Wie Danny Meyer Gastfreundschaft zum Geschäftsprinzip machte
Ein New Yorker Gastronom stellt seine Mitarbeitenden noch vor die Gäste – und rechnet vor, dass das Gefühl der Menschen mehr zählt als perfektes Essen.
Ein goldener Kreis strahlt Wärme aus, die anderen kommen näher und leuchten auf. Wird die Wärme distanzlos, schwillt er an und drückt in ihren Raum – bis deren Grenzen klar werden und die Wärme sie über den Abstand hinweg erreicht.
Kurz gesagt
Ein New Yorker Gastronom stellt seine Mitarbeitenden noch vor die Gäste – und rechnet vor, dass das Gefühl der Menschen mehr zählt als perfektes Essen. Herzlichkeit zeigt sich hier als bewusste Priorität, nicht als Zufall.
1 Min. Lesezeit4 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Danny Meyer stieg 1985 mit 27 Jahren in die Gastronomie ein. 2006 führte er unter dem Dach der Union Square Hospitality Group neun Restaurants, darunter das Union Square Cafe, Gramercy Tavern und Eleven Madison Park. In seinem Buch „Setting the Table“ beschreibt er sein Prinzip – ein Beispiel dafür, wie Herzlichkeit Teil eines Geschäftsmodells werden kann.
Ein innerer Kreis aus goldenen Punkten, darum ein äußerer aus weißen – wie Danny Meyer, der die Mitarbeitenden vor die Gäste stellt.
01
„Enlightened Hospitality“
Situation
Meyer setzt eine klare Reihenfolge: zuerst die Mitarbeitenden, dann die Gäste, dann die Nachbarschaft, schließlich Lieferanten und Investoren. Er behandelt sein Personal mit dem Respekt, den man sonst Ehrenamtlichen entgegenbringt, und investiert in Schulung und Entwicklung.
Bezug zum Wert
Wer Herzlichkeit von seinen Leuten erwartet, muss sie ihnen zuerst selbst entgegenbringen.
02
49 plus 51 Prozent
Situation
Exzellentes Essen und korrekter Service bringen nach Meyers Rechnung „only 49 percent of the way toward the finish. The next 51 percent is how well you make people feel.“
Bezug zum Wert
Herzlichkeit ist hier kein Zusatz, sondern der größere Teil der Leistung.
03
Ein Versuch, der scheiterte
Situation
2015 führte Meyer „Hospitality Included“ ein: kein Trinkgeld mehr, damit Service und Küche gleich bezahlt werden konnten. 2020, als die Pandemie Restaurants in New York in die Krise stürzte und seine Gruppe rund 80 Prozent der Belegschaft entlassen musste, schaffte er das Modell wieder ab. Seine Begründung: „We've come to believe that it's the inability to share tips that is the problem, not the tips themselves.“
Bezug zum Wert
Die Fürsorge für alle Mitarbeitenden blieb das Ziel, aber das Modell musste sich den Umständen beugen.
04
Die andere Seite
Herzlichkeit braucht ein tragfähiges Modell. Gute Absichten reichen nicht, wenn die Rechnung in der Krise nicht aufgeht.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Innen vor außenBehandle dein Team so, wie es deine Kunden behandeln soll.
02
Gefühl zähltFrag nicht nur, ob die Leistung stimmt, sondern wie sich Menschen dabei fühlen.
03
Modell prüfenPrüfe, ob deine gute Absicht auch wirtschaftlich trägt.
Lies nach, was hinter Herzlichkeit steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Respekt.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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