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25Zielwert

Weisheit

„Ich wende Wissen und Erfahrung gut und zur rechten Zeit an.“

Wissen, Erfahrung und Werte so verbinden, dass im richtigen Moment ein gutes Urteil entsteht – mit Blick auf die Folgen, auf andere Perspektiven und auf die Grenzen des eigenen Wissens.

Wissen, Erfahrung und Sichtweisen strömen von allen Seiten zusammen und verdichten sich zu einem goldenen Urteil, das einen klaren Weg weist. Wird immer weiter gedacht, verknäult sich alles zu einem Geflecht und der Weg verschwindet – bis sich das Wesentliche in eine schlichte Reihe ordnet.
Kurz gesagt

Ich wende Wissen und Erfahrung gut und zur rechten Zeit an.

Was Weisheit bedeutetWissen, Erfahrung und Werte so verbinden, dass im richtigen Moment ein gutes Urteil entsteht – mit Blick auf die Folgen, auf andere Perspektiven und auf die Grenzen des eigenen Wissens.

Umfasst auchLebenserfahrungWissen

Die Wertematrix

Weisheit im Gleichgewicht

Weisheit braucht Einfachheit als Gegengewicht. Zu viel Weisheit wird zu Kompliziertheit – der Weg zurück führt über Einfachheit.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 25

Weisheit

„Ich wende Wissen und Erfahrung gut und zur rechten Zeit an.“

auch Lebensklug­heit, Einsicht

Gemeint ist ein Urteil, das Sachkenntnis, Lebenserfahrung und Werte verbindet. Hilfreich, weil gute Führung mehr verlangt als Fachwissen: das Richtige im richtigen Moment.

In Balance mit: Einfachheit. Zu viel davon: Kompliziertheit. Verneint durch: Torheit.

Schwestertugend S25

Einfachheit

„Ich mache Komplexes verständlich und tue das Naheliegende.“

auch Schlicht­heit, Verständ­lichkeit

Gemeint ist die Kunst, Dinge auf das Wesentliche zu bringen. Hilfreich, weil Weisheit, die niemand versteht, niemandem nützt.

In Balance mit: Weisheit. Zu viel davon: Torheit. Verneint durch: Kompliziertheit.

Zur Seite Einfachheit

Übertreibung von Weisheit

Kompliziert­heit

„Es ist alles viel komplexer, als ihr denkt.“

auch Verkopft­heit, Umständ­lichkeit

Gegenwort zur Einfachheit und zugleich überzogene Weisheit. Grenzwertig, weil Nachdenken zum Selbstzweck wird und Entscheidungen ausbleiben.

Übertreibung von: Weisheit. Verneinung von: Einfachheit. Entwicklungsrichtung: Einfachheit.

Übertreibung von Einfachheit

Torheit

„Es ist doch ganz einfach.“

auch Simplifizie­rung, Naivität

Das klassische, auch biblische Gegenwort zur Weisheit und zugleich überzogene Einfachheit. Grenzwertig, weil einfache Antworten auf schwierige Fragen teure Fehler erzeugen.

Übertreibung von: Einfachheit. Verneinung von: Weisheit. Entwicklungsrichtung: Weisheit.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeWeisheit · Einfachheit · Kompliziertheit · Torheit

Zielwert

Weisheit

auch Lebensklugheit · Einsicht

Gemeint ist ein Urteil, das Sachkenntnis, Lebenserfahrung und Werte verbindet. Hilfreich, weil gute Führung mehr verlangt als Fachwissen: das Richtige im richtigen Moment.

Schwestertugend

Einfachheit

auch Schlichtheit · Verständlichkeit

Gemeint ist die Kunst, Dinge auf das Wesentliche zu bringen. Hilfreich, weil Weisheit, die niemand versteht, niemandem nützt.

Übertreibung von Weisheit

Kompliziertheit

auch Verkopftheit · Umständlichkeit

Gegenwort zur Einfachheit und zugleich überzogene Weisheit. Grenzwertig, weil Nachdenken zum Selbstzweck wird und Entscheidungen ausbleiben.

Der Weg heraus: Richtung Einfachheit

Übertreibung von Einfachheit

Torheit

auch Simplifizierung · Naivität

Das klassische, auch biblische Gegenwort zur Weisheit und zugleich überzogene Einfachheit. Grenzwertig, weil einfache Antworten auf schwierige Fragen teure Fehler erzeugen.

Der Weg heraus: Richtung Weisheit

Die ÜbertreibungWann Kompliziertheit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Weisheit heißt Kompliziertheit (auch: Verkopftheit, Umständlichkeit). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Bildung

Eine Ethikkommission prüft einen Forschungsantrag mit Menschen in Grenzsituationen. Sie lässt sich Zeit, holt mehrere Stellungnahmen ein und diskutiert scheinbar Nebensächliches ausführlich. Wo die Würde verletzlicher Menschen berührt ist, ist Umständlichkeit Sorgfalt.

Politik & Staat

Ein Landtag lässt ein Gesetz, das tief in Grundrechte eingreift, durch mehrere Anhörungen und Lesungen gehen, obwohl die Regierung auf Tempo drängt. Die Verfahren sind umständlich, weil hier vorschnelle Lösungen großen Schaden anrichten können.

Woran man den Unterschied erkennt

Kompliziertheit trägt, wenn die Lage wirklich vielschichtig ist, Entscheidungen weitreichend oder kaum umkehrbar sind und Gründlichkeit Schaden verhindert. Sie wird zum Problem, sobald sie Entscheidungen nur noch hinauszögert, Betroffene ausschließt oder Verkopftheit dazu dient, Verantwortung zu meiden.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · Philosophie · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Christliche Tradition

Dass Weisheit Einfachheit als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    1. Könige 3,9

    Salomo bittet nicht um Reichtum, sondern um „ein gehorsames Herz“, um das Volk zu richten und zu verstehen, „was gut und böse ist“.

    Prediger 7,16

    „Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, dass du dich nicht verderbest“ – auch Weisheit kann man übertreiben.

  2. 4. Jh. v. Chr.
    Philosophie
    Aristoteles

    Die praktische Klugheit, phronesis, erkennt im Einzelfall, was zu tun ist, und unterscheidet sich vom bloßen Fachwissen, Nikomachische Ethik VI

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    Jesus

    Beide Pole in einem Satz: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben“, Matthäus 10,16

    Jakobus 3,17

    „Die Weisheit von obenher ist auf’s erste keusch, darnach friedsam, gelinde, lässt sich sagen“ – Weisheit zeigt sich auch darin, sich etwas sagen zu lassen.

  4. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    „Wer ist weise? Wer sieht, was entstehen wird“ – wer die Folgen bedenkt, Tamid 32a

  5. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Die Weisheit urteilt aus den höchsten Gründen, ihr Gegenteil ist die Torheit, II-II q. 45 und q. 46

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
  7. 2017
    Forschung
    VIA-Forschung

    Auch für die Charakterstärke „Perspektive“ gibt es Unter- und Übergebrauch, Freidlin, Littman-Ovadia & Niemiec, 2017.

Die Forschung2 Studien · 2000–2014
2 Studien2000–2014 Zeitraum
  1. 2000
    Studie

    Nach dem Berliner Weisheitsparadigma ist Weisheit Expertenwissen über die grundlegenden Fragen des Lebens – sie ist selten, wächst nicht automatisch mit dem Alter und hängt von Lebenserfahrung und Persönlichkeit ab.

    Baltes & Staudinger, 2000
  2. 2014
    Experiment693 Teilnehmende

    In drei Experimenten mit 693 Teilnehmenden urteilten Menschen über die Konflikte anderer weiser als über ihre eigenen – das „Salomo-Paradox“; wer den eigenen Konflikt bewusst aus der Distanz betrachtete, glich diesen Nachteil aus.

    Grossmann & Kross, 2014
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Bei welcher Entscheidung hast du zuletzt wirklich die Folgen für die nächsten Jahre bedacht – und nicht nur für das nächste Quartal?
  2. Wessen Perspektive fehlt dir gerade?
  3. Und wann hast du zuletzt einen Rat angenommen, der dir zunächst nicht gefiel?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Wertewappen

Weisheit im Wappen

Farbe im Wappen: Blau

  • SymbolEule

    Die Eule sieht auch im Dunkeln und gilt seit der Antike als Sinnbild für Wachsamkeit und scharfen Verstand. Mit ihr steht dein Wappen für eine Weisheit, die genau hinschaut, nachdenkt und erst dann urteilt.

  • oder als AlternativeSchlange

    Die Schlange gilt seit alters als Sinnbild der Klugheit – aufmerksam, vorsichtig und mit feinem Gespür für ihre Umgebung. Sie zeigt, dass deine Weisheit lebensklug ist, Menschen und Lagen realistisch einschätzt und dabei redlich bleibt.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

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Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Weisheit

Was bedeutet Weisheit?

Wissen, Erfahrung und Werte so verbinden, dass im richtigen Moment ein gutes Urteil entsteht – mit Blick auf die Folgen, auf andere Perspektiven und auf die Grenzen des eigenen Wissens. Der Ich-Satz dazu: „Ich wende Wissen und Erfahrung gut und zur rechten Zeit an.“

Was ist die Schwestertugend von Weisheit?

Einfachheit (S25). Gemeint ist die Kunst, Dinge auf das Wesentliche zu bringen. Hilfreich, weil Weisheit, die niemand versteht, niemandem nützt.

Was ist die Übertreibung von Weisheit?

Kompliziertheit (auch: Verkopftheit, Umständlichkeit). Gegenwort zur Einfachheit und zugleich überzogene Weisheit. Grenzwertig, weil Nachdenken zum Selbstzweck wird und Entscheidungen ausbleiben.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Kompliziertheit trägt, wenn die Lage wirklich vielschichtig ist, Entscheidungen weitreichend oder kaum umkehrbar sind und Gründlichkeit Schaden verhindert. Sie wird zum Problem, sobald sie Entscheidungen nur noch hinauszögert, Betroffene ausschließt oder Verkopftheit dazu dient, Verantwortung zu meiden.

Was sagt die Forschung zu Weisheit?

Nach dem Berliner Weisheitsparadigma ist Weisheit Expertenwissen über die grundlegenden Fragen des Lebens – sie ist selten, wächst nicht automatisch mit dem Alter und hängt von Lebenserfahrung und Persönlichkeit ab (Baltes & Staudinger, 2000).

Welche Beispiele gibt es für Weisheit?

Zum Beispiel: John F. Kennedy (Kubakrise 1962), Charlie Munger (Berkshire Hathaway).

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