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7Zielwert

Verant­wortung

„Ich stehe für Entscheidungen, Ergebnisse und Fehler ein.“

Für Entscheidungen, Ergebnisse und Fehler einstehen – ohne alles an sich zu ziehen.

Ein goldener Mittelpunkt ist durch feine Fäden mit den Seinen verbunden und fängt auf, wer aus der Bahn fällt. Zieht er alle Fäden straff an sich, drängen sich die Punkte eng und zittern – bis er die Fäden lang lässt und jeder seine eigene Bahn zieht.
Kurz gesagt

Ich stehe für Entscheidungen, Ergebnisse und Fehler ein.

Was Verantwortung bedeutetFür Entscheidungen, Ergebnisse und Fehler einstehen – ohne alles an sich zu ziehen.

Umfasst auchVerantwortungsbewusstseinOwnership

Die Wertematrix

Verantwortung im Gleichgewicht

Verantwortung braucht Zutrauen als Gegengewicht. Zu viel Verantwortung wird zu Misstrauen – der Weg zurück führt über Zutrauen.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 7

Verantwor­tung

„Ich stehe für Entscheidungen, Ergebnisse und Fehler ein.“

auch Verantwort­lichkeit, Einstehen für Folgen

Gemeint ist die Bereitschaft, die Folgen des eigenen Bereichs zu tragen. Hilfreich, weil eine Führungskraft, die sich vor ihr Team stellt, Sicherheit gibt und Fehler besprechbar macht.

In Balance mit: Zutrauen. Zu viel davon: Misstrauen. Verneint durch: Verantwortungslosigkeit.

Schwestertugend S7

Zutrauen

„Ich traue anderen eigene Verantwortung zu.“

auch Vertrauens­vor­schuss, Delega­tions­bereitschaft

Gemeint ist der Glaube an die Fähigkeiten anderer, der sich im echten Abgeben von Aufgaben samt Entscheidungsbefugnis zeigt. Hilfreich, weil Menschen wachsen, wenn sie Verantwortung tragen dürfen.

In Balance mit: Verantwortung. Zu viel davon: Verantwortungslosigkeit. Verneint durch: Misstrauen.

Zur Seite Zutrauen

Übertreibung von Verantwortung

Misstrauen

„Ich ziehe alles an mich und kontrolliere jedes Detail.“

auch Mikro­manage­ment, Kontrollzwang

Verneinung des Zutrauens und zugleich überzogene Verantwortung. Grenzwertig, weil es zu Überlastung der Führungskraft und unselbstständigen Teams führt.

Übertreibung von: Verantwortung. Verneinung von: Zutrauen. Entwicklungsrichtung: Zutrauen.

Übertreibung von Zutrauen

Verantwortungs­losigkeit

„Wenn es schiefgeht, waren es andere.“

auch Abschieben, Sündenbock-Denken

Verneinung der Verantwortung und zugleich überzogenes Zutrauen, das sich aus allem heraushält. Grenzwertig, weil eine Sündenbock-Kultur Angst erzeugt und niemand mehr etwas wagt.

Übertreibung von: Zutrauen. Verneinung von: Verantwortung. Entwicklungsrichtung: Verantwortung.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeVerantwortung · Zutrauen · Misstrauen · Verantwortungslosigkeit

Zielwert

Verant­wortung

auch Verantwortlichkeit · Einstehen für Folgen

Gemeint ist die Bereitschaft, die Folgen des eigenen Bereichs zu tragen. Hilfreich, weil eine Führungskraft, die sich vor ihr Team stellt, Sicherheit gibt und Fehler besprechbar macht.

Schwestertugend

Zutrauen

auch Vertrauensvorschuss · Delegationsbereitschaft

Gemeint ist der Glaube an die Fähigkeiten anderer, der sich im echten Abgeben von Aufgaben samt Entscheidungsbefugnis zeigt. Hilfreich, weil Menschen wachsen, wenn sie Verantwortung tragen dürfen.

Übertreibung von Verantwortung

Misstrauen

auch Mikromanagement · Kontrollzwang

Verneinung des Zutrauens und zugleich überzogene Verantwortung. Grenzwertig, weil es zu Überlastung der Führungskraft und unselbstständigen Teams führt.

Der Weg heraus: Richtung Zutrauen

Übertreibung von Zutrauen

Verantwortungslosigkeit

auch Abschieben · Sündenbock-Denken

Verneinung der Verantwortung und zugleich überzogenes Zutrauen, das sich aus allem heraushält. Grenzwertig, weil eine Sündenbock-Kultur Angst erzeugt und niemand mehr etwas wagt.

Der Weg heraus: Richtung Verantwortung

Die ÜbertreibungWann Misstrauen sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Verantwortung heißt Misstrauen (auch: Mikromanagement, Kontrollzwang). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Medien

Eine Chefredakteurin lässt bei einer brisanten Enthüllung jede einzelne Aussage noch einmal gegenprüfen und liest den Text Satz für Satz selbst gegen, obwohl sie ihrem Team sonst freie Hand lässt. Wo ein einziger Fehler Menschen zu Unrecht beschädigt und die Glaubwürdigkeit der Redaktion kostet, ist enge Kontrolle Sorgfalt.

Politik & Staat

Der Leiter eines Personenschutzkommandos geht vor einem heiklen Termin jede Fahrtroute und jeden Raum selbst ab, obwohl sein Team erfahren und eingespielt ist. Bei einer Aufgabe ohne zweiten Versuch ist doppelte Kontrolle Pflicht, nicht Kränkung.

Woran man den Unterschied erkennt

Enge Kontrolle trägt bei hohem, nicht wiedergutzumachendem Schaden, bei neuen Mitarbeitenden in kritischen Aufgaben oder bei begründeten Zweifeln – vor allem, wenn sie offen erklärt und zeitlich begrenzt ist. Sie wird zum Kontrollzwang, wenn sie aus der eigenen Unruhe statt aus der Sache kommt und Menschen auch dort entmündigt, wo sie längst bewiesen haben, dass sie es können.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · Jüdische Auslegung · Neues Testament · Führungslehre

Dass Verantwortung Zutrauen als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

Eine klassische Tugendvorlage für das Paar gibt es nicht.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament

    Beide Felder kennt aber das Alte Testament: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ (1. Mose 4,9) als Urbild der Verantwortungslosigkeit, Jitro rät Mose, die Last zu verteilen und anderen Verantwortung zu übertragen. (2. Mose 18,17–23), als Zutrauen

    1. Mose 3,12–13

    Adam schiebt die Schuld auf Eva, Eva auf die Schlange – das Urbild der abgeschobenen Verantwortung.

    Hesekiel 34,2–4

    Gott klagt Hirten an, die sich selbst weiden statt die Herde.

  2. 1. Jh. v. Chr.
    Jüdische Auslegung
    Hillel

    „Wo keine Menschen sind, bemühe dich, ein Mensch zu sein“, Avot 2,5 – und der Talmud („Ganz Israel bürgt füreinander“, Schewuot 39a)

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    Lukas 12,48

    Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen.

  4. 1992
    Führungslehre

    Barry Johnson, Polarity Management (1992)

  5. 2006
    Führungslehre
    Kaplan & Kaiser, The Versatile Leader

    Wirksame Führung als Balance gegensätzlicher Stärken: Zu viel des Guten wird selbst zur Schwäche.

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien, davon 1 Metaanalyse · 2002–2005
2 Studiendavon 1 Metaanalyse2002–2005 Zeitraum
  1. 2002
    Metaanalyser = .28

    In der Metaanalyse von Judge et al. (222 Korrelationen, 73 Stichproben) hängt Gewissenhaftigkeit, zu der Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit gehören, mit r = .28 mit Führung zusammen.

    Judge et al., 2002
  2. 2005
    Experiment

    Experimente zeigen zudem: Führungskräfte, die persönliche Kosten für die Gruppe tragen, stärken Vertrauen und Kooperation. Direkte Studien zu „Verantwortungsübernahme“ als eigenem Konstrukt sind weniger einheitlich.

    De Cremer & van Knippenberg, 2005
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Welchen Fehler deines Teams hast du zuletzt nach außen auf deine Kappe genommen?
  2. Was hältst du fest, obwohl andere es besser könnten?
  3. Wann hast du zuletzt „die anderen“ verantwortlich gemacht?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Welche Werte tragen deine Führung?

In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.

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Wertewappen

Verantwortung im Wappen

Farbe im Wappen: Schwarz

  • SymbolHirtenstab

    Mit seinem Stab führt der Hirte die Herde, holt Verirrte zurück und gibt den Schwachen Halt. Er zeigt, dass du dich für die Menschen zuständig fühlst, die dir anvertraut sind, und für sie einstehst.

  • oder als AlternativeAmtskette

    Würdenträger tragen sie bei feierlichen Anlässen, und sie macht ein Amt sichtbar, mit seiner Ehre und mit seinem Gewicht. Wählst du sie, bekennst du dich dazu, die Last deiner Rolle bewusst zu tragen und nicht nur ihren Glanz.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Verantwortung

Was bedeutet Verantwortung?

Für Entscheidungen, Ergebnisse und Fehler einstehen – ohne alles an sich zu ziehen. Der Ich-Satz dazu: „Ich stehe für Entscheidungen, Ergebnisse und Fehler ein.“

Was ist die Schwestertugend von Verantwortung?

Zutrauen (S7). Gemeint ist der Glaube an die Fähigkeiten anderer, der sich im echten Abgeben von Aufgaben samt Entscheidungsbefugnis zeigt. Hilfreich, weil Menschen wachsen, wenn sie Verantwortung tragen dürfen.

Was ist die Übertreibung von Verantwortung?

Misstrauen (auch: Mikromanagement, Kontrollzwang). Verneinung des Zutrauens und zugleich überzogene Verantwortung. Grenzwertig, weil es zu Überlastung der Führungskraft und unselbstständigen Teams führt.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Enge Kontrolle trägt bei hohem, nicht wiedergutzumachendem Schaden, bei neuen Mitarbeitenden in kritischen Aufgaben oder bei begründeten Zweifeln – vor allem, wenn sie offen erklärt und zeitlich begrenzt ist. Sie wird zum Kontrollzwang, wenn sie aus der eigenen Unruhe statt aus der Sache kommt und Menschen auch dort entmündigt, wo sie längst bewiesen haben, dass sie es können.

Was sagt die Forschung zu Verantwortung?

In der Metaanalyse von Judge et al. (222 Korrelationen, 73 Stichproben) hängt Gewissenhaftigkeit, zu der Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit gehören, mit r = .28 mit Führung zusammen (Judge et al., 2002). Experimente zeigen zudem: Führungskräfte, die persönliche Kosten für die Gruppe tragen, stärken Vertrauen und Kooperation (De Cremer & van Knippenberg, 2005).

Welche Beispiele gibt es für Verantwortung?

Zum Beispiel: Harry S. Truman, Akio Toyoda (Toyota).

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