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51Zielwert

Planung

„Ich denke voraus und bereite vor, bevor es losgeht.“

Vorausdenken, bevor es losgeht: Ziele, Schritte, Mittel und Risiken klären, damit das Team weiß, wohin es geht – und Kraft für das übrig hat, was trotzdem anders kommt.

Vom Start zum Ziel wird golden ein Weg vorgezeichnet, und die Gruppe macht sich auf. Verzweigt sich der Plan in immer neue Varianten, wartet sie und bleibt an einem unerwarteten Hindernis stecken – bis sie aus losen Steinen einen Umweg legt und das Ziel doch erreicht.
Kurz gesagt

Ich denke voraus und bereite vor, bevor es losgeht.

Was Planung bedeutetVorausdenken, bevor es losgeht: Ziele, Schritte, Mittel und Risiken klären, damit das Team weiß, wohin es geht – und Kraft für das übrig hat, was trotzdem anders kommt.

Umfasst auchZeitmanagementPlanbarkeit

Die Wertematrix

Planung im Gleichgewicht

Planung braucht Improvisation als Gegengewicht. Zu viel Planung wird zu Improvisationsunfähigkeit – der Weg zurück führt über Improvisation.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 51

Planung

„Ich denke voraus und bereite vor, bevor es losgeht.“

auch Vorberei­tung, Vorausschau

Gemeint ist, Ziele, Schritte, Mittel und Risiken vorab zu durchdenken und festzuhalten. Hilfreich, weil gute Vorbereitung dem Team Orientierung gibt und Kräfte für das Unvorhergesehene frei macht.

In Balance mit: Improvisation. Zu viel davon: Improvisationsunfähigkeit. Verneint durch: Planlosigkeit.

Schwestertugend S51

Improvisa­tion

„Ich finde mit dem, was da ist, eine Lösung, wenn der Plan nicht trägt.“

auch Improvisa­tions­talent, Stegreif

Gemeint ist die Fähigkeit, im Moment mit vorhandenen Mitteln zu handeln, wenn die Lage anders ist als geplant. Hilfreich, weil kein Plan die Wirklichkeit vollständig vorhersieht.

In Balance mit: Planung. Zu viel davon: Planlosigkeit. Verneint durch: Improvisationsunfähigkeit.

Zur Seite Improvisation

Übertreibung von Planung

Improvisa­tions­un­fähigkeit

„Ohne Plan geht gar nichts.“

auch Überplanung, Planungs­gläubigkeit

Verneinung der Improvisation und zugleich überzogene Planung. Grenzwertig, weil das Team bei jeder Abweichung erstarrt und das Planen das Handeln ersetzt.

Übertreibung von: Planung. Verneinung von: Improvisation. Entwicklungsrichtung: Improvisation.

Übertreibung von Improvisation

Plan­losigkeit

„Wir schauen mal, was kommt.“

auch Durchwursteln, Kopf­losigkeit

Verneinung der Planung und zugleich überzogene Improvisation. Grenzwertig, weil vermeidbare Krisen entstehen und das Team ständig Brände löscht.

Übertreibung von: Improvisation. Verneinung von: Planung. Entwicklungsrichtung: Planung.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffePlanung · Improvisation · Improvisationsunfähigkeit · Planlosigkeit

Zielwert

Planung

auch Vorbereitung · Vorausschau

Gemeint ist, Ziele, Schritte, Mittel und Risiken vorab zu durchdenken und festzuhalten. Hilfreich, weil gute Vorbereitung dem Team Orientierung gibt und Kräfte für das Unvorhergesehene frei macht.

Schwestertugend

Improvi­sation

auch Improvisationstalent · Stegreif

Gemeint ist die Fähigkeit, im Moment mit vorhandenen Mitteln zu handeln, wenn die Lage anders ist als geplant. Hilfreich, weil kein Plan die Wirklichkeit vollständig vorhersieht.

Übertreibung von Planung

Improvisationsunfähigkeit

auch Überplanung · Planungsgläubigkeit

Verneinung der Improvisation und zugleich überzogene Planung. Grenzwertig, weil das Team bei jeder Abweichung erstarrt und das Planen das Handeln ersetzt.

Der Weg heraus: Richtung Improvisation

Übertreibung von Improvisation

Planlosigkeit

auch Durchwursteln · Kopflosigkeit

Verneinung der Planung und zugleich überzogene Improvisation. Grenzwertig, weil vermeidbare Krisen entstehen und das Team ständig Brände löscht.

Der Weg heraus: Richtung Planung

Die ÜbertreibungWann Improvisationsunfähigkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Planung heißt Improvisationsunfähigkeit (auch: Überplanung, Planungsgläubigkeit). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Wirtschaft

Ein Team bereitet die Sprengung eines alten Hochhauses mitten in der Stadt vor. Jede Ladung, jede Absperrung und jede Minute des Ablaufs ist festgelegt; wer eine Abweichung bemerkt, stoppt den Countdown, statt zu improvisieren. Bei einem Vorgang, der sich weder wiederholen noch rückgängig machen lässt, ist „Ohne Plan geht gar nichts“ genau die richtige Haltung.

Politik & Staat

Die Einsatzleitung für ein großes Stadtfest legt Fluchtwege, Sperrzonen und Meldeketten bis ins Detail fest und lässt keine spontanen Änderungen am Sicherheitskonzept zu – auch nicht, als der Veranstalter kurzfristig eine Bühne verschieben möchte. Wo Zehntausende auf engem Raum stehen, kann eine gut gemeinte Improvisation einen Engpass schaffen, den niemand mehr auflöst.

Woran man den Unterschied erkennt

Überplanung trägt, wo ein Vorgang einmalig, unumkehrbar oder für viele Menschen gefährlich ist und sich die Lage vorab gut durchdenken lässt. Sie schadet, sobald die Wirklichkeit sichtbar vom Plan abweicht und trotzdem niemand handeln darf, bevor ein neuer Plan geschrieben ist.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Geschichte

Dass Planung Improvisation als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Sprüche 21,5

    „Die Anschläge eines Emsigen bringen Überfluss; wer aber allzu jach ist, dem wird’s mangeln.“ Sorgfältige Vorbereitung ist kein Zeitverlust, sondern die Grundlage des Gelingens.

    Sprüche 16,9

    „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein gibt, dass er fortgehe.“ Planen ist Aufgabe des Menschen – der Plan bleibt aber in einer größeren Hand.

  2. 5. Jh. v. Chr.
    China
    Sunzi

    Der Feldherr, der siegt, stellt vor der Schlacht in seinem Tempel viele Berechnungen an; wer wenig berechnet, verliert, Die Kunst des Krieges 1

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    1. Korinther 16,2

    Paulus bittet die Gemeinde, jeden ersten Tag der Woche etwas zurückzulegen, „auf dass nicht, wenn ich komme, dann allererst die Steuer zu sammeln sei“. Wer vorausdenkt, erspart anderen die Hektik im letzten Moment.

  4. um 200
    Jüdische Auslegung
    Mischna

    Rabbi Jakob: Diese Welt gleicht einem Vorraum vor der kommenden Welt – bereite dich im Vorraum vor, damit du in den Festsaal eintreten kannst, Avot 4,16

  5. 1871
    Geschichte
    Helmuth von Moltke d. Ä.

    1871 schrieb der preußische Generalstabschef in „Über Strategie“: „Kein Operationsplan reicht mit einiger Sicherheit über das erste Zusammentreffen mit der feindlichen Hauptmacht hinaus“ – Planung ist nötig, aber sie endet dort, wo die Wirklichkeit antwortet

  6. 1961
    Psychologie
    Riemann-Thomann-Modell

    Auf der Achse zwischen Dauer und Wechsel steht der Dauer-Pol für planende Zukunftsausrichtung, Ordnung und Sicherheit in einer „voraussehbaren“ Welt, der Wechsel-Pol für das Spontane und Improvisierende – ein Team braucht beide Pole; Fritz Riemann, Grundformen der Angst, 1961, weiterentwickelt von Christoph Thomann

  7. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung1 Metaanalyse · 2010 · mit Grenzen der Forschung
1 Metaanalyse2010 Jahr
  1. 2010
    Metaanalyse

    Eine Metaanalyse zur Geschäftsplanung kleiner Unternehmen kam zu dem Ergebnis, dass sich Planen insgesamt lohnt; wie stark, hängt davon ab, wie jung das Unternehmen ist und in welchem kulturellen Umfeld es arbeitet – die Autoren empfehlen deshalb, Planen und Lernen laufend zu verbinden. Gute Planung rechnet deshalb Puffer für das ein, was niemand vorhersieht.

    Brinckmann, Grichnik & Kapsa, 2010
Wo die Forschung an Grenzen stößt

Die Grenze zeigt der „Planungsfehlschluss“: 37 Psychologiestudierende schätzten, sie würden ihre Abschlussarbeit im Schnitt in 34 Tagen fertigstellen; tatsächlich brauchten sie rund 56 Tage – länger sogar als ihre eigene Schätzung für den schlimmsten Fall (49 Tage), und nur etwa 30 Prozent wurden bis zum selbst geschätzten Termin fertig (Buehler, Griffin & Ross, 1994).

Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Welche Aufgabe gehst du gerade an, ohne sie zu Ende gedacht zu haben – und wer im Team zahlt später dafür?
  2. Für welche absehbare Krise hast du keinen Plan, weil du lieber nicht an sie denkst?
  3. Und wann hast du zuletzt geprüft, ob in deinen Zeitplänen Puffer steckt oder nur Hoffnung?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Wertewappen

Planung im Wappen

Farbe im Wappen: Blau

  • SymbolZirkel

    Mit dem Zirkel zieht man exakte Kreise und überträgt Maße, und so steht er für planvolles Maßnehmen. Wählst du ihn, steht dein Wappen für Pläne, die Rahmen setzen und Ordnung schaffen.

  • oder als AlternativeKornspeicher

    Im Kornspeicher legt man in guten Jahren Vorräte an, damit in mageren Zeiten niemand hungern muss. Er zeigt, dass du vorausschaust, Reserven anlegst und heute so planst, dass dein Team morgen gut versorgt ist.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Planung

Was bedeutet Planung?

Vorausdenken, bevor es losgeht: Ziele, Schritte, Mittel und Risiken klären, damit das Team weiß, wohin es geht – und Kraft für das übrig hat, was trotzdem anders kommt. Der Ich-Satz dazu: „Ich denke voraus und bereite vor, bevor es losgeht.“

Was ist die Schwestertugend von Planung?

Improvisation (S51). Gemeint ist die Fähigkeit, im Moment mit vorhandenen Mitteln zu handeln, wenn die Lage anders ist als geplant. Hilfreich, weil kein Plan die Wirklichkeit vollständig vorhersieht.

Was ist die Übertreibung von Planung?

Improvisationsunfähigkeit (auch: Überplanung, Planungsgläubigkeit). Verneinung der Improvisation und zugleich überzogene Planung. Grenzwertig, weil das Team bei jeder Abweichung erstarrt und das Planen das Handeln ersetzt.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Überplanung trägt, wo ein Vorgang einmalig, unumkehrbar oder für viele Menschen gefährlich ist und sich die Lage vorab gut durchdenken lässt. Sie schadet, sobald die Wirklichkeit sichtbar vom Plan abweicht und trotzdem niemand handeln darf, bevor ein neuer Plan geschrieben ist.

Was sagt die Forschung zu Planung?

Eine Metaanalyse zur Geschäftsplanung kleiner Unternehmen kam zu dem Ergebnis, dass sich Planen insgesamt lohnt; wie stark, hängt davon ab, wie jung das Unternehmen ist und in welchem kulturellen Umfeld es arbeitet – die Autoren empfehlen deshalb, Planen und Lernen laufend zu verbinden (Brinckmann, Grichnik & Kapsa, 2010).

Welche Beispiele gibt es für Planung?

Zum Beispiel: Rick Rescorla (Morgan Stanley), Roald Amundsen (Südpol-Expedition).

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