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8Zielwert

Mut

„Ich tue und sage das Richtige, auch wenn es mich etwas kostet.“

Das Richtige tun und sagen, auch wenn es etwas kostet – ohne leichtsinnig zu werden.

Ein goldener Punkt löst sich aus der Gruppe und geht allein ins Dunkle. Stürmt er blind über die Kante, strauchelt er – bis er innehält, ein ruhiger Bogen den Weg abtastet und er Stein für Stein ans Ziel kommt.
Kurz gesagt

Ich tue und sage das Richtige, auch wenn es mich etwas kostet.

Was Mut bedeutetDas Richtige tun und sagen, auch wenn es etwas kostet – ohne leichtsinnig zu werden.

Umfasst auchZivilcourageRisikobereitschaft

Die Wertematrix

Mut im Gleichgewicht

Mut braucht Besonnenheit als Gegengewicht. Zu viel Mut wird zu Unbesonnenheit – der Weg zurück führt über Besonnenheit.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 8

Mut

„Ich tue und sage das Richtige, auch wenn es mich etwas kostet.“

auch Tapferkeit, Courage

Gemeint ist Handeln für eine gute Sache trotz spürbarer Risiken. Hilfreich, weil viele entscheidende Führungshandlungen Mut brauchen: Missstände ansprechen, unbequem entscheiden, Widerspruch nach oben wagen.

In Balance mit: Besonnenheit. Zu viel davon: Unbesonnenheit. Verneint durch: Mutlosigkeit.

Schwestertugend S8

Besonnen­heit

„Ich wäge Risiken ab, bevor ich handle.“

auch Umsicht, Bedacht­s­amkeit

Gemeint ist ruhiges, überlegtes Abwägen von Chancen und Folgen. Hilfreich, weil Mut ohne Besonnenheit Menschen und Organisationen gefährdet.

In Balance mit: Mut. Zu viel davon: Mutlosigkeit. Verneint durch: Unbesonnenheit.

Zur Seite Besonnenheit

Übertreibung von Mut

Un­besonnen­heit

„Ich gehe blind jedes Risiko ein.“

auch Tollkühn­heit, Leichtsinn

Verneinung der Besonnenheit und zugleich überzogener Mut. Grenzwertig, weil Übermut mit fremdem Geld und fremden Existenzen spielt.

Übertreibung von: Mut. Verneinung von: Besonnenheit. Entwicklungsrichtung: Besonnenheit.

Übertreibung von Besonnenheit

Mut­losigkeit

„Ich warte, bis alle Risiken ausgeräumt sind.“

auch Feigheit, Zaudern

Verneinung des Mutes und zugleich überzogene Besonnenheit. Grenzwertig, weil es in der Führung selten Gewissheit gibt; wer zu lange wartet, entscheidet durch Unterlassen.

Übertreibung von: Besonnenheit. Verneinung von: Mut. Entwicklungsrichtung: Mut.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeMut · Besonnenheit · Unbesonnenheit · Mutlosigkeit

Zielwert

Mut

auch Tapferkeit · Courage

Gemeint ist Handeln für eine gute Sache trotz spürbarer Risiken. Hilfreich, weil viele entscheidende Führungshandlungen Mut brauchen: Missstände ansprechen, unbequem entscheiden, Widerspruch nach oben wagen.

Schwestertugend

Besonnenheit

auch Umsicht · Bedachtsamkeit

Gemeint ist ruhiges, überlegtes Abwägen von Chancen und Folgen. Hilfreich, weil Mut ohne Besonnenheit Menschen und Organisationen gefährdet.

Übertreibung von Mut

Unbesonnenheit

auch Tollkühnheit · Leichtsinn

Verneinung der Besonnenheit und zugleich überzogener Mut. Grenzwertig, weil Übermut mit fremdem Geld und fremden Existenzen spielt.

Der Weg heraus: Richtung Besonnenheit

Übertreibung von Besonnenheit

Mutlosigkeit

auch Feigheit · Zaudern

Verneinung des Mutes und zugleich überzogene Besonnenheit. Grenzwertig, weil es in der Führung selten Gewissheit gibt; wer zu lange wartet, entscheidet durch Unterlassen.

Der Weg heraus: Richtung Mut

Die ÜbertreibungWann Unbesonnenheit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung des Mutes heißt Unbesonnenheit (auch: Tollkühnheit, Leichtsinn). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Politik & Staat

Ein Streifenpolizist erreicht als Erster eine Schule, in der ein Angreifer um sich schießt, und geht sofort hinein, statt auf Verstärkung zu warten. Was sonst als leichtsinnig gälte, ist hier richtig: Jede Minute des Wartens kann Leben kosten.

Medien

Eine Reporterin reist in ein Kriegsgebiet, aus dem kaum noch Bilder nach außen dringen, obwohl Kollegen sie für verrückt halten. Sie bereitet sich vor, so gut es geht, und geht doch ein Risiko ein, das kein Plan beseitigt. Ohne Menschen, die das wagen, bliebe schweres Unrecht im Verborgenen.

Woran man den Unterschied erkennt

Wagemut über das Kalkulierbare hinaus trägt, wenn ohne schnelles Handeln Schlimmeres sicher eintritt, der Einsatz anderen dient und man das Risiko vor allem selbst trägt. Er wird zu Leichtsinn und Tollkühnheit, sobald er der eigenen Bestätigung dient, andere ungefragt mit in Gefahr bringt oder Zeit zum Nachdenken da gewesen wäre.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftChina · Altes Testament · Philosophie · Neues Testament · Jüdische Auslegung

Dass Mut Besonnenheit als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 1. Jt. v. Chr.
    China
    Buch der Urkunden

    „tapfer und doch rechtschaffen“

  2. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    5. Mose 20,8

    Der Furchtsame soll heimgehen, damit er nicht auch andere verzagt macht

    Josua 1,9

    „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und freudig seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

    Ester 4,14–16

    Ester riskiert ihr Leben für ihr Volk; vorher fastet sie und lässt für sich beten – Mut und Besonnenheit.

  3. 5. Jh. v. Chr.
    China
    Konfuzius

    Mut ohne Maß wird Aufruhr, Vorsicht ohne Maß Ängstlichkeit, Lunyu 8.2

  4. 4. Jh. v. Chr.
    Philosophie
    Aristoteles

    Tapferkeit zwischen Feigheit und Tollkühnheit, Nikomachische Ethik III

  5. 1. Jh.
    Neues Testament
    Apostelgeschichte 4,19–20

    Petrus und Johannes weigern sich, über das Gesehene zu schweigen.

  6. um 200
    Jüdische Auslegung
    Mischna

    „Wer ist ein Held? Wer seinen Trieb bezwingt“, Avot 4,1

  7. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Furchtsamkeit, Furchtlosigkeit, Tollkühnheit, II-II q. 123–127

  8. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
  9. 2017
    Forschung
    VIA-Charakterstärken

    Zu wenig davon zeigt sich als Feigheit, zu viel als Tollkühnheit (Freidlin et al., 2017).

Die Forschung4 Quellen · 2003–2014
4 Quellen2003–2014 Zeitraum
  1. 2003
    Interviewstudie40 Beschäftigte

    Wie selten Mut im Arbeitsalltag ist, zeigen Interviews mit 40 Beschäftigten: Die meisten hatten schon einmal ein Anliegen gegenüber Vorgesetzten verschwiegen, vor allem aus Angst, negativ abgestempelt zu werden und wichtige Beziehungen zu beschädigen.

    Milliken, Morrison & Hewlin, 2003
  2. 2011
    Datenanalyse

    Hinzu kommen unausgesprochene Faustregeln – etwa den Chef nicht vor anderen bloßzustellen oder nur mit harten Daten und fertigen Lösungen zu kommen –, die Schweigen als vernünftig erscheinen lassen und Selbstzensur am Arbeitsplatz erklären.

    Detert & Edmondson, 2011
  3. 2014
    Datenanalyse

    Eine Auswertung von Mut-Erzählungen Berufstätiger deutet an, warum Menschen das Risiko dennoch eingehen: Mutige Handlungen entstehen oft aus der Spannung zwischen dem, wer man sein will, und dem, wie man gesehen wird – und helfen, diese Lücke zu schließen. Zur Grenze gehört: Die Interview- und Erzählstudien stützen sich auf rückblickende Berichte, nicht auf beobachtetes Verhalten.

    Koerner, 2014
  4. –
    Essay

    Ergänzend (Essay): Detert beschreibt Mut am Arbeitsplatz als erlernbare Fähigkeit, die sich in kleinen Schritten üben lässt.

    Darden Ideas to Action
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Welches Gespräch vermeidest du gerade aus Angst?
  2. Wo warst du zuletzt übermütig?
  3. Was wäre die mutigste Sache, die du diese Woche tun könntest?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Wertewappen

Mut im Wappen

Farbe im Wappen: Rot

  • SymbolLöwenkopf

    Der Löwe gilt in der Heraldik als Sinnbild eines Mutes, der nicht stirbt, und von vorn gezeigt blickt er seinem Gegenüber direkt ins Gesicht. Wählst du ihn, begegnest du Konflikten offen, statt ihnen auszuweichen.

  • oder als AlternativeGreif

    Halb Adler und halb Löwe, verbindet der Greif Stärke mit Wachsamkeit und gilt als tapferer Kämpfer, der lieber stirbt, als sich gefangen zu geben. Er steht für einen Mut, der wach bleibt und sich nicht vereinnahmen lässt.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Mut

Was bedeutet Mut?

Das Richtige tun und sagen, auch wenn es etwas kostet – ohne leichtsinnig zu werden. Der Ich-Satz dazu: „Ich tue und sage das Richtige, auch wenn es mich etwas kostet.“

Was ist die Schwestertugend von Mut?

Besonnenheit (S8). Gemeint ist ruhiges, überlegtes Abwägen von Chancen und Folgen. Hilfreich, weil Mut ohne Besonnenheit Menschen und Organisationen gefährdet.

Was ist die Übertreibung von Mut?

Unbesonnenheit (auch: Tollkühnheit, Leichtsinn). Verneinung der Besonnenheit und zugleich überzogener Mut. Grenzwertig, weil Übermut mit fremdem Geld und fremden Existenzen spielt.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Wagemut über das Kalkulierbare hinaus trägt, wenn ohne schnelles Handeln Schlimmeres sicher eintritt, der Einsatz anderen dient und man das Risiko vor allem selbst trägt. Er wird zu Leichtsinn und Tollkühnheit, sobald er der eigenen Bestätigung dient, andere ungefragt mit in Gefahr bringt oder Zeit zum Nachdenken da gewesen wäre.

Was sagt die Forschung zu Mut?

Wie selten Mut im Arbeitsalltag ist, zeigen Interviews mit 40 Beschäftigten: Die meisten hatten schon einmal ein Anliegen gegenüber Vorgesetzten verschwiegen, vor allem aus Angst, negativ abgestempelt zu werden und wichtige Beziehungen zu beschädigen (Milliken, Morrison & Hewlin, 2003).

Welche Beispiele gibt es für Mut?

Zum Beispiel: Dietrich Bonhoeffer, Katharine Graham (Washington Post).

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