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Beispiel zum WertZuhören (12)

Wirtschaft

Wie Alan Mulally bei Ford die Wahrheit hören wollte

Ein neuer Konzernchef sieht in seiner Führungsrunde nur grüne Ampeln.

Eine goldene Schale wendet sich einem anderen zu und fängt seine Wellen auf. Löst sie sich ganz im Strom auf, bleibt nichts Eigenes übrig – bis sie wieder Form findet und eine klare Antwort zurückgeht.
Kurz gesagt

Ein neuer Konzernchef sieht in seiner Führungsrunde nur grüne Ampeln. Er fragt so lange nach, bis jemand den Mut hat, Rot zu zeigen – und applaudiert. Zuhören heißt hier, Bedingungen zu schaffen, unter denen andere die Wahrheit sagen.

2 Min. Lesezeit4 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt

Alan Mulally führte bis 2006 die Verkehrsflugzeugsparte von Boeing. Am 5. September 2006 wurde er Präsident und Konzernchef von Ford. Sein wichtigstes Werkzeug war eine wöchentliche Besprechung, die „Business Plan Review“. Die Geschichte zeigt, dass Zuhören mehr ist als Schweigen.

Lauter gleiche petrolfarbene Signale, eines leuchtet golden auf – wie bei Alan Mulally, der bei Ford die Wahrheit hören wollte.
Lauter gleiche petrolfarbene Signale, eines leuchtet golden auf – wie bei Alan Mulally, der bei Ford die Wahrheit hören wollte.

Jede Woche, jeder Bereich

Situation
Jeden Donnerstag um 7 Uhr traf sich Mulally mit den obersten Führungskräften im „Thunderbird Room“; die Teilnahme war Pflicht. Jede Führungskraft hatte wenige Minuten, um über ihren Bereich zu berichten – in Ampelfarben: Grün für „alles bestens“, Gelb für Probleme, Rot für „große, ernste Probleme“.
Bezug zum Wert
Zuhören braucht eine feste Form: einen Ort, eine Zeit, eine gemeinsame Sprache.

Nur Grün

Situation
Anfangs waren alle Folien grün. Mulally drängte darauf, die Wahrheit zu erfahren. Mark Fields, damals Chef des Amerika-Geschäfts, beschrieb die damalige Kultur später so: „We had a culture where, if you reported bad news, you were done.“
Bezug zum Wert
Wer zuhören will, muss erkennen, wann ihm nur erzählt wird, was er hören möchte – und weiter fragen.

Rot – und Applaus

Situation
Fields zeigte als Erster eine rote Folie: Beim bevorstehenden Marktstart des Crossover-Modells Ford Edge gab es ein Problem, und er bat die Kollegen um Hilfe. Im Raum herrschte „dead silence“, die anderen rückten von ihm ab. Dann begann Mulally zu klatschen. Zwei Wochen später legten auch die anderen ihre Probleme offen. Fields nannte die Sitzung „a tipping point at Ford“.
Bezug zum Wert
Wie du auf schlechte Nachrichten reagierst, entscheidet, ob du je wieder welche hörst.

Die andere Seite

Zuhören war hier nicht passiv. Mulally machte die Regeln klar, bestand auf Teilnahme und forderte ausdrücklich Ehrlichkeit. Ohne diese Klarheit wäre sein Zuhören folgenlos geblieben – die beiden Werte brauchen einander.

Das nimmst du mit

Was du daraus lernen kannst

  1. Rahmen schaffenGib Menschen eine feste Gelegenheit und eine einfache Sprache, um Probleme zu melden.
  2. Grün misstrauenWenn alles gut aussieht, obwohl es nicht gut läuft, frag nach.
  3. Schlechte Nachrichten würdigenDanke dem Ersten, der ein Problem offenlegt – sichtbar für alle.
Zurück zur Grundlage

Lies nach, was hinter Zuhören steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Klarheit.

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

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