Vom Start zum Ziel wird golden ein Weg vorgezeichnet, und die Gruppe macht sich auf. Verzweigt sich der Plan in immer neue Varianten, wartet sie und bleibt an einem unerwarteten Hindernis stecken – bis sie aus losen Steinen einen Umweg legt und das Ziel doch erreicht.
Kurz gesagt
Roald Amundsen erreichte 1911 den Südpol vor Robert F. Scott, weil er gelernt, vorgesorgt und seine Ausrüstung verbessert hatte. Zur ganzen Wahrheit gehören aber auch Geheimhaltung und eine harte Kalkulation.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen und der Brite Robert F. Scott wollten als Erste den Südpol erreichen. Amundsen kam als Erster an, Scotts Gruppe starb auf dem Rückweg. Der Unterschied lag nicht zuletzt in der Planung.
Eine Route mit Depots in festen Abständen führt zum goldenen Ziel – wie Roald Amundsen auf dem Weg zum Südpol.
01
Lernen von den Netsilik
Situation
Bei den Netsilik-Inuit hatte Amundsen gelernt, wie man in der Kälte reist: weite Kleidung aus Rentierfell, die wärmt und zugleich belüftet, Fellstiefel, Hundeschlitten, Schneeschuhe, Eishöhlen und Iglus. Dazu reisten er und seine Männer auf Skiern – eine Fertigkeit, die sie nach National Geographic hervorragend beherrschten.
Bezug zum Wert
Gute Planung beginnt damit, von denen zu lernen, die das Problem schon gelöst haben – statt die eigene Methode für überlegen zu halten.
02
Depots und Ausrüstung
Situation
Vor dem Marsch legte Amundsens Mannschaft Depots an, nach National Geographic mit dreimal so viel Vorrat wie Scott. Über die Jahre verbesserte Amundsen viele Teile der Polarausrüstung. Am 14. Dezember 1911 erreichten er und vier Begleiter auf Skiern den Pol, gut einen Monat vor Scott.
Bezug zum Wert
Planung heißt auch, Reserven einzubauen. Wer knapp kalkuliert, hat keinen Spielraum, wenn das Wetter oder die Kräfte nicht mitspielen.
03
Die andere Seite
Amundsen bereitete sich offiziell auf eine Fahrt nach Norden vor und plante heimlich den Süden. National Geographic nennt zudem seine Taktik „beunruhigend“: das kalkulierte Töten von Hunden, die liebevolle Namen trugen; die Tiere wurden erschossen und von den überlebenden Hunden und den Männern gegessen.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Von Erfahrenen lernenFrag, wer dein Problem schon einmal gelöst hat, bevor du einen eigenen Plan machst.
02
Reserven einplanenPlane Puffer ein – sie sind kein Luxus, sondern Teil eines guten Plans.
03
Ehrlich rechnenÜberleg, welche Kosten dein Plan anderen aufbürdet, und ob du sie offen benennen könntest.
Lies nach, was hinter Planung steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Improvisation.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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Wert und Schwester – aus den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.