Ein Gefäß hütet einen goldenen Vorrat und gibt Tropfen für Tropfen dorthin, wo sie gebraucht werden. Schließt es sich geizig, hortet es alles, während ringsum die Lichter verlöschen – bis es sich öffnet und reichlich weitergibt.
Kurz gesagt
Das Baseballteam der Oakland Athletics gewann 2002 mit knapp einem Drittel des Budgets der New York Yankees 103 Spiele. Das Beispiel zeigt Sparsamkeit als klugen, gezielten Einsatz knapper Mittel.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Billy Beane war General Manager der Oakland Athletics, eines Teams aus einem kleinen Markt mit wenig Geld. Vor der Saison 2002 verlor Oakland drei wichtige Spieler an finanzstärkere Klubs: Jason Giambi an die Yankees, Johnny Damon an die Boston Red Sox und Jason Isringhausen an die St. Louis Cardinals. Beane musste sie ersetzen, ohne mithalten zu können.
Eine kleine goldene Säule neben einer dreimal so großen, darüber gleich viele Siegpunkte – wie Billy Beane mit kleinem Etat.
01
Gezielt statt teuer
Situation
Oakland standen rund 44 Millionen Dollar für Spielergehälter zur Verfügung, die Yankees zahlten über 125 Millionen. Beane reagierte mit unauffälligen Verpflichtungen, etwa von Scott Hatteberg im Januar 2002. Er setzte auf Spieler, die der Markt unterschätzte, und auf Kennzahlen wie die On-Base-Percentage, die statistische Analysen als aussagekräftiger erwiesen hatten.
Bezug zum Wert
Sparsamkeit heißt hier nicht, wenig auszugeben, sondern jeden Dollar dorthin zu lenken, wo er am meisten bewirkt.
02
Eine Rekordserie
Situation
Zwischen dem 13. August und dem 4. September 2002 gewann Oakland 20 Spiele in Folge – damals Rekord in der American League. Die Saison endete mit 103 Siegen und 59 Niederlagen und dem Titel in der AL West. Der Journalist Michael Lewis begleitete das Team und veröffentlichte 2003 das Buch „Moneyball“, 2011 folgte der gleichnamige Film.
Bezug zum Wert
Wer knappe Mittel klug einsetzt, kann mit Reicheren mithalten.
03
Die andere Seite
Den Titel holte Oakland nicht: In der ersten Play-off-Runde unterlag das Team den Minnesota Twins mit 2:3 Spielen. Kritiker werfen dem Buch zudem vor, es übergehe junge Talente, die Oakland über den Draft gewonnen hatte – und dass das Team 2002 eher durch wenige zugelassene Punkte auffiel als durch viele eigene.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Genau hinschauenSuche nach unterschätzten Stärken, statt teuer das Offensichtliche einzukaufen.
02
Daten nutzenPrüfe, ob deine Entscheidungsgrundlagen wirklich messen, worauf es ankommt.
03
Grenzen anerkennenKluge Sparsamkeit gleicht vieles aus, aber nicht alles.
Lies nach, was hinter Sparsamkeit steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Großzügigkeit.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
Weiterlesen
Mehr Beispiele zu Sparsamkeit und Großzügigkeit
Wert und Schwester – aus den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.