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50Zielwert

Nachhaltig­keit

„Ich denke an kommende Generationen.“

Entscheidungen so treffen, dass Natur, Menschen und die eigene Organisation auch in zwanzig Jahren noch davon leben können – und dafür heute erkennbare Kosten in Kauf nehmen, ohne die Rechnung aus dem Blick zu verlieren.

Ein goldener Kreislauf trägt Ernte vom Feld in den Speicher und Saat zurück, und was genommen wird, wächst nach. Steht er still, wuchert das Feld, der Speicher leert sich und bricht – bis er wieder gefüllt wird und der Kreislauf in Maßen weiterläuft.
Kurz gesagt

Ich denke an kommende Generationen.

Was Nachhaltigkeit bedeutetEntscheidungen so treffen, dass Natur, Menschen und die eigene Organisation auch in zwanzig Jahren noch davon leben können – und dafür heute erkennbare Kosten in Kauf nehmen, ohne die Rechnung aus dem Blick zu verlieren.

Umfasst auchUmweltschutzGenerationengerechtigkeitBewahrung der Schöpfung

Die Wertematrix

Nachhaltigkeit im Gleichgewicht

Nachhaltigkeit braucht Wirtschaftlichkeit als Gegengewicht. Zu viel Nachhaltigkeit wird zu Unwirtschaftlichkeit – der Weg zurück führt über Wirtschaftlichkeit.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 50

Nachhaltig­keit

„Ich denke an kommende Generationen.“

auch Zukunfts­fähigkeit, Enkel­tauglichkeit

Gemeint ist Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und die langfristige Zukunft der eigenen Organisation. Hilfreich, weil heutige Entscheidungen die Spielräume von morgen bestimmen.

In Balance mit: Wirtschaftlichkeit. Zu viel davon: Unwirtschaftlichkeit. Verneint durch: Raubbau.

Schwestertugend S50

Wirtschaft­lichkeit

„Ich achte darauf, dass es sich trägt.“

auch Rentabilität, Wirtschafts­sinn

Gemeint ist der verantwortliche Umgang mit Kosten, Erträgen und Ressourcen. Hilfreich, weil nur eine gesunde Organisation langfristig Gutes bewirken kann.

In Balance mit: Nachhaltigkeit. Zu viel davon: Raubbau. Verneint durch: Unwirtschaftlichkeit.

Zur Seite Wirtschaftlichkeit

Übertreibung von Nachhaltigkeit

Un­wirtschaft­lichkeit

„Für das Gute ist kein Preis zu hoch.“

auch Kosten­blindheit, Gesinnung ohne Rechnung

Verneinung der Wirtschaftlichkeit und zugleich überzogene Nachhaltigkeit. Grenzwertig, weil die Organisation ihre Existenz und damit ihre Wirkung riskiert.

Übertreibung von: Nachhaltigkeit. Verneinung von: Wirtschaftlichkeit. Entwicklungsrichtung: Wirtschaftlichkeit.

Übertreibung von Wirtschaftlichkeit

Raubbau

„Was zählt, ist das Ergebnis dieses Jahres.“

auch Substanz­verzehr, Übernutzung

Gegenwort zur Nachhaltigkeit und zugleich überzogene Wirtschaftlichkeit. Grenzwertig, weil Natur, Menschen und Vertrauen verbraucht werden, die man später braucht.

Übertreibung von: Wirtschaftlichkeit. Verneinung von: Nachhaltigkeit. Entwicklungsrichtung: Nachhaltigkeit.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeNachhaltigkeit · Wirtschaftlichkeit · Unwirtschaftlichkeit · Raubbau

Zielwert

Nachhaltig­keit

auch Zukunftsfähigkeit · Enkeltauglichkeit

Gemeint ist Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und die langfristige Zukunft der eigenen Organisation. Hilfreich, weil heutige Entscheidungen die Spielräume von morgen bestimmen.

Schwestertugend

Wirtschaft­lich­keit

auch Rentabilität · Wirtschaftssinn

Gemeint ist der verantwortliche Umgang mit Kosten, Erträgen und Ressourcen. Hilfreich, weil nur eine gesunde Organisation langfristig Gutes bewirken kann.

Übertreibung von Nachhaltigkeit

Unwirtschaftlichkeit

auch Kostenblindheit · Gesinnung ohne Rechnung

Verneinung der Wirtschaftlichkeit und zugleich überzogene Nachhaltigkeit. Grenzwertig, weil die Organisation ihre Existenz und damit ihre Wirkung riskiert.

Der Weg heraus: Richtung Wirtschaftlichkeit

Übertreibung von Wirtschaftlichkeit

Raubbau

auch Substanzverzehr · Übernutzung

Gegenwort zur Nachhaltigkeit und zugleich überzogene Wirtschaftlichkeit. Grenzwertig, weil Natur, Menschen und Vertrauen verbraucht werden, die man später braucht.

Der Weg heraus: Richtung Nachhaltigkeit

Die ÜbertreibungWann Unwirtschaftlichkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Nachhaltigkeit heißt Unwirtschaftlichkeit (auch: Kostenblindheit, Gesinnung ohne Rechnung). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Glaube & Kirche

Ein Kloster bewirtschaftet seinen Wald so schonend, dass er über Jahrzehnte kaum Ertrag abwirft, und lehnt Angebote ab, ihn zu verkaufen oder intensiver zu nutzen. Die Gemeinschaft denkt in Generationen, nicht in Bilanzperioden.

Kunst, Kultur & Sport

Ein Museum lagert empfindliche Kunstwerke unter aufwendigen Klimabedingungen, obwohl sie selten oder nie ausgestellt werden. Für ein unersetzliches Erbe ist der Maßstab nicht die Rendite, sondern ob es in hundert Jahren noch da ist.

Woran man den Unterschied erkennt

Unwirtschaftlichkeit trägt, wo es um Unersetzliches geht, dessen Wert sich nicht in einer Bilanzperiode zeigt, und die Mittel dafür gesichert sind. Sie schadet, sobald niemand mehr nachrechnet und die Einrichtung die Kraft verliert, ihr Anliegen überhaupt weiterzutragen.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Jüdische Auslegung · Politik

Dass Nachhaltigkeit Wirtschaftlichkeit als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    1. Mose 2,15

    „Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn baute und bewahrte.“ Nutzen und Bewahren gehören von Anfang an zusammen.

    3. Mose 25,4

    Im siebten Jahr soll das Land „seinen großen Sabbat dem HERRN feiern“ – nicht säen, nicht beschneiden. Selbst der Boden braucht Ruhe, damit er tragen kann.

    Sprüche 13,22

    „Der Gute wird vererben auf Kindeskind.“ Gutes Wirtschaften denkt über die eigene Lebenszeit hinaus.

  2. 4. Jh. v. Chr.
    China
    Mengzi

    Lässt man keine engmaschigen Netze in die Teiche und geht nur zur rechten Zeit mit der Axt in die Wälder, gibt es mehr Fische und Holz, als man verbrauchen kann, Mengzi 1A3

  3. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    Choni sieht einen Mann einen Johannisbrotbaum pflanzen, der erst nach siebzig Jahren trägt; der Mann antwortet, seine Vorfahren hätten für ihn gepflanzt, so pflanze er für seine Nachkommen, Taanit 23a

  4. 12. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Maimonides

    Das Verbot sinnloser Zerstörung, bal taschchit, gilt nicht nur für Fruchtbäume, sondern für jedes mutwillige Vernichten von Gebrauchsgütern, Kleidung, Gebäuden, Quellen und Speisen, Hilchot Melachim 6,10

  5. 1987
    Politik
    Brundtland-Kommission

    Nachhaltige Entwicklung deckt die Bedürfnisse der Gegenwart, ohne künftigen Generationen die Möglichkeit zu nehmen, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken, Unsere gemeinsame Zukunft, 1987

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 2014–2015 · mit Grenzen der Forschung
2 Studien2014–2015 Zeitraum
  1. 2014
    Längsschnittstudie

    Ein Vergleich von 180 US-Unternehmen zeigte: Firmen, die schon 1993 freiwillig viele Nachhaltigkeitsrichtlinien eingeführt hatten, waren 2009 langfristiger ausgerichtet, banden ihre Anspruchsgruppen stärker ein und schnitten über die Jahre an der Börse wie in der Bilanz deutlich besser ab als vergleichbare Firmen ohne solche Richtlinien.

    Eccles, Ioannou & Serafeim, 2014
  2. 2015
    Datenanalyse

    Eine Auswertung von mehr als 2.000 empirischen Studien fand in rund neun von zehn Fällen keinen negativen Zusammenhang zwischen Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien und dem finanziellen Erfolg, in der Mehrheit einen positiven.

    Friede, Busch & Bassen, 2015
Wo die Forschung an Grenzen stößt

Weil grüne Versprechen kaum reguliert sind, schmücken sich viele Unternehmen mit Umweltleistungen, die sie nicht erbringen – solches Greenwashing untergräbt das Vertrauen in echte Nachhaltigkeit (Delmas & Burbano, 2011).

Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Welche deiner Entscheidungen der letzten Monate würden deine Nachfolger in zehn Jahren loben – und welche müssten sie ausbaden?
  2. Wo verkaufst du etwas als nachhaltig, das du in Wahrheit nur nicht ändern willst?
  3. Und wo verlangst du das Gute, ohne zu fragen, wer es bezahlt?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Wertewappen

Nachhaltigkeit im Wappen

Farbe im Wappen: Grün

  • SymbolBaum am Wasser

    Ein Baum am Wasser streckt seine Wurzeln zum Bach, bleibt auch in trockenen Zeiten grün und trägt Jahr für Jahr Frucht. Er steht für dich, wenn du auf gesunde Wurzeln achtest und lieber dauerhaft Frucht bringst als kurzfristig Ertrag.

  • oder als AlternativeZeder

    Die Zeder ist ein Baum von großer Beständigkeit, der langsam wächst, sehr alt wird und mit seiner weiten Krone vielen Vögeln Schutz bietet. Wählst du sie, baust du langfristig etwas auf, das über dich hinauswächst.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Nachhaltigkeit

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Entscheidungen so treffen, dass Natur, Menschen und die eigene Organisation auch in zwanzig Jahren noch davon leben können – und dafür heute erkennbare Kosten in Kauf nehmen, ohne die Rechnung aus dem Blick zu verlieren. Der Ich-Satz dazu: „Ich denke an kommende Generationen.“

Was ist die Schwestertugend von Nachhaltigkeit?

Wirtschaftlichkeit (S50). Gemeint ist der verantwortliche Umgang mit Kosten, Erträgen und Ressourcen. Hilfreich, weil nur eine gesunde Organisation langfristig Gutes bewirken kann.

Was ist die Übertreibung von Nachhaltigkeit?

Unwirtschaftlichkeit (auch: Kostenblindheit, Gesinnung ohne Rechnung). Verneinung der Wirtschaftlichkeit und zugleich überzogene Nachhaltigkeit. Grenzwertig, weil die Organisation ihre Existenz und damit ihre Wirkung riskiert.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Unwirtschaftlichkeit trägt, wo es um Unersetzliches geht, dessen Wert sich nicht in einer Bilanzperiode zeigt, und die Mittel dafür gesichert sind. Sie schadet, sobald niemand mehr nachrechnet und die Einrichtung die Kraft verliert, ihr Anliegen überhaupt weiterzutragen.

Was sagt die Forschung zu Nachhaltigkeit?

Ein Vergleich von 180 US-Unternehmen zeigte: Firmen, die schon 1993 freiwillig viele Nachhaltigkeitsrichtlinien eingeführt hatten, waren 2009 langfristiger ausgerichtet, banden ihre Anspruchsgruppen stärker ein und schnitten über die Jahre an der Börse wie in der Bilanz deutlich besser ab als vergleichbare Firmen ohne solche Richtlinien (Eccles, Ioannou & Serafeim, 2014).

Welche Beispiele gibt es für Nachhaltigkeit?

Zum Beispiel: Hans Carl von Carlowitz (Oberbergamt Freiberg), Ray Anderson (Interface).

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