Werte
Blog
  1. Start
  2. Werte
  3. Lernbereitschaft
15Zielwert

Lern­bereit­schaft

„Ich lerne ständig dazu und lasse mich korrigieren.“

Belehrbar bleiben: Neues lernen, Feedback suchen und sich korrigieren lassen – auch von Jüngeren und Geführten.

Eine offene goldene Krone nimmt Lichter aus allen Richtungen auf und wächst um einen neuen Ring. Ohne Wurzeln wirft sie jeder Windstoß hin und her – bis Wurzeln in den Boden wachsen und sie aufrecht steht, offen wie zuvor.
Kurz gesagt

Ich lerne ständig dazu und lasse mich korrigieren.

Was Lernbereitschaft bedeutetBelehrbar bleiben: Neues lernen, Feedback suchen und sich korrigieren lassen – auch von Jüngeren und Geführten.

Umfasst auchBildungWachstumsorientierungSelbsterneuerung

Die Wertematrix

Lernbereitschaft im Gleichgewicht

Lernbereitschaft braucht Standfestigkeit als Gegengewicht. Zu viel Lernbereitschaft wird zu Unbeständigkeit – der Weg zurück führt über Standfestigkeit.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 15

Lern­bereitschaft

„Ich lerne ständig dazu und lasse mich korrigieren.“

auch Lern­fähigkeit, Lernwille

Gemeint ist Belehrbarkeit – auch durch Jüngere und Geführte. Hilfreich, weil sich Märkte, Technik und Menschen ständig ändern und eine lernende Führungskraft Lernen im Team normal macht.

In Balance mit: Standfestigkeit. Zu viel davon: Unbeständigkeit. Verneint durch: Unbelehrbarkeit.

Schwestertugend S15

Standfestig­keit

„Ich stehe zu dem, was sich bewährt hat und wovon ich überzeugt bin.“

auch Rückgrat, Un­erschütter­lichkeit

Gemeint ist das Festhalten an Erfahrung und Überzeugung, auch gegen Trends. Hilfreich, weil eine Führungskraft, die jedem neuen Impuls folgt, keine Orientierung gibt.

In Balance mit: Lernbereitschaft. Zu viel davon: Unbelehrbarkeit. Verneint durch: Unbeständigkeit.

Zur Seite Standfestigkeit

Übertreibung von Lernbereitschaft

Un­be­ständigkeit

„Ich übernehme jede neue Methode und jeden Rat.“

auch Wankelmut, Beeinfluss­barkeit

Verneinung der Standfestigkeit und zugleich überzogene Lernbereitschaft. Grenzwertig, weil ständige Kurswechsel das Team erschöpfen und Lernen zur Flucht vor Entscheidungen wird.

Übertreibung von: Lernbereitschaft. Verneinung von: Standfestigkeit. Entwicklungsrichtung: Standfestigkeit.

Übertreibung von Standfestigkeit

Un­belehr­barkeit

„Ich weiß schon alles und brauche keinen Rat.“

auch Besserwisserei, Erfahrungs­dogma­tismus

Verneinung der Lernbereitschaft und zugleich überzogene Standfestigkeit. Grenzwertig, weil sie Innovation blockiert und Mitarbeitende entmutigt, Ideen einzubringen.

Übertreibung von: Standfestigkeit. Verneinung von: Lernbereitschaft. Entwicklungsrichtung: Lernbereitschaft.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeLernbereitschaft · Standfestigkeit · Unbeständigkeit · Unbelehrbarkeit

Zielwert

Lern­bereit­schaft

auch Lernfähigkeit · Lernwille

Gemeint ist Belehrbarkeit – auch durch Jüngere und Geführte. Hilfreich, weil sich Märkte, Technik und Menschen ständig ändern und eine lernende Führungskraft Lernen im Team normal macht.

Schwestertugend

Stand­festig­keit

auch Rückgrat · Unerschütterlichkeit

Gemeint ist das Festhalten an Erfahrung und Überzeugung, auch gegen Trends. Hilfreich, weil eine Führungskraft, die jedem neuen Impuls folgt, keine Orientierung gibt.

Übertreibung von Lernbereitschaft

Unbeständigkeit

auch Wankelmut · Beeinflussbarkeit

Verneinung der Standfestigkeit und zugleich überzogene Lernbereitschaft. Grenzwertig, weil ständige Kurswechsel das Team erschöpfen und Lernen zur Flucht vor Entscheidungen wird.

Der Weg heraus: Richtung Standfestigkeit

Übertreibung von Standfestigkeit

Unbelehrbarkeit

auch Besserwisserei · Erfahrungsdogmatismus

Verneinung der Lernbereitschaft und zugleich überzogene Standfestigkeit. Grenzwertig, weil sie Innovation blockiert und Mitarbeitende entmutigt, Ideen einzubringen.

Der Weg heraus: Richtung Lernbereitschaft

Die ÜbertreibungWann Unbeständigkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Lernbereitschaft heißt Unbeständigkeit (auch: Wankelmut, Beeinflussbarkeit). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Bildung

In einem jungen Forschungsfeld ändert eine Professorin ihre Lehrmeinung mehrmals innerhalb eines Semesters, weil laufend neue Ergebnisse erscheinen. Was nach Wankelmut aussieht, ist hier Redlichkeit: Sie folgt den Daten, nicht ihrem früheren Standpunkt.

Politik & Staat

Ein Krisenstab passt seine Anweisungen in einer sich rasch entwickelnden Lage mehrmals am Tag an, jeweils nach dem neuesten Lagebild. Wer an der Entscheidung vom Morgen festhält, nur um beständig zu wirken, gefährdet Menschen.

Woran man den Unterschied erkennt

Häufiges Umschwenken trägt, wenn die Lage sich tatsächlich schnell ändert, neue Erkenntnisse den Wechsel begründen und jede Änderung offen erklärt wird. Es schadet, sobald man sich nach dem Lautesten im Raum richtet statt nach Gründen und niemand mehr weiß, was gilt.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftChina · Altes Testament · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Christliche Tradition

Dass Lernbereitschaft Standfestigkeit als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 1. Jt. v. Chr.
    China
    Buch der Urkunden

    „fügsam und doch kühn“

  2. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Sprüche 9,9

    „Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.“

    Sprüche 12,1

    „Wer sich gern lässt strafen, der wird klug werden.“ – Strafen meint hier: zurechtweisen.

  3. 5. Jh. v. Chr.
    China
    Konfuzius

    Lernen als Ausgleich aller Tugenden, Lunyu 17.8

  4. 1. Jh.
    Neues Testament
    Apostelgeschichte 18,24–26

    Der redegewandte Apollos lässt sich von Priszilla und Aquila den Weg Gottes noch genauer erklären.

  5. um 200
    Jüdische Auslegung
    Mischna

    „Wer ist weise? Wer von jedem Menschen lernt“, Avot 4,1; „Der Schüchterne lernt nicht, der Ungeduldige lehrt nicht“, Avot 2,5; vier Schülertypen – das Sieb lässt den Staub hinaus und behält das feine Mehl, Avot 5,15

  6. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    „Von meinen Schülern mehr als von allen“, Taanit 7a

  7. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Beharrlichkeit gegen Weichlichkeit und Halsstarrigkeit, II-II q. 137–138

  8. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
  9. 2017
    Forschung
    VIA-Stärke Lernfreude

    Zu wenig davon zeigt sich als Selbstgefälligkeit, zu viel als Besserwisserei (Freidlin et al., 2017).

Die Forschung2 Studien, davon 1 Metaanalyse · 2002–2022
2 Studiendavon 1 Metaanalyse2002–2022 Zeitraum
  1. 2022
    Metaanalyse

    Belehrbarkeit („teachability“) ist eine der drei Kernkomponenten demütiger Führung nach Owens, Johnson & Mitchell (2013); die Metaanalyse von 2022 verbindet demütige Führung mit mehr Engagement, Vertrauen, Kreativität und Leistung.

    Luo et al., 2022
  2. 2002
    Studier = .24

    Offenheit für Erfahrungen hängt zudem mit r = .24 mit Führung zusammen.

    Judge et al., 2002
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Was hast du in den letzten drei Monaten wirklich Neues gelernt?
  2. Von wem in deinem Team könntest du lernen?
  3. Welcher neuen Methode bist du zuletzt gefolgt, ohne zu prüfen, ob sie zu euch passt?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

Wertecheck

Welche Werte tragen deine Führung?

In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.

Wertecheck starten
Wertewappen

Lernbereitschaft im Wappen

Farbe im Wappen: Blau

  • SymbolOffenes Buch

    In der Heraldik steht das offene Buch für Gelehrsamkeit, Bildung und die Freude am Wissen. Dein Wappen sagt damit, dass du dir Wissen aktiv erschließt und nie aufhörst, dazuzulernen.

  • oder als AlternativeLeeres Gefäß

    Nur ein leeres Gefäß kann gefüllt werden – was schon randvoll ist, nimmt nichts Neues mehr auf. Wählst du es, zeigt dein Wappen, dass du Raum für Neues lässt und dir von anderen etwas schenken lassen kannst.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Lernbereitschaft

Was bedeutet Lernbereitschaft?

Belehrbar bleiben: Neues lernen, Feedback suchen und sich korrigieren lassen – auch von Jüngeren und Geführten. Der Ich-Satz dazu: „Ich lerne ständig dazu und lasse mich korrigieren.“

Was ist die Schwestertugend von Lernbereitschaft?

Standfestigkeit (S15). Gemeint ist das Festhalten an Erfahrung und Überzeugung, auch gegen Trends. Hilfreich, weil eine Führungskraft, die jedem neuen Impuls folgt, keine Orientierung gibt.

Was ist die Übertreibung von Lernbereitschaft?

Unbeständigkeit (auch: Wankelmut, Beeinflussbarkeit). Verneinung der Standfestigkeit und zugleich überzogene Lernbereitschaft. Grenzwertig, weil ständige Kurswechsel das Team erschöpfen und Lernen zur Flucht vor Entscheidungen wird.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Häufiges Umschwenken trägt, wenn die Lage sich tatsächlich schnell ändert, neue Erkenntnisse den Wechsel begründen und jede Änderung offen erklärt wird. Es schadet, sobald man sich nach dem Lautesten im Raum richtet statt nach Gründen und niemand mehr weiß, was gilt.

Was sagt die Forschung zu Lernbereitschaft?

Belehrbarkeit („teachability“) ist eine der drei Kernkomponenten demütiger Führung nach Owens, Johnson & Mitchell (2013); die Metaanalyse von 2022 verbindet demütige Führung mit mehr Engagement, Vertrauen, Kreativität und Leistung (Luo et al., 2022). Offenheit für Erfahrungen hängt zudem mit r = .24 mit Führung zusammen (Judge et al., 2002).

Welche Beispiele gibt es für Lernbereitschaft?

Zum Beispiel: Satya Nadella (Microsoft).

Dein nächster Schritt

Werte leben – gemeinsam mit WEGVISOR

Lesen verändert das Denken. Anwenden verändert die Ergebnisse. Wähle, wie du weitermachen möchtest.

Platz in der Leadership Group anfragen

Wir melden uns mit den nächsten Terminen und allen Details.

Du kommst von: Lernbereitschaft (15).