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47Zielwert

Rationalität

„Ich entscheide auf Basis von Fakten und Argumenten.“

Entscheidungen auf Fakten, Daten und prüfbare Argumente stützen – und die eigenen Annahmen so offenlegen, dass andere sie nachrechnen und widerlegen können.

Ein goldener Weg wird Schritt für Schritt auf einem Raster geprüft und kommt dem Ziel näher. Zoomt das Raster immer enger um den letzten Schritt, stockt der Weg – bis ein schneller Bogen zum Ziel springt und die Schritte ihm folgen.
Kurz gesagt

Ich entscheide auf Basis von Fakten und Argumenten.

Was Rationalität bedeutetEntscheidungen auf Fakten, Daten und prüfbare Argumente stützen – und die eigenen Annahmen so offenlegen, dass andere sie nachrechnen und widerlegen können.

Umfasst auchLogikEvidenzorientierungWissenschaftlichkeit

Die Wertematrix

Rationalität im Gleichgewicht

Rationalität braucht Intuition als Gegengewicht. Zu viel Rationalität wird zu Gefühlsblindheit – der Weg zurück führt über Intuition.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 47

Rationalität

„Ich entscheide auf Basis von Fakten und Argumenten.“

auch Vernunft, Analytisches Denken

Gemeint ist nachvollziehbares, datengestütztes Urteilen. Hilfreich, weil gute Entscheidungen Gründe brauchen, die andere prüfen können.

In Balance mit: Intuition. Zu viel davon: Gefühlsblindheit. Verneint durch: Irrationalität.

Schwestertugend S47

Intuition

„Ich höre auch auf mein Bauchgefühl.“

auch Gespür, Eingebung

Gemeint ist verdichtete Erfahrung, die schneller urteilt als jede Analyse. Hilfreich, weil nicht alles messbar ist und Zahlen manchmal zu spät kommen.

In Balance mit: Rationalität. Zu viel davon: Irrationalität. Verneint durch: Gefühlsblindheit.

Zur Seite Intuition

Übertreibung von Rationalität

Gefühls­blindheit

„Was nicht in der Tabelle steht, zählt nicht.“

auch Analyse­para­lyse, Zahlen­gläubigkeit

Gegenwort zur Intuition und zugleich überzogene Rationalität. Grenzwertig, weil Warnsignale übersehen und Entscheidungen endlos vertagt werden.

Übertreibung von: Rationalität. Verneinung von: Intuition. Entwicklungsrichtung: Intuition.

Übertreibung von Intuition

Irra­tionalität

„Ich spüre einfach, dass es richtig ist.“

auch Bauch­ent­schei­dung, Aberglaube

Gegenwort zur Rationalität und zugleich überzogene Intuition. Grenzwertig, weil Vorurteile als Gespür getarnt werden und Entscheidungen nicht überprüfbar sind.

Übertreibung von: Intuition. Verneinung von: Rationalität. Entwicklungsrichtung: Rationalität.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeRationalität · Intuition · Gefühlsblindheit · Irrationalität

Zielwert

Rationalität

auch Vernunft · Analytisches Denken

Gemeint ist nachvollziehbares, datengestütztes Urteilen. Hilfreich, weil gute Entscheidungen Gründe brauchen, die andere prüfen können.

Schwestertugend

Intuition

auch Gespür · Eingebung

Gemeint ist verdichtete Erfahrung, die schneller urteilt als jede Analyse. Hilfreich, weil nicht alles messbar ist und Zahlen manchmal zu spät kommen.

Übertreibung von Rationalität

Gefühlsblindheit

auch Analyseparalyse · Zahlengläubigkeit

Gegenwort zur Intuition und zugleich überzogene Rationalität. Grenzwertig, weil Warnsignale übersehen und Entscheidungen endlos vertagt werden.

Der Weg heraus: Richtung Intuition

Übertreibung von Intuition

Irrationalität

auch Bauchentscheidung · Aberglaube

Gegenwort zur Rationalität und zugleich überzogene Intuition. Grenzwertig, weil Vorurteile als Gespür getarnt werden und Entscheidungen nicht überprüfbar sind.

Der Weg heraus: Richtung Rationalität

Die ÜbertreibungWann Gefühlsblindheit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Rationalität heißt Gefühlsblindheit (auch: Analyseparalyse, Zahlengläubigkeit). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Politik & Staat

Bei der Zulassung eines neuen Medikaments lässt sich die Behörde weder von bewegenden Patientengeschichten noch von öffentlichem Druck leiten, sondern allein von den Studiendaten. Wo sehr viele Menschen ein Präparat einnehmen werden, muss das Gefühl draußen bleiben.

Kunst, Kultur & Sport

Der Videoassistent prüft eine strittige Strafraumszene Bild für Bild, unbeeindruckt vom Pfeifkonzert im Stadion und von der Aufregung auf den Bänken. Fairness braucht in diesem Moment kühle Analyse statt Atmosphäre.

Woran man den Unterschied erkennt

Kühle Analyse trägt, wo Entscheidungen viele Unbeteiligte betreffen, belastbare Daten vorliegen und Emotionen das Urteil verzerren würden. Sie schadet, wenn Menschen, die vor einem stehen, nur noch als Zahl vorkommen oder das Abwägen kein Ende findet.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Philosophie · Neues Testament · Jüdische Auslegung

Dass Rationalität Intuition als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Sprüche 14,15

    „Ein Unverständiger glaubt alles; aber ein Kluger merkt auf seinen Gang.“ – Urteilen beginnt mit Prüfen.

  2. 5. Jh. v. Chr.
    China
    Konfuzius

    „Lernen ohne Denken ist vergeblich, Denken ohne Lernen ist gefährlich“, Lunyu 2.15

  3. 4. Jh. v. Chr.
    Philosophie
    Aristoteles

    Gute Beratung ist richtiges Überlegen, das auf dem richtigen Weg zum Richtigen kommt; zugleich erfasst die Klugheit das Einzelne durch eine Art Wahrnehmung, Nikomachische Ethik VI

  4. 1. Jh.
    Neues Testament
    Apostelgeschichte 17,11

    Die Juden in Beröa nehmen die Botschaft des Paulus bereitwillig auf „und forschten täglich in der Schrift, ob sich’s also verhielte“ – Offenheit und Faktenprüfung zugleich.

    1. Thessalonicher 5,21

    „Prüfet aber alles, und das Gute behaltet.“

  5. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    Im Streit um den Ofen des Achnai lassen die Weisen weder Wunder noch eine Himmelsstimme gelten – „Sie ist nicht im Himmel“, entschieden wird nach Gründen und Mehrheit, Bava Metzia 59b

  6. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Zur Klugheit gehören sowohl das schlussfolgernde Denken, ratio, als auch die treffsichere schnelle Vermutung, solertia, II-II q. 49

  7. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 1996–2011
2 Studien1996–2011 Zeitraum
  1. 1996
    Längsschnittstudie

    In einer Längsschnittstudie über 52 strategische Entscheidungen in 24 Unternehmen hing die „prozedurale Rationalität“ – gründliche Informationssuche und Analyse – mit dem Entscheidungserfolg zusammen, auch wenn Umfeld und Umsetzungsqualität berücksichtigt wurden.

    Dean & Sharfman, 1996
  2. 2011
    Studie

    In 179 großen börsennotierten Unternehmen lagen Output und Produktivität bei datengestützter Entscheidungsfindung um etwa 5–6 % höher, als ihre sonstigen Investitionen erwarten ließen. Beide Studien messen Zusammenhänge im Durchschnitt – sie zeigen nicht, dass jede Zahl klüger ist als jede Erfahrung.

    Brynjolfsson, Hitt & Kim, 2011
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Welche deiner letzten großen Entscheidungen könntest du so begründen, dass jemand anderes sie nachrechnen kann?
  2. Welche Zahl hätte dich umstimmen können – und hast du nach ihr gesucht?
  3. Wo nutzt du Daten nur, um zu bestätigen, was du ohnehin wolltest?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Welche Werte tragen deine Führung?

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Wertewappen

Rationalität im Wappen

Farbe im Wappen: Blau

  • SymbolRoch (Schachturm)

    Der Roch ist eine klassische Figur der Heraldik und erinnert an den Turm im Schachspiel, der für strategisches Denken steht. Mit ihm sagt dein Wappen, dass du Züge vorausdenkst und Entscheidungen klug aus dem Ganzen heraus triffst.

  • oder als AlternativeRechenbrett

    Auf dem Rechenbrett wird gezählt und überschlagen, bevor man etwas baut oder kauft. Wählst du es, zeigt dein Wappen, dass du nüchtern rechnest, Zahlen ernst nimmst und abwägst, bevor du dich festlegst.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Rationalität

Was bedeutet Rationalität?

Entscheidungen auf Fakten, Daten und prüfbare Argumente stützen – und die eigenen Annahmen so offenlegen, dass andere sie nachrechnen und widerlegen können. Der Ich-Satz dazu: „Ich entscheide auf Basis von Fakten und Argumenten.“

Was ist die Schwestertugend von Rationalität?

Intuition (S47). Gemeint ist verdichtete Erfahrung, die schneller urteilt als jede Analyse. Hilfreich, weil nicht alles messbar ist und Zahlen manchmal zu spät kommen.

Was ist die Übertreibung von Rationalität?

Gefühlsblindheit (auch: Analyseparalyse, Zahlengläubigkeit). Gegenwort zur Intuition und zugleich überzogene Rationalität. Grenzwertig, weil Warnsignale übersehen und Entscheidungen endlos vertagt werden.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Kühle Analyse trägt, wo Entscheidungen viele Unbeteiligte betreffen, belastbare Daten vorliegen und Emotionen das Urteil verzerren würden. Sie schadet, wenn Menschen, die vor einem stehen, nur noch als Zahl vorkommen oder das Abwägen kein Ende findet.

Was sagt die Forschung zu Rationalität?

In einer Längsschnittstudie über 52 strategische Entscheidungen in 24 Unternehmen hing die „prozedurale Rationalität“ – gründliche Informationssuche und Analyse – mit dem Entscheidungserfolg zusammen, auch wenn Umfeld und Umsetzungsqualität berücksichtigt wurden (Dean & Sharfman, 1996).

Welche Beispiele gibt es für Rationalität?

Zum Beispiel: Florence Nightingale (Krimkrieg), Google (Project Oxygen).

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