Aus einer goldenen Quelle fließen Gaben in weiten Bögen zu den Menschen ringsum, die aufleuchten. Verschwendet sie sich, sprüht sie wahllos ins Leere und versiegt – bis ein Gefäß ihren Vorrat hält und die Gaben wieder gezielt ankommen.
Kurz gesagt
Der Gründer von Bob's Red Mill verkaufte sein Unternehmen nicht an Investoren, sondern übertrug es Schritt für Schritt an die Belegschaft. Das Beispiel zeigt Großzügigkeit, die nicht verschenkt, was übrig ist, sondern teilt, was man aufgebaut hat.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Bob Moore, 1929 in Portland (Oregon) geboren, gründete mit 49 Jahren das Unternehmen, das als Bob's Red Mill bekannt wurde – eine Mühle für Vollkornprodukte. Ab 1978 nahm die Firma ihre heutige Form an und verkauft inzwischen über 200 Produkte in mehr als 70 Ländern. Moore hätte sie mehrfach zu Geld machen können. Er entschied sich anders.
Ein Mühlrad, an seinen Speichen goldene und weiße Punkte – wie Bob Moore, der seine Mühle den Mitarbeitenden schenkte.
01
Die Angebote, die er ausschlug
Situation
Moore widerstand zahlreichen Annäherungen von Kaufinteressenten. Später erzählte er, man habe ihn für einen hirnlosen Idioten gehalten, weil er seine Firma nicht verkaufen wollte. Man habe ihm gesagt, wie dumm er sei – doch wer so etwas aufbaue, könne nicht wirklich dumm sein.
Bezug zum Wert
Großzügigkeit beginnt hier mit einem Verzicht: auf den großen Verkaufserlös für sich selbst.
02
Ein Geschenk zum 81. Geburtstag
Situation
2010, an seinem 81. Geburtstag, richtete Moore ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (ESOP) für die damals 209 Beschäftigten ein. Seit April 2020 gehört das Unternehmen zu 100 Prozent den Mitarbeitenden; die Belegschaft wuchs auf rund 700 Menschen. Moore zog sich 2018 aus dem Tagesgeschäft zurück, blieb aber bis zu seinem Tod im Aufsichtsgremium.
Bezug zum Wert
Er gab nicht nur Geld weiter, sondern Eigentum – und damit Mitsprache und Anteil am Erfolg für die, die ihn erarbeiten.
03
Ein Leben mit Zweck
Situation
Moore nannte Vollkorn ein „Geschenk Gottes“ und sagte, man brauche einen Zweck im Leben. Er starb im Alter von 94 Jahren.
Bezug zum Wert
Seine Großzügigkeit war Ausdruck einer Haltung: Ein Unternehmen ist für ihn mehr als ein Vermögenswert, den man zum besten Preis verkauft.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Teilen statt verwertenFrag dich, wer zu deinem Erfolg beigetragen hat – und wie du diese Menschen daran beteiligen kannst.
02
Gegen den StromLass dich nicht beirren, wenn andere eine großzügige Entscheidung für naiv halten.
03
Rechtzeitig handelnGroßzügigkeit wirkt am stärksten, wenn du sie zu Lebzeiten selbst gestaltest.
Lies nach, was hinter Großzügigkeit steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Sparsamkeit.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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Wert und Schwester – aus den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.