebigkeit (Lunyu 8.2). An anderer Stelle nennt er sechs Tugenden, die ohne Lernen zu Fehlern werden: Menschlichkeit zu Einfalt, Klugheit zu Haltlosigkeit, Vertrauenswürdigkeit zu Ausnutzbarkeit, Geradheit zu Schroffheit, Mut zu Unordnung, Festigkeit zu Verwegenheit (Lunyu 17.8). Lernen wirkt hier wie eine universelle Schwestertugend.
Die buddhistische Kommentartradition beschreibt für die vier Grundhaltungen je einen nahen Feind, der der Tugend täuschend ähnlich sieht, und einen fernen Feind, der ihr Gegenteil ist: Liebende Güte – naher Feind Anhaftung, ferner Feind Übelwollen; Mitgefühl – Kummer und Grausamkeit; Mitfreude – Überschwang und Missgunst; Gleichmut – Gleichgültigkeit und Abneigung. Das entspricht genau unserer Doppelregel für die unteren Felder.
Die Bhagavad Gita unterscheidet drei Grundkräfte: Klarheit (Sattva), rastlose Aktivität (Rajas) und Trägheit (Tamas). Rajas und Tamas ähneln den beiden Übertreibungen bei Vision und Geduld – Aktionismus und Ungeduld auf der einen, Ziellosigkeit und Trägheit auf der anderen Seite.
Das Alte Testament und die rabbinische Literatur kennen beide Grundgedanken der Wertematrix: Eigenschaften, die einander brauchen, und die Warnung vor dem Zuviel. Anders als Aristoteles setzen sie nicht beim Menschen an, sondern bei Gott. Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sind zuerst Eigenschaften Gottes, und der Mensch soll ihnen folgen: „Wie er gnädig und barmherzig ist, so sei auch du gnädig und barmherzig“ (Schabbat 133b). Weil Jesus, Paulus und die ersten Christen in dieser Tradition lebten und lehrten, ist sie zugleich die Wurzel vieler biblischer Bezüge in diesem Blog.
Gott stellt sich Mose als „barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue“ vor – aber er lässt niemanden ungestraft (2. Mose 34,6–7): Barmherzigkeit und Konsequenz in einem Satz. Der Psalm setzt Tugenden ausdrücklich als Paare: „Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen“ (Psalm 85,11). Der Prediger formuliert die Doppelregel der unteren Felder fast wörtlich: nicht allzu gerecht und nicht allzu gottlos – „es ist gut, dass du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest“ (Prediger 7,16–18). Die Sprüche bitten um das Maß: „Armut und Reichtum gib mir nicht“ (Sprüche 30,8–9). Und Micha bündelt drei Werte, die einander ausbalancieren: Recht tun, Güte lieben, demütig gehen (Micha 6,8).
Die Rabbinen sprechen von zwei Eigenschaften Gottes: Middat ha-Din, dem Maß des Rechts, und Middat ha-Rachamim, dem Maß der Barmherzigkeit. Der Midrasch erzählt, Gott habe die Welt mit beiden zugleich erschaffen, weil sie mit Recht allein oder mit Barmherzigkeit allein nicht bestehen könnte (Bereschit Rabba 12,15) – das älteste ausdrückliche Bild einer Schwestertugend. Der Talmud lässt Gott sogar beten, dass seine Barmherzigkeit seinen Zorn überwinde (Berachot 7a). Ein Gelehrter soll „ein Achtel eines Achtels“ Stolz haben (Sota 5a) – Demut braucht ein Minimum an Selbstbewusstsein. Im Streit der Schulen Hillels und Schammais setzte sich Hillel durch, weil seine Schüler „sanft und nachgiebig“ waren und die Gegenmeinung zuerst vortrugen (Eruvin 13b). Die Sprüche der Väter (Pirkei Avot) fassen vieles in einem Satz, etwa Hillel: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich? Und wenn ich nur für mich bin, was bin ich?“ (Avot 1,14).
Moses Maimonides (1138–1204) verbindet die Mesotes-Lehre des Aristoteles mit der rabbinischen Ethik. In den Acht Kapiteln (um 1168) nennt er Tugend die Mitte zwischen zwei schlechten Extremen: Großzügigkeit zwischen Geiz und Verschwendung, Tapferkeit zwischen Tollkühnheit und Feigheit, Demut zwischen Hochmut und Selbsterniedrigung (Kap. 4). Neu ist sein Heilungsweg: Wer in ein Extrem gefallen ist, soll eine Zeit lang bewusst den Gegenpol üben, bis er zur Mitte zurückfindet (Hilchot De'ot 2,2). Das ist ein früher Verwandter der Entwicklungsrichtung bei Schulz von Thun: Wer in einer Übertreibung festsitzt, entwickelt sich zum Gegenpol hin. Bei Hochmut und Zorn rät Maimonides ausdrücklich nicht zur Mitte, sondern zum anderen Ende (Hilchot De'ot 2,3). Thomas von Aquin kannte seine Schriften und zitiert ihn als „Rabbi Moyses“.
Die jüdische Charakterlehre (Musar, „Zucht, Erziehung“) arbeitet mit einzelnen Eigenschaften, hebräisch Middot – wörtlich „Maße“. Schon das Wort sagt: Eine Eigenschaft ist nicht an sich gut oder schlecht, sondern richtig oder falsch bemessen. Salomo ibn Gabirol ordnete 1045 zwanzig Eigenschaften den fünf Sinnen zu, viele davon als Gegensätze (Hochmut und Demut, Liebe und Hass, Barmherzigkeit und Grausamkeit, Freigebigkeit und Geiz, Tapferkeit und Feigheit). Die Orchot Zaddikim (15. Jh.) bauen darauf auf: 28 „Tore“, oft paarweise geordnet, und bei vielen Eigenschaften auch ihr rechter Gebrauch – selbst Stolz und Zorn haben dort einen eng begrenzten guten Ort. Menachem Mendel Lefin übertrug 1812 Benjamin Franklins Tugendliste mit wöchentlicher Selbstprüfung in sein Cheschbon ha-Nefesch – ein direkter Vorläufer unseres Assessments. In der Kabbala stehen Chesed (überfließende Güte) und Gewura (Strenge, Grenze) einander gegenüber und werden in Tiferet (Schönheit, Harmonie) ausgeglichen; Moses Cordovero machte daraus in Tomer Devorah (Safed, 16. Jh.) eine Ethik der Nachahmung Gottes, in der Strenge immer durch Güte gemildert wird. Die chassidische Überlieferung schreibt Rabbi Simcha Bunim von Przysucha (1765–1827) das Wort von den zwei Zetteln zu: In der einen Tasche steht „Für mich wurde die Welt erschaffen“, in der anderen „Erde und Asche“ – je nach Lage zieht man den einen oder den anderen heraus. Genauer lässt sich die Schlaufe zwischen Demut und Selbstbewusstsein kaum beschreiben.
Wert für Wert stützt die jüdische Tradition alle 20 Matrizen der Stufe 1 – auch die vier, die in den griechischen und lateinischen Katalogen fehlen. Die Belegstellen sind in den Ursprungs-Absätzen der einzelnen Werte verlinkt.
| Nr. | Wert | Quelle | Was sie zur Matrix beiträgt |
|---|---|---|---|
| 1 | Integrität | Joma 72b; Eruvin 13b | Innen wie außen sein (Integrität); Hillels Schule setzte sich durch, weil sie sanft war und die Gegenmeinung ehrte (Kompromissfähigkeit) |
| 2 | Ehrlichkeit | Ketubot 17a; Bava Metzia 58b | Wahrheit und Takt im Streit um das Lob der Braut; öffentliches Beschämen als schwere Schuld (Indiskretion, Bloßstellung) |
| 3 | Vertrauenswürdigkeit | 4. Mose 32,22; Mischna Schekalim 3,2; Sprüche 11,13GI | Transparenz schützt Vertrauen; Geschwätzigkeit verrät es |
| 4 | Demut | 4. Mose 12,3; Sota 5a; Maimonides; Simcha BunimGI | Demut mit einem Minimum an Selbstbewusstsein; die zwei Zettel als Schlaufe |
| 5 | Dienen | 1. Könige 12,7; 5. Mose 17,20; Avot 1,14; Horajot 10a–bGI | Dienen als Grundlage von Autorität; ein Amt ist Dienst, nicht Herrschaft |
| 6 | Gerechtigkeit | 2. Mose 34,6–7; Bereschit Rabba 12,15; Berachot 7a; 3. Mose 19,15GI | Recht und Barmherzigkeit als Paar; Parteilichkeit als Unrecht |
| 7 | Verantwortung | 1. Mose 4,9; 2. Mose 18; Avot 2,5; Schewuot 39aGI | „Meines Bruders Hüter?“ als Urbild der Verantwortungslosigkeit; Zutrauen durch Verteilen der Last |
| 8 | Mut | Josua 1,9; 5. Mose 20,8; Avot 4,1GI | Mut mit Selbstbeherrschung; Mutlosigkeit steckt andere an |
| 9 | Wertschätzung | 3. Mose 19,17; Bereschit Rabba 54,3; Arachin 16b; Bava Metzia 58bGI | Kritik als Ausdruck von Liebe; Kritik ohne Beschämung |
| 10 | Empathie | 2. Mose 23,9; Avot 2,4; 3. Mose 19,15GI | Sich in den anderen hineinversetzen und doch sachlich urteilen |
| 11 | Vision | Sprüche 29,18; Habakuk 2,2; Avot 1,17; Avot 3,17GI | Eine Vision, die man im Vorbeilaufen lesen kann; Tun vor Forschen |
| 12 | Zuhören | 5. Mose 6,4; 1. Könige 3,9; Avot 5,7; Avot 1,15GI | Das hörende Herz; Zuhören und Klarheit als Kennzeichen des Weisen |
| 13 | Entschlossenheit | 1. Könige 18,21; Sprüche 15,22; 1. Könige 12,8; Bava Metzia 59bGI | Unentschlossenheit, Alleingang und Beratung |
| 14 | Selbstdisziplin | Sprüche 16,32; Avot 4,1; Jerusalemer Talmud Kidduschin 4,12; MaimonidesGI | Selbstbeherrschung und zugleich die Pflicht, Erlaubtes zu genießen |
| 15 | Lernbereitschaft | Avot 4,1; Avot 2,5; Avot 5,15; Taanit 7a | Von jedem lernen und doch sieben können |
| 16 | Fürsorge | 3. Mose 25,43; 5. Mose 24,14–15; 2. Mose 18,17–18; Bava Metzia 83aGI | Keine Ausbeutung; Fürsorge über das Recht hinaus |
| 17 | Zuversicht | 4. Mose 13–14; Jeremia 6,14; Jeremia 29,11; Pesachim 64bGI | Hoffnung mit Realismus; gegen Schönfärberei und Vermessenheit |
| 18 | Geduld | Sprüche 16,32; Avot 1,1; Avot 2,16; Schabbat 31aGI | Geduld und Zielstrebigkeit in einem Satz |
| 19 | Vergebungsbereitschaft | 3. Mose 19,18; 1. Mose 50; Mischna Joma 8,9; MaimonidesGI | Vergebung mit Wiedergutmachung; Unversöhnlichkeit als Fehler |
| 20 | Dankbarkeit | 5. Mose 8,10–18; 1. Mose 2,15; Avot 4,1; Berachot 58a; Kohelet Rabba 1,13GI | Danken und gestalten; gegen Anspruchsdenken und Unersättlichkeit |
13 der 20 Matrizen der Stufe 1 werden von mindestens einer der drei großen Tugendtraditionen gestützt, 9 davon sogar von zwei oder allen drei. Vier Matrizen (Vertrauenswürdigkeit, Verantwortung, Vision, Zuhören) finden in den klassischen Katalogen höchstens Teilaspekte; sie stammen im Kern aus der modernen Führungslehre. Die asiatischen Quellen stützen zusätzlich Ehrlichkeit, Mut, Empathie, Selbstdisziplin, Lernbereitschaft, Fürsorge und Vergebungsbereitschaft.
Die jüdische Tradition – Altes Testament, Mischna, Talmud, Midrasch und Maimonides – stützt alle 20 Matrizen der Stufe 1 mindestens in Teilen, auch die vier modernen: Transparenz als Schutz des Vertrauens (Mischna Schekalim 3,2), Verantwortung und Zutrauen (1. Mose 4,9; 2. Mose 18), eine Vision, die umgesetzt wird (Habakuk 2,2; Avot 1,17), sowie Zuhören und Klarheit als Kennzeichen des Weisen (Avot 5,7). Die Einzelnachweise stehen im Abschnitt Jüdische Tradition im Detail und in den Ursprungs-Absätzen der Werte.GI
= von zwei oder drei Quellen gestützt · = von einer Quelle gestützt · = teilweise · = höchstens Teilaspekte (moderne Führungslehre). Die VIA-Begriffe stehen in deutscher Übersetzung mit englischem Original.
Tugend als Mitte zwischen Mangel und Übermaß
Die beiden unteren Felder als „zu wenig“ und „zu viel“
Jeder Tugend stehen Laster des Zuviel und Zuwenig gegenüber; manche Tugenden ergänzen sich
Präzise historische Begriffe für die unteren Felder und erste „Schwestertugenden“ (z. B. Demut und Großmut)
24 Charakterstärken mit Underuse und Overuse
Empirisch getestete Begriffe für Unter- und Übertreibung
Alle Werke, auf die sich die Wertematrizen stützen – mit Entstehung, Herkunft und Link zum Text oder zu verlässlichen Hintergrundinformationen. Englische Übersetzungen sind verlinkt, wo keine freie deutsche Ausgabe online steht.
Sammlung von Reden früher chinesischer Herrscher und Minister, im 1. Jahrtausend v. Chr. kompiliert; einer der Fünf Klassiker des Konfuzianismus; Altchinesisch
Schriftensammlung des alten Israel, entstanden etwa im 10.–2. Jh. v. Chr.; Hebräisch, einzelne Teile Aramäisch; für Juden der Tanach (Tora, Propheten, Schriften), für Christen das Alte Testament
Lutherbibel 1912 (Bibeltext online bei BibleServer) · Hebräisch und Englisch (Sefaria) · Hintergrund
Aussprüche des Kong Fuzi (551–479 v. Chr.) aus dem Staat Lu (heute Shandong, China), von seinen Schülern über Generationen aufgezeichnet; Altchinesisch
8.2 · 11.15 · 14.36 · 17.8 · Hintergrund
Lehrrede im Wildpark von Sarnath bei Varanasi (Indien), 5. Jh. v. Chr.; im Pali-Kanon überliefert (Samyutta Nikaya 56.11)
Vorlesungsschrift des Aristoteles (384–322 v. Chr.) aus Athen, nach seinem Sohn Nikomachos benannt; Altgriechisch
Teil des indischen Epos Mahabharata, Entstehung etwa 5.–2. Jh. v. Chr. (Datierung umstritten); Sanskrit
Erste Niederschrift der mündlichen Lehre, um 200 n. Chr. in Galiläa unter Rabbi Jehuda ha-Nasi redigiert; Avot sammelt Sprüche von Gelehrten aus etwa 300 v. Chr. bis 200 n. Chr.; Hebräisch
Diskussion und Auslegung der Mischna in den Lehrhäusern des Landes Israel (Jerusalemer Talmud, etwa 4./5. Jh.) und Babyloniens (heute Irak, abgeschlossen etwa im 6. Jh.); Hebräisch und Aramäisch
Rabbinische Auslegungen zu biblischen Büchern; Bereschit Rabba aus dem Land Israel, etwa 5. Jh., die beiden anderen später; Hebräisch und Aramäisch
Lateinisches Lehrgedicht des spanisch-römischen Dichters Aurelius Prudentius Clemens (348 – nach 405)
Handbuch der Theravada-Tradition, um 430 n. Chr. in Anuradhapura (Sri Lanka) verfasst; Pali
Jüdischer Dichter und Philosoph (um 1021 – um 1058 oder 1070) aus dem muslimischen Spanien (Málaga, Saragossa); 1045 auf Arabisch in hebräischer Schrift verfasst
Arzt, Rechtsgelehrter und Philosoph (1138–1204) aus Córdoba, später Fustat bei Kairo; Acht Kapitel um 1168 auf Arabisch als Einleitung zum Mischna-Kommentar zu Avot; Mischne Tora um 1180 auf Hebräisch
Hilchot De'ot (Sefaria) · Acht Kapitel, engl. Übers. 1912 (archive.org) · Hintergrund
Hauptwerk des Dominikaners Thomas von Aquin (1225–1274), entstanden 1265–1273 in Rom und Paris; Latein, unvollendet
Anonymes Musar-Werk aus dem deutschsprachigen Raum, 15. Jh., ursprünglich „Sefer ha-Middot“ genannt; Hebräisch
Kabbalist (1522–1570) in Safed (Galiläa); ethische Schrift, 1588 in Venedig gedruckt; Hebräisch
US-Verleger und Staatsmann (1706–1790); Tugendliste 1726 entworfen, Autobiografie postum 1791 erschienen
Aufklärer aus Satanów in Podolien (1749–1826); 1812 in Lemberg erschienen; überträgt Franklins Tugendliste in die Musar-Tradition
Osteuropa, 19. Jh.; Simcha Bunim (1765–1827) in Polen, das Zwei-Zettel-Wort mündlich überliefert; Israel Salanter (1810–1883) in Litauen, Begründer der Musar-Bewegung
Deutsch-baltischer Philosoph (1882–1950), Berlin; formuliert den Grundgedanken des Wertequadrats (Wertantinomien)
Deutscher Philosoph, Psychologe und Dramatiker (1893–1963); Teubner, Leipzig, später Klett, Stuttgart
Deutscher Philosoph und Pädagoge (1903–1991), Tübingen
US-Manager bei AT&T (1904–1990); begründet den Begriff Servant Leadership
Hamburger Kommunikationspsychologe (geb. 1944); Rowohlt, Reinbek
Modell (Schulz von Thun Institut) · Einführungstext (FH Münster, PDF)
US-Organisationsberater; HRD Press
US-Managementforscher; Level-5-Führung und Stockdale-Paradox
US-Psychologen, Begründer der VIA-Klassifikation; Oxford University Press
US-Führungsforscher; Pfeiffer/Wiley
kein frei zugänglicher Text
Kanadischer Autor, Gründer des Mussar Institute; Trumpeter/Shambhala, Boston
WEGVISOR Leadership Stiftung GmbH; BoD, Norderstedt
Israelisch-US-amerikanisches Forschungsteam (Universität Ariel, VIA Institute)
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