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S20Schwestertugend zu Dankbarkeit

Gestaltungs­wille

„Ich sehe, was besser werden kann, und packe es an.“

Bestehendes verbessern wollen und Verantwortung für das Morgen übernehmen: Missstände angehen, Neues anstoßen, Chancen ergreifen.

Goldene Steine bauen Stufe um Stufe eine Treppe ins Morgen. Wird der Wille unersättlich, reißt er Steine aus dem Fundament und Gaben aus der Schale für einen wackelnden Turm – bis Licht auf das Empfangene fällt und alles an seinen Platz zurückkehrt.
Kurz gesagt

Ich sehe, was besser werden kann, und packe es an.

Was Gestaltungswille bedeutetBestehendes verbessern wollen und Verantwortung für das Morgen übernehmen: Missstände angehen, Neues anstoßen, Chancen ergreifen.

Umfasst auchInitiativeUnternehmergeist

Die Wertematrix

Gestaltungswille im Gleichgewicht

Gestaltungswille braucht Dankbarkeit als Gegengewicht. Zu viel Gestaltungswille wird zu Undankbarkeit – der Weg zurück führt über Dankbarkeit.

In Balance

Begriffe erklärt

Schwestertugend S20

Gestaltungs­wille

„Ich sehe, was besser werden kann, und packe es an.“

auch Proaktivität, Pionier­geist

Gemeint ist der Antrieb, Bestehendes weiterzuentwickeln. Hilfreich, weil Dankbarkeit nicht Stillstand bedeutet; wer dankbar ist, kann trotzdem gestalten wollen.

In Balance mit: Dankbarkeit. Zu viel davon: Undankbarkeit. Verneint durch: Passivität.

Zielwert 20

Dankbarkeit

„Ich erkenne an, was ich empfange, und sage danke.“

auch Erkennt­lichkeit, Dankes­gesin­nung

Gemeint ist das bewusste Wahrnehmen und Würdigen dessen, was Menschen und Gott schenken. Hilfreich, weil Dank Beziehungen stärkt und Menschen zeigt, dass ihr Beitrag zählt.

In Balance mit: Gestaltungswille. Zu viel davon: Passivität. Verneint durch: Undankbarkeit.

Zur Seite Dankbarkeit

Übertreibung von Gestaltungswille

Un­dank­barkeit

„Ich bin nie zufrieden und nehme alles als selbstverständlich.“

auch Anspruchs­denken, Un­ersätt­lichkeit

Verneinung der Dankbarkeit und zugleich überzogener Gestaltungswille. Grenzwertig, weil sie erschöpft; das Team erlebt, dass keine Leistung je reicht.

Übertreibung von: Gestaltungswille. Verneinung von: Dankbarkeit. Entwicklungsrichtung: Dankbarkeit.

Übertreibung von Dankbarkeit

Passivität

„Ich bin für alles dankbar und spreche Missstände nicht mehr an.“

auch Selbst­zu­friedenheit, Stillstand

Gegenwort zum Gestaltungswillen und zugleich überzogene Dankbarkeit. Grenzwertig, weil falsch verstandene Dankbarkeit Probleme zudeckt („Wir sollten froh sein, dass …“).

Übertreibung von: Dankbarkeit. Verneinung von: Gestaltungswille. Entwicklungsrichtung: Gestaltungswille.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeGestaltungswille · Dankbarkeit · Undankbarkeit · Passivität

Schwestertugend

Gestaltungs­wille

auch Proaktivität · Pioniergeist

Gemeint ist der Antrieb, Bestehendes weiterzuentwickeln. Hilfreich, weil Dankbarkeit nicht Stillstand bedeutet; wer dankbar ist, kann trotzdem gestalten wollen.

Zielwert

Dankbarkeit

auch Erkenntlichkeit · Dankesgesinnung

Gemeint ist das bewusste Wahrnehmen und Würdigen dessen, was Menschen und Gott schenken. Hilfreich, weil Dank Beziehungen stärkt und Menschen zeigt, dass ihr Beitrag zählt.

Übertreibung des Gestaltungswillens

Undankbarkeit

auch Anspruchsdenken · Unersättlichkeit

Verneinung der Dankbarkeit und zugleich überzogener Gestaltungswille. Grenzwertig, weil sie erschöpft; das Team erlebt, dass keine Leistung je reicht.

Der Weg heraus: Richtung Dankbarkeit

Übertreibung von Dankbarkeit

Passivität

auch Selbstzufriedenheit · Stillstand

Gegenwort zum Gestaltungswillen und zugleich überzogene Dankbarkeit. Grenzwertig, weil falsch verstandene Dankbarkeit Probleme zudeckt („Wir sollten froh sein, dass …“).

Der Weg heraus: Richtung Gestaltungswille

Die ÜbertreibungWann Undankbarkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung des Gestaltungswillens heißt Undankbarkeit (auch: Anspruchsdenken, Unersättlichkeit). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Bildung

Eine Forscherin gibt sich mit einem Ergebnis nicht zufrieden, das ihr Team schon feiert, und verlangt weitere Versuche. Sie will erst dann veröffentlichen, wenn ein Restzweifel ausgeräumt ist. In der Wissenschaft ist diese Unersättlichkeit ein Teil der Sorgfalt.

Medien

Ein Investigativteam deckt einen Missstand auf und erhält viel Lob. Die Ressortleiterin hält sich nicht mit dem Erreichten auf, sondern fragt sofort, wer noch beteiligt war. Bei Machtmissbrauch wäre es zu früh, sich mit einem Teilerfolg zufriedenzugeben.

Woran man den Unterschied erkennt

Unersättlichkeit trägt, wenn die Sache es erfordert – bei Wahrheit, Sicherheit oder Gerechtigkeit – und die Anerkennung der Menschen, die bisher beigetragen haben, nicht unter den Tisch fällt. Sie wird zur Undankbarkeit, sobald nichts mehr gewürdigt wird, jedes Ergebnis als selbstverständlich gilt und der Antrieb nur noch dem eigenen Ehrgeiz dient.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Forschung

Dass Gestaltungswille Dankbarkeit als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

Weitere Quellen zu diesem Wertepaar stehen auf der Seite Dankbarkeit.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    1. Mose 2,15

    Den Garten bebauen und bewahren

    Jeremia 29,7

    „Suchet der Stadt Bestes … und betet für sie zum HERRN.“

    Prediger 11,6

    „Frühe säe deinen Samen und lass deine Hand des Abends nicht ab.“

  2. 1. Jh.
    Neues Testament
    Matthäus 5,13–14

    Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt – gestalten statt zuschauen.

  3. um 200
    Jüdische Auslegung
    Mischna

    Nicht frei, vom Werk abzulassen, Avot 2,16

  4. 2000
    Forschung

    Proaktives Verhalten als eigenes Forschungsfeld: Initiative, die Umstände verändert statt sie hinzunehmen (Crant, 2000)

  5. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Quellen, davon 1 Metaanalyse · 2000–2009
2 Quellendavon 1 Metaanalyse2000–2009 Zeitraum
  1. 2000
    Begriff und Modell

    Proaktives Verhalten heißt, Initiative zu ergreifen, um bestehende Umstände zu verbessern oder neue zu schaffen; bei Führungskräften hing eine proaktive Persönlichkeit damit zusammen, wie charismatisch ihre Vorgesetzten sie erlebten.

    r = .35; Crant, 2000, nach Crant & Bateman, 2000
  2. 2009
    Metaanalyse

    Eine Metaanalyse fand Zusammenhänge proaktiver Persönlichkeit mit Arbeitsleistung, freiwilligem Engagement und Karriereerfolg.

    Fuller & Marler, 2009
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Welcher Missstand ärgert dich seit Langem, ohne dass du etwas tust?
  2. Was willst du in einem Jahr verbessert haben?
  3. Kannst du das Erreichte würdigen, bevor du das Nächste anpackst?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Welche Werte tragen deine Führung?

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Wertewappen

Gestaltungswille im Wappen

Farbe im Wappen: Rot

  • SymbolTöpferscheibe

    Auf der Töpferscheibe formt der Töpfer ein misslungenes Gefäß einfach neu, solange der Ton noch weich ist. Die Töpferscheibe steht für einen Gestaltungswillen, der nicht aufgibt, wenn etwas misslingt, sondern geduldig neu formt.

  • oder als AlternativeSpitze (Heroldsbild)

    Die Spitze ist ein Heroldsbild, das in der Heraldik als Zeichen der Bau- und Ingenieurkunst gilt. Damit zeigst du, dass du planvoll baust, Strukturen entwirfst und Neues entstehen lässt, das trägt.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zum Gestaltungswillen

Was bedeutet Gestaltungswille?

Bestehendes verbessern wollen und Verantwortung für das Morgen übernehmen: Missstände angehen, Neues anstoßen, Chancen ergreifen. Der Ich-Satz dazu: „Ich sehe, was besser werden kann, und packe es an.“

Zu welchem Zielwert gehört Gestaltungswille?

Gestaltungswille ist die Schwestertugend zu Dankbarkeit (20). Zum Zielwert: Gemeint ist das bewusste Wahrnehmen und Würdigen dessen, was Menschen und Gott schenken. Hilfreich, weil Dank Beziehungen stärkt und Menschen zeigt, dass ihr Beitrag zählt.

Was ist die Übertreibung des Gestaltungswillens?

Undankbarkeit (auch: Anspruchsdenken, Unersättlichkeit). Verneinung der Dankbarkeit und zugleich überzogener Gestaltungswille. Grenzwertig, weil sie erschöpft; das Team erlebt, dass keine Leistung je reicht.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Unersättlichkeit trägt, wenn die Sache es erfordert – bei Wahrheit, Sicherheit oder Gerechtigkeit – und die Anerkennung der Menschen, die bisher beigetragen haben, nicht unter den Tisch fällt. Sie wird zur Undankbarkeit, sobald nichts mehr gewürdigt wird, jedes Ergebnis als selbstverständlich gilt und der Antrieb nur noch dem eigenen Ehrgeiz dient.

Was sagt die Forschung zum Gestaltungswillen?

Proaktives Verhalten heißt, Initiative zu ergreifen, um bestehende Umstände zu verbessern oder neue zu schaffen; bei Führungskräften hing eine proaktive Persönlichkeit damit zusammen, wie charismatisch ihre Vorgesetzten sie erlebten (r = .35; Crant, 2000, nach Crant & Bateman, 2000).

Welche Beispiele gibt es für den Gestaltungswillen?

Zum Beispiel: Maria Montessori, Johann Hinrich Wichern.

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