Standfestigkeit im Gleichgewicht
Standfestigkeit braucht Lernbereitschaft als Gegengewicht. Zu viel Standfestigkeit wird zu Unbelehrbarkeit – der Weg zurück führt über Lernbereitschaft.
Begriffe erklärt
Schwestertugend S15
Standfestigkeit
„Ich stehe zu dem, was sich bewährt hat und wovon ich überzeugt bin.“
auch Rückgrat, Unerschütterlichkeit
Gemeint ist das Festhalten an Erfahrung und Überzeugung, auch gegen Trends. Hilfreich, weil eine Führungskraft, die jedem neuen Impuls folgt, keine Orientierung gibt.
In Balance mit: Lernbereitschaft. Zu viel davon: Unbelehrbarkeit. Verneint durch: Unbeständigkeit.
Zielwert 15
Lernbereitschaft
„Ich lerne ständig dazu und lasse mich korrigieren.“
auch Lernfähigkeit, Lernwille
Gemeint ist Belehrbarkeit – auch durch Jüngere und Geführte. Hilfreich, weil sich Märkte, Technik und Menschen ständig ändern und eine lernende Führungskraft Lernen im Team normal macht.
In Balance mit: Standfestigkeit. Zu viel davon: Unbeständigkeit. Verneint durch: Unbelehrbarkeit.
Zur Seite LernbereitschaftÜbertreibung von Standfestigkeit
Unbelehrbarkeit
„Ich weiß schon alles und brauche keinen Rat.“
auch Besserwisserei, Erfahrungsdogmatismus
Verneinung der Lernbereitschaft und zugleich überzogene Standfestigkeit. Grenzwertig, weil sie Innovation blockiert und Mitarbeitende entmutigt, Ideen einzubringen.
Übertreibung von: Standfestigkeit. Verneinung von: Lernbereitschaft. Entwicklungsrichtung: Lernbereitschaft.
Übertreibung von Lernbereitschaft
Unbeständigkeit
„Ich übernehme jede neue Methode und jeden Rat.“
auch Wankelmut, Beeinflussbarkeit
Verneinung der Standfestigkeit und zugleich überzogene Lernbereitschaft. Grenzwertig, weil ständige Kurswechsel das Team erschöpfen und Lernen zur Flucht vor Entscheidungen wird.
Übertreibung von: Lernbereitschaft. Verneinung von: Standfestigkeit. Entwicklungsrichtung: Standfestigkeit.
Die Wertematrix im Detail
Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.
Die BegriffeStandfestigkeit · Lernbereitschaft · Unbelehrbarkeit · Unbeständigkeit
Schwestertugend
Standfestigkeit
auch Rückgrat · Unerschütterlichkeit
Gemeint ist das Festhalten an Erfahrung und Überzeugung, auch gegen Trends. Hilfreich, weil eine Führungskraft, die jedem neuen Impuls folgt, keine Orientierung gibt.
Zielwert
Lernbereitschaft
auch Lernfähigkeit · Lernwille
Gemeint ist Belehrbarkeit – auch durch Jüngere und Geführte. Hilfreich, weil sich Märkte, Technik und Menschen ständig ändern und eine lernende Führungskraft Lernen im Team normal macht.
Übertreibung von Standfestigkeit
Unbelehrbarkeit
auch Besserwisserei · Erfahrungsdogmatismus
Verneinung der Lernbereitschaft und zugleich überzogene Standfestigkeit. Grenzwertig, weil sie Innovation blockiert und Mitarbeitende entmutigt, Ideen einzubringen.
Der Weg heraus: Richtung Lernbereitschaft
Übertreibung von Lernbereitschaft
Unbeständigkeit
auch Wankelmut · Beeinflussbarkeit
Verneinung der Standfestigkeit und zugleich überzogene Lernbereitschaft. Grenzwertig, weil ständige Kurswechsel das Team erschöpfen und Lernen zur Flucht vor Entscheidungen wird.
Der Weg heraus: Richtung Standfestigkeit
Die ÜbertreibungWann Unbelehrbarkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt
Die Übertreibung der Standfestigkeit heißt Unbelehrbarkeit (auch: Besserwisserei, Erfahrungsdogmatismus). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:
Eine Chefredakteurin hält an einer gründlich geprüften Recherche fest, obwohl Anwälte, Anzeigenkunden und empörte Leser sie zum Einlenken drängen. Wenn die Fakten belastbar sind, ist Unbeeindruckbarkeit gegenüber Druck kein Starrsinn, sondern Pflicht.
Ein erfahrener Bauleiter lässt sich von einem Gutachter, der nur die Theorie kennt, nicht davon abbringen, ein Gerüst wegen eines bestimmten Warnzeichens sperren zu lassen. Er kann es nicht in jedem Detail begründen, aber er hat genau dieses Zeichen schon einmal vor einem Unglück gesehen.
Unbeirrbarkeit trägt, wenn es um Sicherheit oder Wahrheit geht, die eigene Position gründlich geprüft ist und der Druck von Interessen statt von Argumenten kommt. Sie wird zur Unbelehrbarkeit, sobald neue Fakten nicht mehr angehört werden oder Erfahrung nur noch das eigene Recht schützen soll.
Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Christliche Tradition
Dass Standfestigkeit Lernbereitschaft als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.
Weitere Quellen zu diesem Wertepaar stehen auf der Seite Lernbereitschaft.
- 10.–2. Jh. v. Chr.Altes TestamentDaniel 3,16–18
Die drei Freunde Daniels weigern sich, das goldene Bild anzubeten: Selbst wenn Gott sie nicht rettet, beugen sie sich nicht.
- 5. Jh. v. Chr.ChinaKonfuzius
Der Edle ist harmonisch, aber nicht gleichförmig, Lunyu 13.23
- 1. Jh.Neues TestamentApostelgeschichte 5,29
„Man muss Gott mehr gehorchen denn den Menschen.“
Epheser 4,14„auf dass wir nicht mehr Kinder seien und uns bewegen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre“ – Standfestigkeit als Zeichen von Reife.
- um 200Jüdische AuslegungMischna
Der gute Schüler gleicht einem Sieb, das den Staub hinauslässt und das feine Mehl behält – er prüft und bewahrt das Bewährte, Avot 5,15
- 13. Jh.Christliche TraditionThomas von Aquin
Beharrlichkeit zwischen Weichlichkeit und Halsstarrigkeit, II-II q. 137–138
- 1926–2016WertematrixHartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISORZur Geschichte der Wertematrix
Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.
Die Forschung2 Studien · 1956–2017
- 2017
Wechselhaft faire Behandlung durch Vorgesetzte verursachte in einer Labor- und einer Feldstudie mehr Stress als durchgehend faire – und sogar mehr als durchgehend unfaire. Berechenbarkeit ist selbst ein Wert.
Matta et al., 2017 - 1956
Aschs Konformitätsexperimente zeigen, wie schwer Standfestigkeit fällt: Allein gegen eine einstimmige, offensichtlich falsch urteilende Gruppe gaben Versuchspersonen in gut einem Drittel der Fälle nach; nur ein Viertel blieb durchgehend unabhängig.
Asch, 1956
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
- Wofür stehst du, auch wenn es unpopulär wird?
- Wann hast du zuletzt nachgegeben, nur weil alle anderer Meinung waren?
- Woran unterscheidest du Standfestigkeit von Sturheit?
Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.
So sieht Standfestigkeit in der Praxis aus
Muhammad Ali
Ein Boxweltmeister verweigert den Kriegsdienst und verliert dafür Titel, Lizenz und dreieinhalb Jahre seiner Karriere. Vier Jahre später hebt der Oberste Gerichtshof seine Verurteilung auf.
Clemens August Graf von Galen
Mitten im Krieg erhebt ein Bischof von der Kanzel Anklage gegen die Tötung von Kranken und Menschen mit Behinderung. Die Predigt verbreitet sich weit, das Regime unterbricht die Mordaktion.
Edward R. Murrow (CBS)
1954 widmet ein Fernsehjournalist eine halbe Stunde einem Senator, vor dem viele zurückschrecken – und lässt ihn sich selbst widersprechen.
Welche Werte tragen deine Führung?
In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.
Wertecheck startenStandfestigkeit im Wappen
Farbe im Wappen: Schwarz
- SymbolEiche
Die Eiche gilt seit jeher als Baum der Stärke und Ausdauer, tief verwurzelt und von Stürmen kaum zu fällen. Sie steht für dich, wenn du in schwierigen Zeiten verlässlich bleibst und anderen aus tiefen Wurzeln Halt gibst.
- oder als AlternativeTurm
Ein Turm verkörpert Festigkeit und Wehrhaftigkeit und bietet Schutz, wenn ringsum Gefahr droht. Damit zeigst du, dass dein Halt auf festem Grund ruht und andere bei dir Schutz finden.
Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.
Wertewappen erstellenGrundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung