Gaben fallen von oben in eine offene Schale, leuchten golden auf und schicken einen Funken Dank zurück. Schließt sich die volle Schale selbstzufrieden, steht alles still – bis sie sich öffnet und aus dem Empfangenen Neues gebaut wird.
Kurz gesagt
Ein Konzernchef schrieb in zehn Jahren rund 30.000 persönliche Dankesnotizen – und baute zugleich das Unternehmen tiefgreifend um. Dankbarkeit ersetzte bei ihm keine harten Entscheidungen, sie begleitete sie.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Douglas Conant führte die Campbell Soup Company von 2001 bis 2011 als CEO. Das Unternehmen hatte rund 20.000 Beschäftigte. Conant hatte selbst erlebt, wie es ist, schlecht geführt zu werden: „I've had 28 bosses and three were good“, sagte er 2015 in einem Vortrag. Sein Beispiel zeigt, wie Dankbarkeit und Gestaltungswille zusammengehen.
Viele kleine Karten in Reihen, die letzte golden – wie die rund 30.000 Dankesnotizen von Douglas Conant bei Campbell Soup.
01
Jeden Tag Notizen schreiben
Situation
Conant schrieb täglich 10 bis 20 persönliche Dankesnotizen an Menschen, die etwas gut gemacht und damit zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hatten. Auf dem Weg zur Arbeit und zurück ging er durch, was gut gelaufen war. In zehn Jahren kamen so geschätzt mehr als 30.000 Notizen zusammen; die meisten Beschäftigten erhielten mindestens einmal einen persönlichen Dank vom CEO.
Bezug zum Wert
Dankbarkeit wurde bei ihm zur Gewohnheit mit festem Platz im Tag – nicht zur Geste bei besonderen Anlässen. Sie stärkte, so die Darstellung, Vertrauen und Leistung.
02
Danken und umbauen
Situation
Zugleich baute Conant die globale Führungsmannschaft um, ordnete das Produktportfolio neu, kürzte Kosten und investierte gezielt. Das Engagement der Belegschaft stieg in dieser Zeit nach seiner Darstellung von einem der schlechtesten Werte unter den Fortune-500-Unternehmen zu einem der besten. Sein Grundsatz: „The soft stuff is the hard stuff.“
Bezug zum Wert
Dankbarkeit stand nicht gegen Veränderung. Wer anerkennt, was gut läuft, kann auch verlangen, dass sich anderes ändert.
03
Die andere Seite
Die Angaben zum Engagement stammen von Conant selbst bzw. aus seinem Umfeld, nicht aus einer unabhängigen Untersuchung. Und Dank allein hätte das Unternehmen nicht gedreht: Er wirkte zusammen mit harten Entscheidungen, nicht an ihrer Stelle.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Feste GewohnheitPlane täglich Zeit ein, um zu bemerken und zu benennen, was gut gelaufen ist.
02
Konkret dankenEin persönlicher Dank für eine bestimmte Leistung wirkt mehr als allgemeines Lob.
03
Nicht statt, sondern mitDankbarkeit ersetzt keine Entscheidungen – sie macht schwierige Veränderungen tragfähiger.
Lies nach, was hinter Dankbarkeit steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Gestaltungswille.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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