Werte
Blog
  1. Start
  2. Beispiele
  3. Wie Bertha Benz mit der ersten Fernfahrt dem Automobil den Weg bahnte

Beispiel zum WertEhrgeiz (52)

Wirtschaft

Wie Bertha Benz mit der ersten Fernfahrt dem Automobil den Weg bahnte

Im August 1888 fuhr Bertha Benz ohne Wissen ihres Mannes mit dem Patent-Motorwagen über 100 Kilometer weit nach Pforzheim.

Ein goldener Punkt steigt Stufe um Stufe hinauf, die anderen ziehen mit, und oben geht ein Licht auf. Will er es für sich allein, stößt er die Nachrückenden die Treppe hinab und steht aufgebläht im engen Licht – bis er ein Geländer zu ihnen hinabreicht, einer neben ihm ankommt und das Licht beide umfängt.
Kurz gesagt

Im August 1888 fuhr Bertha Benz ohne Wissen ihres Mannes mit dem Patent-Motorwagen über 100 Kilometer weit nach Pforzheim. Ihr Ehrgeiz galt nicht dem eigenen Ruhm, sondern der gemeinsamen Erfindung – und zeigt, wie Ehrgeiz für ein Team aussehen kann.

2 Min. Lesezeit4 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt

Bertha Benz, geboren 1849 als Cäcilie Bertha Ringer, war die Frau des Erfinders Carl Benz. Am 29. Januar 1886 hatte er seinen Motorwagen zum Patent angemeldet. Doch Carl Benz litt unter der ablehnenden Haltung der Bevölkerung gegenüber seinem Fahrzeug. Bertha Benz wollte mehr für die gemeinsame Sache erreichen.

Ein dreirädriger goldener Wagen fährt eine lange, gewundene Strecke von Ort zu Ort – wie Bertha Benz auf der ersten Fernfahrt.
Ein dreirädriger goldener Wagen fährt eine lange, gewundene Strecke von Ort zu Ort – wie Bertha Benz auf der ersten Fernfahrt.

Das eigene Geld auf die Idee setzen

Situation
Schon vor der Heirat 1872 setzte Bertha Ringer ihre Mitgift ein, um die erste Firma ihres Verlobten zu retten. Sie half auch technisch mit, etwa beim Wickeln von Induktionsspulen für die Zündung; am Silvesterabend 1879 brachten die beiden einen Zweitakt-Gasmotor erstmals zum Laufen.
Bezug zum Wert
Ehrgeiz beginnt damit, an ein großes Ziel zu glauben und etwas Eigenes dafür einzusetzen – hier nicht für die eigene Karriere, sondern für ein gemeinsames Werk.

Die Fahrt nach Pforzheim

Situation
Im August 1888 machte sich Bertha Benz mit ihren Söhnen Eugen und Richard, 15 und 13 Jahre alt, im Morgengrauen auf den Weg von Mannheim zu ihrer Mutter nach Pforzheim. Carl wusste nichts davon. Nach mehr als zwölf Stunden und über 100 Kilometern auf meist unbefestigten Wegen kamen sie an. Unterwegs kaufte sie in der Stadt-Apotheke in Wiesloch Ligroin als Kraftstoff, reinigte eine verstopfte Benzinleitung mit ihrer Hutnadel, reparierte die Zündung mit ihrem Strumpfband und ließ einen Schuster neue Lederkappen auf die Bremsklötze nageln. Nach dem Deutschen Patent- und Markenamt wollte sie ihrem Mann und der Welt beweisen, dass das Automobil alltagstauglich war.
Bezug zum Wert
Ehrgeiz will den Beweis antreten, statt zu warten, bis andere überzeugt sind. Bertha Benz nahm das Risiko auf sich, damit die Erfindung eine Chance bekam.

Besser werden

Situation
Bergauf mussten die Söhne den Wagen teilweise schieben, weil eine passende Übersetzung fehlte. Bertha Benz regte deshalb einen weiteren Gang an, den Carl Benz einbaute. Die Fahrt bestärkte ihn, an seiner Erfindung festzuhalten; es folgten Ausstellungen in München 1888 und in Paris 1889. Carl Benz würdigte später seine Frau: „Sie war wagemutiger als ich und hat eine für die Weiterentwicklung des Motorwagens entscheidende Fahrt unternommen“.
Bezug zum Wert
Ehrgeiz gibt sich mit dem ersten Erfolg nicht zufrieden. Aus der Mühe am Berg wurde eine Verbesserung – und der Mann, dem sie den Erfolg gönnte, gönnte ihr umgekehrt die Anerkennung.

Die andere Seite

Die Fahrt geschah nicht nur ohne Wissen ihres Mannes, sondern auch ohne Erlaubnis der Behörden; Carl Benz riskierte nach Darstellung der englischen Wikipedia eine Strafe. Auch die beiden Jungen wurden in ein Abenteuer mit offenem Ausgang hineingezogen. Ihre finanziellen und technischen Beiträge blieben zudem lange übersehen – nach der Heirat konnte sie nach damaligem deutschem Recht nicht einmal mehr selbst als Investorin auftreten.

Das nimmst du mit

Was du daraus lernen kannst

  1. Beweisen statt wartenWenn du an eine Idee glaubst, such den ersten sichtbaren Beweis, statt auf die Zustimmung aller zu warten.
  2. Aus Pannen lernenNotiere, was unterwegs schiefgeht – darin steckt die nächste Verbesserung.
  3. Risiken ehrlich abwägenFrag dich, wen dein Ehrgeiz mit in ein Risiko zieht, und ob diese Menschen das selbst so entscheiden würden.
Zurück zur Grundlage

Lies nach, was hinter Ehrgeiz steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Gönnen.

Grundlage: WEGVISOR-Ergänzung (2026) zu den Werten aus dem Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Dein nächster Schritt

Werte leben – gemeinsam mit WEGVISOR

Lesen verändert das Denken. Anwenden verändert die Ergebnisse. Wähle, wie du weitermachen möchtest.

Platz in der Leadership Group anfragen

Wir melden uns mit den nächsten Terminen und allen Details.

Du kommst von: Wie Bertha Benz mit der ersten Fernfahrt dem Automobil den Weg bahnte.