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20Zielwert

Dankbarkeit

„Ich erkenne an, was ich empfange, und sage danke.“

Wahrnehmen, was man empfängt – von Menschen und von Gott – und Dank konkret ausdrücken.

Gaben fallen von oben in eine offene Schale, leuchten golden auf und schicken einen Funken Dank zurück. Schließt sich die volle Schale selbstzufrieden, steht alles still – bis sie sich öffnet und aus dem Empfangenen Neues gebaut wird.
Kurz gesagt

Ich erkenne an, was ich empfange, und sage danke.

Was Dankbarkeit bedeutetWahrnehmen, was man empfängt – von Menschen und von Gott – und Dank konkret ausdrücken.

Umfasst auchZufriedenheitFeierkultur

Die Wertematrix

Dankbarkeit im Gleichgewicht

Dankbarkeit braucht Gestaltungswillen als Gegengewicht. Zu viel Dankbarkeit wird zu Passivität – der Weg zurück führt über Gestaltungswillen.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 20

Dankbarkeit

„Ich erkenne an, was ich empfange, und sage danke.“

auch Erkennt­lichkeit, Dankes­gesin­nung

Gemeint ist das bewusste Wahrnehmen und Würdigen dessen, was Menschen und Gott schenken. Hilfreich, weil Dank Beziehungen stärkt und Menschen zeigt, dass ihr Beitrag zählt.

In Balance mit: Gestaltungswille. Zu viel davon: Passivität. Verneint durch: Undankbarkeit.

Schwestertugend S20

Gestaltungs­wille

„Ich sehe, was besser werden kann, und packe es an.“

auch Proaktivität, Pionier­geist

Gemeint ist der Antrieb, Bestehendes weiterzuentwickeln. Hilfreich, weil Dankbarkeit nicht Stillstand bedeutet; wer dankbar ist, kann trotzdem gestalten wollen.

In Balance mit: Dankbarkeit. Zu viel davon: Undankbarkeit. Verneint durch: Passivität.

Zur Seite Gestaltungswille

Übertreibung von Dankbarkeit

Passivität

„Ich bin für alles dankbar und spreche Missstände nicht mehr an.“

auch Selbst­zu­friedenheit, Stillstand

Gegenwort zum Gestaltungswillen und zugleich überzogene Dankbarkeit. Grenzwertig, weil falsch verstandene Dankbarkeit Probleme zudeckt („Wir sollten froh sein, dass …“).

Übertreibung von: Dankbarkeit. Verneinung von: Gestaltungswille. Entwicklungsrichtung: Gestaltungswille.

Übertreibung von Gestaltungswille

Un­dank­barkeit

„Ich bin nie zufrieden und nehme alles als selbstverständlich.“

auch Anspruchs­denken, Un­ersätt­lichkeit

Verneinung der Dankbarkeit und zugleich überzogener Gestaltungswille. Grenzwertig, weil sie erschöpft; das Team erlebt, dass keine Leistung je reicht.

Übertreibung von: Gestaltungswille. Verneinung von: Dankbarkeit. Entwicklungsrichtung: Dankbarkeit.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeDankbarkeit · Gestaltungswille · Passivität · Undankbarkeit

Zielwert

Dankbarkeit

auch Erkenntlichkeit · Dankesgesinnung

Gemeint ist das bewusste Wahrnehmen und Würdigen dessen, was Menschen und Gott schenken. Hilfreich, weil Dank Beziehungen stärkt und Menschen zeigt, dass ihr Beitrag zählt.

Schwestertugend

Gestaltungs­wille

auch Proaktivität · Pioniergeist

Gemeint ist der Antrieb, Bestehendes weiterzuentwickeln. Hilfreich, weil Dankbarkeit nicht Stillstand bedeutet; wer dankbar ist, kann trotzdem gestalten wollen.

Übertreibung von Dankbarkeit

Passivität

auch Selbstzufriedenheit · Stillstand

Gegenwort zum Gestaltungswillen und zugleich überzogene Dankbarkeit. Grenzwertig, weil falsch verstandene Dankbarkeit Probleme zudeckt („Wir sollten froh sein, dass …“).

Der Weg heraus: Richtung Gestaltungswille

Übertreibung des Gestaltungswillens

Undankbarkeit

auch Anspruchsdenken · Unersättlichkeit

Verneinung der Dankbarkeit und zugleich überzogener Gestaltungswille. Grenzwertig, weil sie erschöpft; das Team erlebt, dass keine Leistung je reicht.

Der Weg heraus: Richtung Dankbarkeit

Die ÜbertreibungWann Passivität sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Dankbarkeit heißt Passivität (auch: Selbstzufriedenheit, Stillstand). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Glaube & Kirche

Ein Pastor hält sich konsequent an einen Ruhetag pro Woche. An diesem Tag plant er nichts, verbessert nichts und beantwortet keine Anfragen, sondern genießt, was ist. Bewusster Stillstand ist hier kein Versagen, sondern geistliche Übung.

Kunst, Kultur & Sport

Ein Orchester hat nach Jahren des Ringens einen Klang gefunden, der Publikum und Kritik begeistert. Der Dirigent beschließt, in der nächsten Spielzeit nichts Grundsätzliches zu ändern. Nicht jede gelungene Form muss sofort weiterentwickelt werden.

Woran man den Unterschied erkennt

Zufriedenes Innehalten trägt, wenn es bewusst gewählt und begrenzt ist oder etwas wirklich gut so ist, wie es ist. Es wird zur Passivität, sobald notwendige Veränderungen ausbleiben, Probleme übersehen werden oder Zufriedenheit nur noch die eigene Bequemlichkeit schützt.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Christliche Tradition · Forschung

Dass Dankbarkeit Gestaltungswille als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    5. Mose 8,10–18

    Danken, wenn du satt bist, und nicht sagen: „Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir dies Vermögen ausgerichtet“

    1. Mose 2,15

    Den Garten bebauen und bewahren – Gestaltungswille

    Psalm 103,2

    Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

  2. 1. Jh.
    Neues Testament
    Lukas 17,11–19

    Zehn werden geheilt, einer kehrt um und dankt.

    1. Thessalonicher 5,18

    Seid dankbar in allen Dingen.

  3. um 200
    Jüdische Auslegung
    Mischna

    „Wer ist reich? Wer sich an seinem Teil freut“, Avot 4,1

  4. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    Der gute Gast sagt: „Wie viel Mühe hat sich der Gastgeber für mich gemacht“, Berachot 58a

  5. 5.–10. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Midrasch

    „Wer hundert hat, will zweihundert“, Kohelet Rabba 1,13

  6. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Dankbarkeit gegen Undankbarkeit, II-II q. 106–107

  7. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
  8. 2017
    Forschung
    VIA-Stärke Dankbarkeit

    Zu wenig davon zeigt sich als Einzelkämpfertum, zu viel als Anbiederung (Freidlin et al., 2017).

Die Forschung3 Studien, davon 1 Metaanalyse · 2003–2016
3 Studiendavon 1 Metaanalyse2003–2016 Zeitraum
  1. 2010
    Experiment

    In vier Experimenten zeigten Grant und Gino, dass ein Dankeschön die Bereitschaft zu weiterer Hilfe erhöht – weil sich die Helfenden sozial wertgeschätzt fühlen, nicht weil sie sich kompetenter fühlen; in einem Feldexperiment tätigten Spendenwerber einer Universität nach einem persönlichen Dank ihres Direktors deutlich mehr Anrufe.

    Grant & Gino, 2010
  2. 2003
    Studie

    Wer über mehrere Wochen festhielt, wofür er dankbar ist, berichtete mehr Wohlbefinden als Vergleichsgruppen, die Ärgernisse oder neutrale Ereignisse notierten.

    Emmons & McCullough, 2003
  3. 2016
    Metaanalyse

    Eine Metaanalyse dämpft allerdings die Erwartungen an Dankbarkeitsübungen: Im Vergleich mit anderen aktiven Übungen fallen ihre Effekte klein aus. Das spricht dafür, Dank vor allem als echte Geste zwischen Menschen zu pflegen, weniger als Technik.

    Davis et al., 2016
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Wem hast du diese Woche konkret gedankt?
  2. Was nimmst du in deinem Team als selbstverständlich?
  3. Wo verhindert falsche Dankbarkeit, dass du ein Problem ansprichst?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Wertewappen

Dankbarkeit im Wappen

Farbe im Wappen: Gold

  • SymbolStorch

    Der Storch galt in der alten Symbolik als Vorbild der Kindespflicht, weil man glaubte, er versorge seine alt gewordenen Eltern. Er steht für eine Dankbarkeit, die zurückgibt und nicht vergisst, wem du deinen Weg verdankst.

  • oder als AlternativeHarfe

    Die Harfe ist das Instrument von Lob und Dank, und ihr Klang bringt seit jeher Ruhe und Harmonie. Wählst du sie, zeigt dein Wappen eine Dankbarkeit, die sich hörbar äußert und mit Anerkennung eine gute Stimmung schafft.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Dankbarkeit

Was bedeutet Dankbarkeit?

Wahrnehmen, was man empfängt – von Menschen und von Gott – und Dank konkret ausdrücken. Der Ich-Satz dazu: „Ich erkenne an, was ich empfange, und sage danke.“

Was ist die Schwestertugend von Dankbarkeit?

Gestaltungswille (S20). Gemeint ist der Antrieb, Bestehendes weiterzuentwickeln. Hilfreich, weil Dankbarkeit nicht Stillstand bedeutet; wer dankbar ist, kann trotzdem gestalten wollen.

Was ist die Übertreibung von Dankbarkeit?

Passivität (auch: Selbstzufriedenheit, Stillstand). Gegenwort zum Gestaltungswillen und zugleich überzogene Dankbarkeit. Grenzwertig, weil falsch verstandene Dankbarkeit Probleme zudeckt („Wir sollten froh sein, dass …“).

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Zufriedenes Innehalten trägt, wenn es bewusst gewählt und begrenzt ist oder etwas wirklich gut so ist, wie es ist. Es wird zur Passivität, sobald notwendige Veränderungen ausbleiben, Probleme übersehen werden oder Zufriedenheit nur noch die eigene Bequemlichkeit schützt.

Was sagt die Forschung zu Dankbarkeit?

In vier Experimenten zeigten Grant und Gino, dass ein Dankeschön die Bereitschaft zu weiterer Hilfe erhöht – weil sich die Helfenden sozial wertgeschätzt fühlen, nicht weil sie sich kompetenter fühlen; in einem Feldexperiment tätigten Spendenwerber einer Universität nach einem persönlichen Dank ihres Direktors deutlich mehr Anrufe (Grant & Gino, 2010).

Welche Beispiele gibt es für Dankbarkeit?

Zum Beispiel: Douglas Conant (Campbell Soup).

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