Werte
Blog
  1. Start
  2. Werte
  3. Ergebnisorientierung
S29Schwestertugend zu Befähigung

Ergebnis­orien­tierung

„Ich messe mich und andere an Ergebnissen.“

Klar benennen, was am Ende erreicht sein soll, und sich und andere daran messen – ohne Menschen zum bloßen Mittel für Zahlen zu machen.

Ein goldenes Ziel ist klar markiert, Punkte finden auf eigenen Wegen dorthin und füllen es. Zieht das Ziel sie nur noch als Werkzeuge in starre Reihen, erlischt ihr eigenes Licht – bis eine Quelle es ihnen zurückgibt und sie aus eigener Kraft ankommen.
Kurz gesagt

Ich messe mich und andere an Ergebnissen.

Was Ergebnisorientierung bedeutetKlar benennen, was am Ende erreicht sein soll, und sich und andere daran messen – ohne Menschen zum bloßen Mittel für Zahlen zu machen.

Umfasst auchWirksamkeitErgebnisverantwortung

Die Wertematrix

Ergebnisorientierung im Gleichgewicht

Ergebnisorientierung braucht Befähigung als Gegengewicht. Zu viel Ergebnisorientierung wird zu Entmündigung – der Weg zurück führt über Befähigung.

In Balance

Begriffe erklärt

Schwestertugend S29

Ergebnis­orien­tie­rung

„Ich messe mich und andere an Ergebnissen.“

auch Erfolgs­orien­tie­rung, Zielerrei­chung

Gemeint ist der klare Blick darauf, was am Ende tatsächlich erreicht wird. Hilfreich, weil Förderung kein Selbstzweck ist; sie soll zu Wirkung führen.

In Balance mit: Befähigung. Zu viel davon: Entmündigung. Verneint durch: Ergebnislosigkeit.

Zielwert 29

Befähigung

„Ich mache andere stark und selbstständig.“

auch Empowerment, Talent­ent­wick­lung

Gemeint ist das gezielte Entwickeln von Menschen: fördern, coachen, Verantwortung wachsen lassen. Hilfreich, weil eine Organisation nur so stark ist wie die Menschen, die in ihr wachsen.

In Balance mit: Ergebnisorientierung. Zu viel davon: Ergebnislosigkeit. Verneint durch: Entmündigung.

Zur Seite Befähigung

Übertreibung von Ergebnisorientierung

Entmündi­gung

„Menschen sind Mittel, um Zahlen zu erreichen.“

auch Verzweckung, Gängelung

Gegenbegriff zur Befähigung und zugleich überzogene Ergebnisorientierung. Grenzwertig, weil Menschen klein gehalten werden und mit ihnen die Zukunft der Organisation.

Übertreibung von: Ergebnisorientierung. Verneinung von: Befähigung. Entwicklungsrichtung: Befähigung.

Übertreibung von Befähigung

Ergebnis­losigkeit

„Hauptsache, alle entwickeln sich.“

auch Dauer­förde­rung, Folgen­losigkeit

Verneinung der Ergebnisorientierung und zugleich überzogene Befähigung. Grenzwertig, weil Seminare und Gespräche zunehmen, Ergebnisse aber ausbleiben.

Übertreibung von: Befähigung. Verneinung von: Ergebnisorientierung. Entwicklungsrichtung: Ergebnisorientierung.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeErgebnisorientierung · Befähigung · Entmündigung · Ergebnislosigkeit

Schwestertugend

Ergebnis­orien­tierung

auch Erfolgsorientierung · Zielerreichung

Gemeint ist der klare Blick darauf, was am Ende tatsächlich erreicht wird. Hilfreich, weil Förderung kein Selbstzweck ist; sie soll zu Wirkung führen.

Zielwert

Befähigung

auch Empowerment · Talententwicklung

Gemeint ist das gezielte Entwickeln von Menschen: fördern, coachen, Verantwortung wachsen lassen. Hilfreich, weil eine Organisation nur so stark ist wie die Menschen, die in ihr wachsen.

Übertreibung von Ergebnisorientierung

Entmündigung

auch Verzweckung · Gängelung

Gegenbegriff zur Befähigung und zugleich überzogene Ergebnisorientierung. Grenzwertig, weil Menschen klein gehalten werden und mit ihnen die Zukunft der Organisation.

Der Weg heraus: Richtung Befähigung

Übertreibung von Befähigung

Ergebnislosigkeit

auch Dauerförderung · Folgenlosigkeit

Verneinung der Ergebnisorientierung und zugleich überzogene Befähigung. Grenzwertig, weil Seminare und Gespräche zunehmen, Ergebnisse aber ausbleiben.

Der Weg heraus: Richtung Ergebnisorientierung

Die ÜbertreibungWann Entmündigung sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Ergebnisorientierung heißt Entmündigung (auch: Verzweckung, Gängelung). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Wirtschaft

Bei einem Triebwerksproblem arbeitet die Cockpitbesatzung die Notfall-Checkliste Punkt für Punkt ab; der Kapitän lässt in diesen Minuten keine Diskussion über eigene Wege zu. Wo das Ergebnis über Leben entscheidet, ist enge Führung kein Misstrauen, sondern Schutz.

Familie

Eine Tochter übernimmt für ihre an Demenz erkrankte Mutter die Bankgeschäfte und entscheidet über größere Ausgaben, auch wenn die Mutter protestiert. Sie bezieht sie ein, wo es geht, verhindert aber, dass Betrüger ihr Erspartes abräumen.

Woran man den Unterschied erkennt

Über jemanden hinweg zu entscheiden ist vertretbar, wenn akute Gefahr besteht oder ein Mensch die Folgen seines Handelns nicht mehr überblicken kann – und nur so weit wie nötig. Es wird Unrecht, sobald Menschen bloß zum Mittel für Zahlen werden oder man ihnen Entscheidungen abnimmt, die sie selbst treffen könnten.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftPhilosophie · China · Neues Testament · Christliche Tradition

Dass Ergebnisorientierung Befähigung als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

Weitere Quellen zu diesem Wertepaar stehen auf der Seite Befähigung.

  1. 4. Jh. v. Chr.
    Philosophie
    Aristoteles

    Jedes Handeln strebt nach einem Gut, und vom Ziel her bestimmt sich, was zu tun ist, Nikomachische Ethik I

  2. 4. Jh. v. Chr.
    China
    Mengzi

    Der Bauer aus Song zog an seinen Setzlingen, damit sie schneller wüchsen – und sie verdorrten, Mengzi 2A2

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    Matthäus 7,16

    „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

    Lukas 13,6–9

    Der Feigenbaum, der seit drei Jahren keine Frucht bringt, bekommt noch ein Jahr – mit Pflege und Dünger; Ergebnisse zählen, aber Geduld gehört dazu.

    Matthäus 25,21

    Der Diener, der mit dem Anvertrauten etwas erreicht hat, wird gelobt und bekommt mehr Verantwortung – Treue im Kleinen zeigt sich am Ertrag.

  4. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Der Mensch handelt immer um eines Zieles willen, I-II q. 1

  5. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung3 Studien, davon 1 Metaanalyse · 2006–2011
3 Studiendavon 1 Metaanalyse2006–2011 Zeitraum
  1. 2011
    Metaanalyse

    Eine Metaanalyse zeigt, dass Gruppenziele die Leistung von Gruppen deutlich verbessern – am stärksten, wenn sie konkret und herausfordernd sind.

    Kleingeld, van Mierlo & Arends, 2011
  2. 2009
    Studie

    Zugleich warnen Forschende vor „Zielen außer Rand und Band“: Zu enge oder zu ehrgeizige Vorgaben verengen den Blick und begünstigen riskantes und unethisches Verhalten.

    Ordóñez, Schweitzer, Galinsky & Bazerman, 2009
  3. 2006
    Studie

    Für den englischen Gesundheitsdienst fanden Bevan und Hood neben echten Verbesserungen auch Hinweise auf Manipulation der gemessenen Zahlen.

    Bevan & Hood, 2006
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Woran würdest du in einem Jahr erkennen, dass sich deine Arbeit gelohnt hat?
  2. Welche Kennzahl verfolgst du, die in Wahrheit niemandem dient?
  3. Und wann hast du zuletzt ein Ziel erreicht, aber dabei einen Menschen aus dem Blick verloren?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

Wertecheck

Welche Werte tragen deine Führung?

In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.

Wertecheck starten
Wertewappen

Ergebnisorientierung im Wappen

Farbe im Wappen: Gold

  • SymbolSichel mit Ähren

    Die Sichel mit Ähren steht für die Ernte, die nur einbringt, wer bis zur Reife durchhält und den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst. Sie zeigt, dass du beharrlich auf Ergebnisse hinarbeitest und den Moment erkennst, sie einzubringen.

  • oder als AlternativeFeigenbaum mit Früchten

    Ein Feigenbaum soll Frucht tragen, doch dafür braucht er Pflege, guten Boden und manchmal mehr Zeit als erhofft. Er steht für deine Erwartung, dass Arbeit Frucht bringt, verbunden mit der Bereitschaft, Menschen Zeit und Unterstützung zu geben.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Ergebnisorientierung

Was bedeutet Ergebnisorientierung?

Klar benennen, was am Ende erreicht sein soll, und sich und andere daran messen – ohne Menschen zum bloßen Mittel für Zahlen zu machen. Der Ich-Satz dazu: „Ich messe mich und andere an Ergebnissen.“

Zu welchem Zielwert gehört Ergebnisorientierung?

Ergebnisorientierung ist die Schwestertugend zu Befähigung (29). Zum Zielwert: Gemeint ist das gezielte Entwickeln von Menschen: fördern, coachen, Verantwortung wachsen lassen. Hilfreich, weil eine Organisation nur so stark ist wie die Menschen, die in ihr wachsen.

Was ist die Übertreibung von Ergebnisorientierung?

Entmündigung (auch: Verzweckung, Gängelung). Gegenbegriff zur Befähigung und zugleich überzogene Ergebnisorientierung. Grenzwertig, weil Menschen klein gehalten werden und mit ihnen die Zukunft der Organisation.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Über jemanden hinweg zu entscheiden ist vertretbar, wenn akute Gefahr besteht oder ein Mensch die Folgen seines Handelns nicht mehr überblicken kann – und nur so weit wie nötig. Es wird Unrecht, sobald Menschen bloß zum Mittel für Zahlen werden oder man ihnen Entscheidungen abnimmt, die sie selbst treffen könnten.

Was sagt die Forschung zu Ergebnisorientierung?

Eine Metaanalyse zeigt, dass Gruppenziele die Leistung von Gruppen deutlich verbessern – am stärksten, wenn sie konkret und herausfordernd sind (Kleingeld, van Mierlo & Arends, 2011). Zugleich warnen Forschende vor „Zielen außer Rand und Band“: Zu enge oder zu ehrgeizige Vorgaben verengen den Blick und begünstigen riskantes und unethisches Verhalten (Ordóñez, Schweitzer, Galinsky & Bazerman, 2009).

Welche Beispiele gibt es für Ergebnisorientierung?

Zum Beispiel: Paul O'Neill (Alcoa), Michael Barber (Prime Minister's Delivery Unit).

Tipp: Mit den Pfeiltasten ← → blättern.

Dein nächster Schritt

Werte leben – gemeinsam mit WEGVISOR

Lesen verändert das Denken. Anwenden verändert die Ergebnisse. Wähle, wie du weitermachen möchtest.

Platz in der Leadership Group anfragen

Wir melden uns mit den nächsten Terminen und allen Details.

Du kommst von: Ergebnisorientierung (S29).