Eine starre, zitternde Gruppe; ein goldener Punkt hüpft herein, steckt einen nach dem anderen an, die Spannung löst sich und alle rücken näher. Wird das Hüpfen übermütig und kreist um einen Kleinen, der darunter verschwindet, sammelt ein ruhiger Boden alle und holt ihn wieder in die Mitte.
Kurz gesagt
Nach den Schüssen auf ihn im März 1981 scherzte US-Präsident Ronald Reagan mit seiner Frau und den Chirurgen. Das zeigt, wie Humor in einer lebensgefährlichen Lage Haltung ausdrücken kann – ohne den Ernst kleinzureden.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Ronald Reagan war seit Januar 1981 Präsident der USA. Am 30. März 1981 hatte er im Washington Hilton in der Hauptstadt vor einer Gewerkschaftsversammlung gesprochen. Dort feuerte der 25-jährige John Hinckley Jr. sechs Schüsse ab. Was Reagan danach sagte, wurde berühmt – gerade weil die Lage so ernst war.
Über einer schweren dunklen Masse steigt eine leichte goldene Blase auf – wie Ronald Reagan, der nach dem Attentat scherzte.
01
Schüsse vor dem Hotel
Situation
Eine Kugel vom Kaliber .22 traf Reagans linke Lunge und verfehlte das Herz nur knapp. Sein Pressesprecher James Brady wurde am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt.
Bezug zum Wert
Humor bekommt seine Kraft erst vor dem Hintergrund echten Ernstes. Hier ging es um Leben und Tod, für den Präsidenten und für andere.
02
Zwei Sätze, die blieben
Situation
Seiner Frau Nancy sagte Reagan: „Honey, I forgot to duck“ – „Schatz, ich habe vergessen, mich zu ducken.“ Die Chirurgen bat er: „Please tell me you're Republicans“ – „Bitte sagt mir, dass ihr Republikaner seid.“
Bezug zum Wert
Beide Scherze richteten sich gegen ihn selbst und gegen die absurde Lage, nicht gegen andere. Der erste nahm das eigene Missgeschick auf die Schippe, der zweite spielte mit der Parteipolitik genau in dem Moment, in dem sie keine Rolle mehr spielte. So kann Humor zeigen, dass jemand bei sich ist, auch wenn er verwundet ist.
03
Die andere Seite
Der Humor änderte nichts daran, wie ernst die Lage war: James Brady erlitt einen bleibenden Hirnschaden. Ein Scherz kann Spannung lösen – er darf aber nicht über das Leid anderer hinweggehen. Wo Humor das tut, wird er zum Unernst.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
SelbstironieWenn du in einer Krise scherzt, dann über dich selbst, nicht über andere.
02
Ernst anerkennenHumor wirkt nur, wenn alle merken, dass du die Lage trotzdem ernst nimmst.
03
Andere im BlickDenk daran, wer neben dir betroffen ist, bevor du die Stimmung auflockerst.
Lies nach, was hinter Humor steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Ernsthaftigkeit.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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