Wissen, Erfahrung und Sichtweisen strömen von allen Seiten zusammen und verdichten sich zu einem goldenen Urteil, das einen klaren Weg weist. Wird immer weiter gedacht, verknäult sich alles zu einem Geflecht und der Weg verschwindet – bis sich das Wesentliche in eine schlichte Reihe ordnet.
Kurz gesagt
Ein Investor erklärt Studierenden, warum isoliertes Faktenwissen nicht reicht. Weisheit heißt bei ihm, viele Perspektiven zu verbinden, statt jedes Problem mit dem einen Werkzeug zu bearbeiten, das man gerade zur Hand hat.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
1994 sprach Charlie Munger, Investor bei Berkshire Hathaway, an der Business School der University of Southern California (USC). Sein Vortrag „A Lesson on Elementary, Worldly Wisdom“ wurde berühmt. Darin beschrieb er, was er unter Lebensklugheit versteht: nicht die Menge an Wissen, sondern die Art, wie man es ordnet.
Ein räumliches Gitterwerk aus Knoten, in der Mitte ein goldener – wie Charlie Mungers Gitterwerk aus Denkmodellen.
01
Modelle statt Faktensammlung
Situation
Munger warnte: „You can't really know anything if you just remember isolated facts and try and bang 'em back.“ Stattdessen gelte: „You've got to have models in your head. And you've got to array your experience – both vicarious and direct – on this latticework of models.“ Erfahrung, eigene wie fremde, solle man an ein Gitterwerk von Modellen im Kopf hängen.
Bezug zum Wert
Weisheit ist hier nicht Gelehrsamkeit, sondern die Fähigkeit zum guten Urteil: die Fähigkeit, Erfahrungen so zu ordnen, dass sie bei neuen Fragen weiterhelfen.
02
Viele Werkzeuge statt eines Hammers
Situation
Munger zog Modelle aus Mathematik, Rechnungswesen, Ingenieurwesen, Physik, Biologie, Psychologie und Mikroökonomie heran. Er zitierte das alte Sprichwort: „To the man with only a hammer, every problem looks like a nail.“
Bezug zum Wert
Wer nur eine Disziplin beherrscht, sieht überall dasselbe Problem. Weise Entscheidungen entstehen, wenn man eine Lage aus mehreren Blickwinkeln prüft.
03
Die andere Seite
Munger setzte selbst eine Grenze: „80 or 90 important models will carry about 90% of the freight in making you a worldly-wise person.“ Weisheit wächst nicht dadurch, dass man immer mehr Theorien anhäuft – sie braucht die Einfachheit, sich auf die tragenden Modelle zu beschränken.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Ordne dein WissenFrag dich bei neuen Erfahrungen, welches Grundmuster dahintersteckt.
02
Leih dir Werkzeuge aus anderen FächernEin Blick aus Psychologie oder Biologie kann ein Führungsproblem neu beleuchten.
03
Konzentrier dich auf das WesentlicheWenige gut verstandene Modelle bringen dich weiter als viele halb verstandene.
Lies nach, was hinter Weisheit steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Einfachheit.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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