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39Zielwert

Kooperation

„Ich arbeite über Grenzen hinweg mit anderen zusammen.“

Über Abteilungs-, Organisations- und Interessengrenzen hinweg zusammenarbeiten – weil die großen Aufgaben kaum ein Bereich allein lösen kann.

Drei getrennte Säulen schicken goldene Fäden über ihre Grenzen und spannen gemeinsam einen Bogen, den keine allein tragen könnte. Verschwimmen sie zu einem weichen Haufen, sackt der Bogen ab – bis jede wieder für sich nach oben drängt und ihn höher hebt als zuvor.
Kurz gesagt

Ich arbeite über Grenzen hinweg mit anderen zusammen.

Was Kooperation bedeutetÜber Abteilungs-, Organisations- und Interessengrenzen hinweg zusammenarbeiten – weil die großen Aufgaben kaum ein Bereich allein lösen kann.

Umfasst auchPartnerschaftlichkeitSynergie

Die Wertematrix

Kooperation im Gleichgewicht

Kooperation braucht Wettbewerbsgeist als Gegengewicht. Zu viel Kooperation wird zu Wettbewerbsscheu – der Weg zurück führt über Wettbewerbsgeist.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 39

Kooperation

„Ich arbeite über Grenzen hinweg mit anderen zusammen.“

auch Zusammen­arbeit, Kollabora­tion

Gemeint ist Zusammenarbeit zwischen Abteilungen, Organisationen und Interessen. Hilfreich, weil die großen Aufgaben kaum ein Bereich allein lösen kann.

In Balance mit: Wettbewerbsgeist. Zu viel davon: Wettbewerbsscheu. Verneint durch: Kooperationsunfähigkeit.

Schwestertugend S39

Wettbewerbs­geist

„Ich messe mich fair mit anderen und will besser werden.“

auch Siegeswille, Kampfgeist

Gemeint ist der Ansporn, im Vergleich zu bestehen. Hilfreich, weil Kooperation ohne Vergleich träge wird; Wettbewerb hält wach.

In Balance mit: Kooperation. Zu viel davon: Kooperationsunfähigkeit. Verneint durch: Wettbewerbsscheu.

Zur Seite Wettbewerbsgeist

Übertreibung von Kooperation

Wettbewerbsscheu

„Bloß niemandem wehtun, wir gewinnen alle.“

auch Kuschelkurs, Konsenszwang

Gegenwort zum Wettbewerbsgeist und zugleich überzogene Kooperation. Grenzwertig, weil Leistung verschwimmt und niemand mehr an die Spitze will.

Übertreibung von: Kooperation. Verneinung von: Wettbewerbsgeist. Entwicklungsrichtung: Wettbewerbsgeist.

Übertreibung von Wettbewerbsgeist

Koopera­tions­un­fähigkeit

„Die anderen sind die Gegner.“

auch Konkurrenz­denken, Ellenbogen­menta­lität

Verneinung der Kooperation und zugleich überzogener Wettbewerbsgeist. Grenzwertig, weil Bereiche sich gegenseitig blockieren und das Ganze verliert.

Übertreibung von: Wettbewerbsgeist. Verneinung von: Kooperation. Entwicklungsrichtung: Kooperation.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeKooperation · Wettbewerbsgeist · Wettbewerbsscheu · Kooperationsunfähigkeit

Zielwert

Kooperation

auch Zusammenarbeit · Kollaboration

Gemeint ist Zusammenarbeit zwischen Abteilungen, Organisationen und Interessen. Hilfreich, weil die großen Aufgaben kaum ein Bereich allein lösen kann.

Schwestertugend

Wettbewerbs­geist

auch Siegeswille · Kampfgeist

Gemeint ist der Ansporn, im Vergleich zu bestehen. Hilfreich, weil Kooperation ohne Vergleich träge wird; Wettbewerb hält wach.

Übertreibung von Kooperation

Wettbewerbsscheu

auch Kuschelkurs · Konsenszwang

Gegenwort zum Wettbewerbsgeist und zugleich überzogene Kooperation. Grenzwertig, weil Leistung verschwimmt und niemand mehr an die Spitze will.

Der Weg heraus: Richtung Wettbewerbsgeist

Übertreibung von Wettbewerbsgeist

Kooperationsunfähigkeit

auch Konkurrenzdenken · Ellenbogenmentalität

Verneinung der Kooperation und zugleich überzogener Wettbewerbsgeist. Grenzwertig, weil Bereiche sich gegenseitig blockieren und das Ganze verliert.

Der Weg heraus: Richtung Kooperation

Die ÜbertreibungWann Wettbewerbsscheu sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Kooperation heißt Wettbewerbsscheu (auch: Kuschelkurs, Konsenszwang). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Glaube & Kirche

Drei Nachbargemeinden werden zu einer Pfarrei zusammengelegt. Im ersten Jahr verzichtet der neue Kirchenvorstand bewusst darauf, die Orte um Gottesdienstzeiten, Gelder oder das beste Gemeindehaus konkurrieren zu lassen, und entscheidet alles im Konsens. Solange das Vertrauen noch dünn ist, würde jeder Wettbewerb alte Kränkungen aufreißen.

Politik & Staat

Nach einem Hochwasser arbeiten die Verwaltungen mehrerer Landkreise im Krisenstab zusammen. Niemand rechnet Zuständigkeiten gegeneinander auf oder profiliert sich mit der schnelleren Lösung – Hilfe wird geteilt, wo sie gebraucht wird. In der akuten Not ist Konkurrenz zwischen Behörden ein Luxus, der Menschen schadet.

Woran man den Unterschied erkennt

Wettbewerbsscheu trägt, wo eine Gemeinschaft noch zerbrechlich ist oder eine gemeinsame Not alle Kräfte bindet. Sie schadet, sobald Konsens nur noch Konflikte vertagt und gute Ideen nicht mehr gegeneinander antreten dürfen.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Philosophie

Dass Kooperation Wettbewerbsgeist als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Prediger 4,9–10

    „So ist’s ja besser zwei als eins … Fällt ihrer einer so hilft ihm sein Gesell auf.“

    Nehemia 3

    Beim Wiederaufbau der Mauer Jerusalems übernimmt jede Familie und Berufsgruppe einen Abschnitt – nur gemeinsam schließt sich der Ring.

  2. 4. Jh. v. Chr.
    China
    Mengzi

    „Günstige Zeit ist nicht so viel wert wie günstiges Gelände, günstiges Gelände nicht so viel wie die Eintracht der Menschen“, Mengzi 2B.1

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    1. Korinther 3,6–9

    „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben … Denn wir sind Gottes Mitarbeiter.“

  4. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    Nach der Geschichte von Choni, den niemand mehr kannte: „Entweder Gefährten oder den Tod“, Taanit 23a

  5. 1902
    Philosophie
    Peter Kropotkin

    Gegenseitige Hilfe als Faktor der Evolution, in Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt, 1902

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 1981–2007
2 Studien1981–2007 Zeitraum
  1. 1981
    Experiment

    In Computerturnieren zum wiederholten Gefangenendilemma setzte sich eine einfache Strategie durch, die freundlich beginnt, Nicht-Kooperation erwidert und schnell vergibt – Kooperation kann sich so selbst unter Eigennützigen stabilisieren.

    Axelrod & Hamilton, 1981
  2. 2007
    Datenanalyse

    Eine Auswertung von rund 20 Millionen Fachartikeln und 2 Millionen Patenten zeigt, dass Teams in fast allen Feldern die Wissensproduktion zunehmend dominieren und häufiger hochzitierte Arbeiten hervorbringen als Einzelne.

    Wuchty, Jones & Uzzi, 2007
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Mit welchem Bereich arbeitest du eher gegeneinander als miteinander – und was wäre ein erster Schritt?
  2. Teilst du Wissen und Erfolge, oder hältst du sie zurück, um gut dazustehen?
  3. Wo könnte eine Zusammenarbeit über die Grenzen deiner Organisation hinaus mehr bewirken als euer Alleingang?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Wertewappen

Kooperation im Wappen

Farbe im Wappen: Grün

  • SymbolDreifache Schnur

    Eine Schnur aus drei verflochtenen Strängen reißt längst nicht so leicht wie ein einzelner Faden. Dein Wappen sagt damit, dass Verbundenheit stark macht und ihr gemeinsam mehr aushaltet als jeder für sich allein.

  • oder als AlternativeZwei Ochsen im Joch

    Zwei Ochsen unter einem Joch ziehen im gleichen Schritt und bewegen zusammen eine Last, die einer allein nicht schaffen würde. Mit ihnen zeigst du, dass du dich mit anderen einspannst, das Tempo abstimmst und Lasten fair teilst.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Kooperation

Was bedeutet Kooperation?

Über Abteilungs-, Organisations- und Interessengrenzen hinweg zusammenarbeiten – weil die großen Aufgaben kaum ein Bereich allein lösen kann. Der Ich-Satz dazu: „Ich arbeite über Grenzen hinweg mit anderen zusammen.“

Was ist die Schwestertugend von Kooperation?

Wettbewerbsgeist (S39). Gemeint ist der Ansporn, im Vergleich zu bestehen. Hilfreich, weil Kooperation ohne Vergleich träge wird; Wettbewerb hält wach.

Was ist die Übertreibung von Kooperation?

Wettbewerbsscheu (auch: Kuschelkurs, Konsenszwang). Gegenwort zum Wettbewerbsgeist und zugleich überzogene Kooperation. Grenzwertig, weil Leistung verschwimmt und niemand mehr an die Spitze will.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Wettbewerbsscheu trägt, wo eine Gemeinschaft noch zerbrechlich ist oder eine gemeinsame Not alle Kräfte bindet. Sie schadet, sobald Konsens nur noch Konflikte vertagt und gute Ideen nicht mehr gegeneinander antreten dürfen.

Was sagt die Forschung zu Kooperation?

In Computerturnieren zum wiederholten Gefangenendilemma setzte sich eine einfache Strategie durch, die freundlich beginnt, Nicht-Kooperation erwidert und schnell vergibt – Kooperation kann sich so selbst unter Eigennützigen stabilisieren (Axelrod & Hamilton, 1981).

Welche Beispiele gibt es für Kooperation?

Zum Beispiel: Nils Bohlin (Volvo), Robert Schuman (französischer Außenminister).

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