Vertrauenswürdigkeit im Gleichgewicht
Vertrauenswürdigkeit braucht Transparenz als Gegengewicht. Zu viel Vertrauenswürdigkeit wird zu Intransparenz – der Weg zurück führt über Transparenz.
Begriffe erklärt
Zielwert 3
Vertrauenswürdigkeit
„Man kann mir Menschen, Informationen und Mittel anvertrauen.“
auch Seriosität, Lauterkeit
Gemeint ist der sorgsame, verschwiegene Umgang mit allem, was einem anvertraut wird. Hilfreich, weil Vertrauen die Währung von Führung ist; wer Vertrauliches schützt, bekommt ehrliche Informationen.
In Balance mit: Transparenz. Zu viel davon: Intransparenz. Verneint durch: Vertrauensunwürdigkeit.
Schwestertugend S3
Transparenz
„Ich lege offen, was andere wissen müssen.“
auch Offenlegung, Nachvollziehbarkeit
Gemeint ist die Bereitschaft, Entscheidungen, Zahlen und Gründe nachvollziehbar zu machen. Hilfreich, weil Offenheit Gerüchten vorbeugt und Vertrauen von beiden Seiten möglich macht.
In Balance mit: Vertrauenswürdigkeit. Zu viel davon: Vertrauensunwürdigkeit. Verneint durch: Intransparenz.
Zur Seite TransparenzÜbertreibung von Vertrauenswürdigkeit
Intransparenz
„Ich behalte alles für mich, auch was andere betrifft.“
auch Geheimniskrämerei, Vertuschung
Verneinung der Transparenz und zugleich überzogene Verschwiegenheit. Grenzwertig, weil falsch verstandene Loyalität zu Vertuschung führt und das Team im Dunkeln lässt.
Übertreibung von: Vertrauenswürdigkeit. Verneinung von: Transparenz. Entwicklungsrichtung: Transparenz.
Übertreibung von Transparenz
Vertrauensunwürdigkeit
„Ich gebe weiter, was mir anvertraut wurde.“
auch Vertrauensbruch, Geschwätzigkeit
Verneinung der Vertrauenswürdigkeit und zugleich überzogene Transparenz. Grenzwertig, weil ein einziger Vertrauensbruch dazu führt, dass niemand mehr offen spricht.
Übertreibung von: Transparenz. Verneinung von: Vertrauenswürdigkeit. Entwicklungsrichtung: Vertrauenswürdigkeit.
Die Wertematrix im Detail
Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.
Die BegriffeVertrauenswürdigkeit · Transparenz · Intransparenz · Vertrauensunwürdigkeit
Zielwert
Vertrauenswürdigkeit
auch Seriosität · Lauterkeit
Gemeint ist der sorgsame, verschwiegene Umgang mit allem, was einem anvertraut wird. Hilfreich, weil Vertrauen die Währung von Führung ist; wer Vertrauliches schützt, bekommt ehrliche Informationen.
Schwestertugend
Transparenz
auch Offenlegung · Nachvollziehbarkeit
Gemeint ist die Bereitschaft, Entscheidungen, Zahlen und Gründe nachvollziehbar zu machen. Hilfreich, weil Offenheit Gerüchten vorbeugt und Vertrauen von beiden Seiten möglich macht.
Übertreibung von Vertrauenswürdigkeit
Intransparenz
auch Geheimniskrämerei · Vertuschung
Verneinung der Transparenz und zugleich überzogene Verschwiegenheit. Grenzwertig, weil falsch verstandene Loyalität zu Vertuschung führt und das Team im Dunkeln lässt.
Der Weg heraus: Richtung Transparenz
Übertreibung von Transparenz
Vertrauensunwürdigkeit
auch Vertrauensbruch · Geschwätzigkeit
Verneinung der Vertrauenswürdigkeit und zugleich überzogene Transparenz. Grenzwertig, weil ein einziger Vertrauensbruch dazu führt, dass niemand mehr offen spricht.
Der Weg heraus: Richtung Vertrauenswürdigkeit
Die ÜbertreibungWann Intransparenz sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt
Die Übertreibung der Vertrauenswürdigkeit heißt Intransparenz (auch: Geheimniskrämerei, Vertuschung). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:
Die Leiterin einer Ermittlungsgruppe informiert bei einem laufenden Verfahren gegen eine Schleuserbande jeden im Team nur über das, was er für seinen Teil braucht. Fragen aus anderen Abteilungen beantwortet sie knapp mit „Dazu kann ich noch nichts sagen“. Wo eine undichte Stelle Menschen gefährden kann, ist Zurückhaltung Teil des Schutzes.
Ein Ehepaar steckt in ernsten finanziellen Sorgen und bespricht sie ausführlich miteinander, aber nicht vor den kleinen Kindern. Die Kinder merken, dass etwas los ist, bekommen aber nur zu hören, dass die Eltern sich kümmern. Lasten, die Kinder nicht tragen können, sollen sie auch nicht mittragen müssen.
Zurückhalten von Information trägt, wenn es zeitlich begrenzt ist, Menschen schützt und man offen sagt, dass man etwas nicht sagen kann. Es wird zu Geheimniskrämerei und Vertuschung, sobald es Fehler, Verantwortliche oder eigene Vorteile verbirgt oder Betroffene über ihre eigene Lage im Unklaren lässt.
Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Christliche Tradition
Dass Vertrauenswürdigkeit Transparenz als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.
Die Matrix als Paar ist eine moderne Ergänzung; ihren Kern – Transparenz schützt Vertrauen – kennt aber schon die Mischna.
- 10.–2. Jh. v. Chr.Altes TestamentSprüche 11,13
„Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer eines getreuen Herzens ist, verbirgt es.“
- 5. Jh. v. Chr.ChinaKonfuzius
Vertrauenswürdigkeit ohne Lernen macht ausnutzbar, Lunyu 17.8
- 1. Jh.Neues TestamentLukas 16,10
„Wer im geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu.“
1. Korinther 4,2„Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn dass sie treu erfunden werden.“
- um 200Jüdische AuslegungMischna
Wer Tempelgeld entnahm, trug nichts, worin er etwas hätte verbergen können – „unschuldig sein vor dem HERRN und vor Israel“, Schekalim 3,2 nach 4. Mose 32,22
- 13. Jh.Christliche TraditionThomas von Aquin
Treue als Teil der Wahrhaftigkeit, II-II q. 109
- 1926–2016WertematrixHartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISORZur Geschichte der Wertematrix
Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.
Die Forschung3 Studien, davon 2 Metaanalysen · 1999–2007
- 1999
„Vertrauenswürdig“ gehört in der GLOBE-Studie zu den Führungseigenschaften, die über Kulturen hinweg als förderlich gelten.
Den Hartog et al., 1999
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
- Was haben dir Menschen in letzter Zeit anvertraut – und wie bist du damit umgegangen?
- Wo verwechselst du Loyalität mit Wegschauen?
- Welche Information hältst du zurück, die dein Team eigentlich braucht?
Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.
So sieht Vertrauenswürdigkeit in der Praxis aus
Welche Werte tragen deine Führung?
In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.
Wertecheck startenVertrauenswürdigkeit im Wappen
Farbe im Wappen: Blau
- SymbolSiegelring
Wer den Siegelring trug, handelte mit der Vollmacht seines Herrn, und sein Abdruck galt so viel wie dessen eigene Unterschrift. Er zeigt, dass andere dir ihr Wichtigstes anvertrauen können, weil du mit geliehener Macht verantwortungsvoll umgehst.
- oder als AlternativeTreuhand (verschränkte Hände)
Zwei verschränkte Hände gelten in der Heraldik als Treuhand, als Zeichen von Treue und gegebenem Wort. Dein Wappen sagt damit, dass auf deinen Handschlag Verlass ist und dass du hältst, was du zusagst.
Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.
Wertewappen erstellenGrundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung