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S50Schwestertugend zu Nachhaltigkeit

Wirtschaft­lich­keit

„Ich achte darauf, dass es sich trägt.“

Mit Geld, Zeit und Material so umgehen, dass sich die Arbeit dauerhaft selbst trägt – Kosten kennen, Erträge sichern, Verschwendung abstellen, damit die Organisation frei bleibt für ihren eigentlichen Auftrag.

Ein goldener Speicher füllt sich stetig aus dem Feld, ein Leck wird gestopft, der Vorrat trägt. Wird geerntet, bis kein Halm mehr steht, läuft er über und danach kommt nichts mehr nach – bis das Feld neu austreibt und in Maßen geerntet wird.
Kurz gesagt

Ich achte darauf, dass es sich trägt.

Was Wirtschaftlichkeit bedeutetMit Geld, Zeit und Material so umgehen, dass sich die Arbeit dauerhaft selbst trägt – Kosten kennen, Erträge sichern, Verschwendung abstellen, damit die Organisation frei bleibt für ihren eigentlichen Auftrag.

Umfasst auchEffizienzWohlstand

Die Wertematrix

Wirtschaftlichkeit im Gleichgewicht

Wirtschaftlichkeit braucht Nachhaltigkeit als Gegengewicht. Zu viel Wirtschaftlichkeit wird zu Raubbau – der Weg zurück führt über Nachhaltigkeit.

In Balance

Begriffe erklärt

Schwestertugend S50

Wirtschaft­lichkeit

„Ich achte darauf, dass es sich trägt.“

auch Rentabilität, Wirtschafts­sinn

Gemeint ist der verantwortliche Umgang mit Kosten, Erträgen und Ressourcen. Hilfreich, weil nur eine gesunde Organisation langfristig Gutes bewirken kann.

In Balance mit: Nachhaltigkeit. Zu viel davon: Raubbau. Verneint durch: Unwirtschaftlichkeit.

Zielwert 50

Nachhaltig­keit

„Ich denke an kommende Generationen.“

auch Zukunfts­fähigkeit, Enkel­tauglichkeit

Gemeint ist Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und die langfristige Zukunft der eigenen Organisation. Hilfreich, weil heutige Entscheidungen die Spielräume von morgen bestimmen.

In Balance mit: Wirtschaftlichkeit. Zu viel davon: Unwirtschaftlichkeit. Verneint durch: Raubbau.

Zur Seite Nachhaltigkeit

Übertreibung von Wirtschaftlichkeit

Raubbau

„Was zählt, ist das Ergebnis dieses Jahres.“

auch Substanz­verzehr, Übernutzung

Gegenwort zur Nachhaltigkeit und zugleich überzogene Wirtschaftlichkeit. Grenzwertig, weil Natur, Menschen und Vertrauen verbraucht werden, die man später braucht.

Übertreibung von: Wirtschaftlichkeit. Verneinung von: Nachhaltigkeit. Entwicklungsrichtung: Nachhaltigkeit.

Übertreibung von Nachhaltigkeit

Un­wirtschaft­lichkeit

„Für das Gute ist kein Preis zu hoch.“

auch Kosten­blindheit, Gesinnung ohne Rechnung

Verneinung der Wirtschaftlichkeit und zugleich überzogene Nachhaltigkeit. Grenzwertig, weil die Organisation ihre Existenz und damit ihre Wirkung riskiert.

Übertreibung von: Nachhaltigkeit. Verneinung von: Wirtschaftlichkeit. Entwicklungsrichtung: Wirtschaftlichkeit.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeWirtschaftlichkeit · Nachhaltigkeit · Raubbau · Unwirtschaftlichkeit

Schwestertugend

Wirtschaft­lich­keit

auch Rentabilität · Wirtschaftssinn

Gemeint ist der verantwortliche Umgang mit Kosten, Erträgen und Ressourcen. Hilfreich, weil nur eine gesunde Organisation langfristig Gutes bewirken kann.

Zielwert

Nachhaltig­keit

auch Zukunftsfähigkeit · Enkeltauglichkeit

Gemeint ist Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und die langfristige Zukunft der eigenen Organisation. Hilfreich, weil heutige Entscheidungen die Spielräume von morgen bestimmen.

Übertreibung von Wirtschaftlichkeit

Raubbau

auch Substanzverzehr · Übernutzung

Gegenwort zur Nachhaltigkeit und zugleich überzogene Wirtschaftlichkeit. Grenzwertig, weil Natur, Menschen und Vertrauen verbraucht werden, die man später braucht.

Der Weg heraus: Richtung Nachhaltigkeit

Übertreibung von Nachhaltigkeit

Unwirtschaftlichkeit

auch Kostenblindheit · Gesinnung ohne Rechnung

Verneinung der Wirtschaftlichkeit und zugleich überzogene Nachhaltigkeit. Grenzwertig, weil die Organisation ihre Existenz und damit ihre Wirkung riskiert.

Der Weg heraus: Richtung Wirtschaftlichkeit

Die ÜbertreibungWann Raubbau sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Wirtschaftlichkeit heißt Raubbau (auch: Substanzverzehr, Übernutzung). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Wirtschaft

Ein Familienbetrieb steuert durch eine existenzbedrohende Krise und greift dafür auf alle Rücklagen zurück, verschiebt Investitionen und lässt Maschinen länger laufen als geplant. Um die Arbeitsplätze über den Winter zu retten, darf man für eine Zeit von der Substanz leben.

Familie

Nach der Kündigung des Vaters zehrt eine Familie ihr Erspartes auf, streicht Urlaub und Rücklagen, damit die Kinder nicht mitten im Schuljahr umziehen müssen. Der Griff in die Reserve ist hier eine bewusste Entscheidung für die Kinder.

Woran man den Unterschied erkennt

Der Griff in die Substanz trägt als bewusste, befristete Entscheidung, um Schlimmeres abzuwenden – mit einem Plan, wie die Reserve wieder aufgebaut wird. Die Grenze ist erreicht, wo Menschen, Natur oder das Erbe anderer zum eigenen Vorteil verbraucht werden – dann ist es Raubbau und Unrecht, auch wenn es sich rechnet.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Philosophie · Neues Testament · Jüdische Auslegung

Dass Wirtschaftlichkeit Nachhaltigkeit als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

Weitere Quellen zu diesem Wertepaar stehen auf der Seite Nachhaltigkeit.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Sprüche 27,23–24

    „Auf deine Schafe habe acht und nimm dich deiner Herden an. Denn Gut währt nicht ewiglich.“ Wer führt, muss den Bestand kennen, von dem er lebt.

  2. 4. Jh. v. Chr.
    China
    Laozi

    Wer weiß, wann es genug ist, wird nicht beschämt; wer weiß, wann er aufhören muss, gerät nicht in Gefahr – und kann lange bestehen, Daodejing 44

  3. 4. Jh. v. Chr.
    Philosophie
    Aristoteles

    Die Haushaltskunst, oikonomia, beschafft, was zum guten Leben nötig ist, und kennt darum ein Maß; der Gelderwerb um seiner selbst willen, chrematistike, kennt keine Grenze, Politik I

  4. 1. Jh.
    Neues Testament
    Lukas 16,1–2

    Ein Verwalter wird beschuldigt, er verschleudere den Besitz seines Herrn, und muss Rechenschaft über seine Verwaltung ablegen. Anvertrautes Gut verlangt Rechenschaft.

    1. Korinther 4,2

    „Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn dass sie treu erfunden werden.“ Wirtschaftlichkeit ist im Kern Treue im Umgang mit dem, was einem nicht gehört.

  5. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    Rabbi Jizchak rät, sein Vermögen immer in drei Teile zu teilen: ein Drittel in Grund und Boden, ein Drittel ins Geschäft, ein Drittel griffbereit, Bava Metzia 42a

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 1996–2015
2 Studien1996–2015 Zeitraum
  1. 1996
    Datenanalyse

    Eine Untersuchung von Unternehmen aus dem S&P 500 fand, dass sich Anstrengungen zur Emissionsminderung bereits ein bis zwei Jahre nach Beginn im Ergebnis niederschlagen – und dass gerade die Firmen mit den höchsten Emissionen am meisten gewinnen können: Wer Verschwendung abbaut, spart Geld – Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ziehen hier an einem Strang.

    Hart & Ahuja, 1996
  2. 2015
    Studie

    Caroline Flammer verglich Aktionärsanträge zur sozialen Verantwortung, die nur knapp angenommen oder knapp abgelehnt wurden: Wo sie knapp durchkamen, reagierte der Aktienkurs positiv, und Arbeitsproduktivität und Umsatzwachstum stiegen in den Folgejahren. Sie betont selbst die Grenze: Der Befund gilt für diese knappen Entscheidungen, nicht für jede Maßnahme, die das Etikett „verantwortlich“ trägt.

    Flammer, 2015
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Kennst du die drei Kostenposten, die über die Zukunft deines Bereichs entscheiden – und ihre Entwicklung?
  2. Wo hältst du aus Anhänglichkeit an etwas fest, das sich längst nicht mehr trägt?
  3. Und wo sparst du heute auf Kosten von Menschen oder Material, die du morgen dringend brauchst?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Wertewappen

Wirtschaftlichkeit im Wappen

Farbe im Wappen: Gold

  • SymbolHandelskogge

    Die Kogge war das Handelsschiff der Hanse und brachte Waren von fern in die Städte, die durch diesen Handel aufblühten. Sie steht für unternehmerischen Blick, wenn du Chancen nutzt und für tragfähige Erträge sorgst.

  • oder als AlternativeMühlrad

    Das Mühlrad nutzt die Kraft des fließenden Wassers und verwandelt sie in nützliche Arbeit. Übertragen auf dich heißt das: Du schöpfst Wert aus vorhandenen Ressourcen und gehst klug mit dem um, was dir anvertraut ist.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Wirtschaftlichkeit

Was bedeutet Wirtschaftlichkeit?

Mit Geld, Zeit und Material so umgehen, dass sich die Arbeit dauerhaft selbst trägt – Kosten kennen, Erträge sichern, Verschwendung abstellen, damit die Organisation frei bleibt für ihren eigentlichen Auftrag. Der Ich-Satz dazu: „Ich achte darauf, dass es sich trägt.“

Zu welchem Zielwert gehört Wirtschaftlichkeit?

Wirtschaftlichkeit ist die Schwestertugend zu Nachhaltigkeit (50). Zum Zielwert: Gemeint ist Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und die langfristige Zukunft der eigenen Organisation. Hilfreich, weil heutige Entscheidungen die Spielräume von morgen bestimmen.

Was ist die Übertreibung von Wirtschaftlichkeit?

Raubbau (auch: Substanzverzehr, Übernutzung). Gegenwort zur Nachhaltigkeit und zugleich überzogene Wirtschaftlichkeit. Grenzwertig, weil Natur, Menschen und Vertrauen verbraucht werden, die man später braucht.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Der Griff in die Substanz trägt als bewusste, befristete Entscheidung, um Schlimmeres abzuwenden – mit einem Plan, wie die Reserve wieder aufgebaut wird. Die Grenze ist erreicht, wo Menschen, Natur oder das Erbe anderer zum eigenen Vorteil verbraucht werden – dann ist es Raubbau und Unrecht, auch wenn es sich rechnet.

Was sagt die Forschung zu Wirtschaftlichkeit?

Eine Untersuchung von Unternehmen aus dem S&P 500 fand, dass sich Anstrengungen zur Emissionsminderung bereits ein bis zwei Jahre nach Beginn im Ergebnis niederschlagen – und dass gerade die Firmen mit den höchsten Emissionen am meisten gewinnen können: Wer Verschwendung abbaut, spart Geld – Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ziehen hier an einem Strang (Hart & Ahuja, 1996).

Welche Beispiele gibt es für Wirtschaftlichkeit?

Zum Beispiel: Govindappa Venkataswamy (Aravind Eye Care), Göran Persson (Schweden).

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