Ergebnisorientierung im Gleichgewicht
Ergebnisorientierung braucht Befähigung als Gegengewicht. Zu viel Ergebnisorientierung wird zu Entmündigung – der Weg zurück führt über Befähigung.
Begriffe erklärt
Schwestertugend S29
Ergebnisorientierung
„Ich messe mich und andere an Ergebnissen.“
auch Erfolgsorientierung, Zielerreichung
Gemeint ist der klare Blick darauf, was am Ende tatsächlich erreicht wird. Hilfreich, weil Förderung kein Selbstzweck ist; sie soll zu Wirkung führen.
In Balance mit: Befähigung. Zu viel davon: Entmündigung. Verneint durch: Ergebnislosigkeit.
Zielwert 29
Befähigung
„Ich mache andere stark und selbstständig.“
auch Empowerment, Talententwicklung
Gemeint ist das gezielte Entwickeln von Menschen: fördern, coachen, Verantwortung wachsen lassen. Hilfreich, weil eine Organisation nur so stark ist wie die Menschen, die in ihr wachsen.
In Balance mit: Ergebnisorientierung. Zu viel davon: Ergebnislosigkeit. Verneint durch: Entmündigung.
Zur Seite BefähigungÜbertreibung von Ergebnisorientierung
Entmündigung
„Menschen sind Mittel, um Zahlen zu erreichen.“
auch Verzweckung, Gängelung
Gegenbegriff zur Befähigung und zugleich überzogene Ergebnisorientierung. Grenzwertig, weil Menschen klein gehalten werden und mit ihnen die Zukunft der Organisation.
Übertreibung von: Ergebnisorientierung. Verneinung von: Befähigung. Entwicklungsrichtung: Befähigung.
Übertreibung von Befähigung
Ergebnislosigkeit
„Hauptsache, alle entwickeln sich.“
auch Dauerförderung, Folgenlosigkeit
Verneinung der Ergebnisorientierung und zugleich überzogene Befähigung. Grenzwertig, weil Seminare und Gespräche zunehmen, Ergebnisse aber ausbleiben.
Übertreibung von: Befähigung. Verneinung von: Ergebnisorientierung. Entwicklungsrichtung: Ergebnisorientierung.
Die Wertematrix im Detail
Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.
Die BegriffeErgebnisorientierung · Befähigung · Entmündigung · Ergebnislosigkeit
Schwestertugend
Ergebnisorientierung
auch Erfolgsorientierung · Zielerreichung
Gemeint ist der klare Blick darauf, was am Ende tatsächlich erreicht wird. Hilfreich, weil Förderung kein Selbstzweck ist; sie soll zu Wirkung führen.
Zielwert
Befähigung
auch Empowerment · Talententwicklung
Gemeint ist das gezielte Entwickeln von Menschen: fördern, coachen, Verantwortung wachsen lassen. Hilfreich, weil eine Organisation nur so stark ist wie die Menschen, die in ihr wachsen.
Übertreibung von Ergebnisorientierung
Entmündigung
auch Verzweckung · Gängelung
Gegenbegriff zur Befähigung und zugleich überzogene Ergebnisorientierung. Grenzwertig, weil Menschen klein gehalten werden und mit ihnen die Zukunft der Organisation.
Der Weg heraus: Richtung Befähigung
Übertreibung von Befähigung
Ergebnislosigkeit
auch Dauerförderung · Folgenlosigkeit
Verneinung der Ergebnisorientierung und zugleich überzogene Befähigung. Grenzwertig, weil Seminare und Gespräche zunehmen, Ergebnisse aber ausbleiben.
Der Weg heraus: Richtung Ergebnisorientierung
Die ÜbertreibungWann Entmündigung sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt
Die Übertreibung der Ergebnisorientierung heißt Entmündigung (auch: Verzweckung, Gängelung). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:
Bei einem Triebwerksproblem arbeitet die Cockpitbesatzung die Notfall-Checkliste Punkt für Punkt ab; der Kapitän lässt in diesen Minuten keine Diskussion über eigene Wege zu. Wo das Ergebnis über Leben entscheidet, ist enge Führung kein Misstrauen, sondern Schutz.
Eine Tochter übernimmt für ihre an Demenz erkrankte Mutter die Bankgeschäfte und entscheidet über größere Ausgaben, auch wenn die Mutter protestiert. Sie bezieht sie ein, wo es geht, verhindert aber, dass Betrüger ihr Erspartes abräumen.
Über jemanden hinweg zu entscheiden ist vertretbar, wenn akute Gefahr besteht oder ein Mensch die Folgen seines Handelns nicht mehr überblicken kann – und nur so weit wie nötig. Es wird Unrecht, sobald Menschen bloß zum Mittel für Zahlen werden oder man ihnen Entscheidungen abnimmt, die sie selbst treffen könnten.
Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftPhilosophie · China · Neues Testament · Christliche Tradition
Dass Ergebnisorientierung Befähigung als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.
Weitere Quellen zu diesem Wertepaar stehen auf der Seite Befähigung.
- 4. Jh. v. Chr.PhilosophieAristoteles
Jedes Handeln strebt nach einem Gut, und vom Ziel her bestimmt sich, was zu tun ist, Nikomachische Ethik I
- 4. Jh. v. Chr.ChinaMengzi
Der Bauer aus Song zog an seinen Setzlingen, damit sie schneller wüchsen – und sie verdorrten, Mengzi 2A2
- 1. Jh.Neues TestamentMatthäus 7,16
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“
Lukas 13,6–9Der Feigenbaum, der seit drei Jahren keine Frucht bringt, bekommt noch ein Jahr – mit Pflege und Dünger; Ergebnisse zählen, aber Geduld gehört dazu.
Matthäus 25,21Der Diener, der mit dem Anvertrauten etwas erreicht hat, wird gelobt und bekommt mehr Verantwortung – Treue im Kleinen zeigt sich am Ertrag.
- 13. Jh.Christliche TraditionThomas von Aquin
Der Mensch handelt immer um eines Zieles willen, I-II q. 1
- 1926–2016WertematrixHartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISORZur Geschichte der Wertematrix
Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.
Die Forschung3 Studien, davon 1 Metaanalyse · 2006–2011
- 2009
Zugleich warnen Forschende vor „Zielen außer Rand und Band“: Zu enge oder zu ehrgeizige Vorgaben verengen den Blick und begünstigen riskantes und unethisches Verhalten.
Ordóñez, Schweitzer, Galinsky & Bazerman, 2009 - 2006
Für den englischen Gesundheitsdienst fanden Bevan und Hood neben echten Verbesserungen auch Hinweise auf Manipulation der gemessenen Zahlen.
Bevan & Hood, 2006
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
- Woran würdest du in einem Jahr erkennen, dass sich deine Arbeit gelohnt hat?
- Welche Kennzahl verfolgst du, die in Wahrheit niemandem dient?
- Und wann hast du zuletzt ein Ziel erreicht, aber dabei einen Menschen aus dem Blick verloren?
Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.
So sieht Ergebnisorientierung in der Praxis aus
Paul O'Neill (Alcoa)
Der neue Chef des Aluminiumkonzerns Alcoa sprach 1987 vor Aktionären nicht über Gewinne, sondern über die Sicherheit seiner Beschäftigten.
Michael Barber (Prime Minister's Delivery Unit)
Nach seiner Wiederwahl 2001 ließ der britische Premier eine kleine Einheit aufbauen, die seine wichtigsten Ziele konsequent nachverfolgte.
Welche Werte tragen deine Führung?
In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.
Wertecheck startenErgebnisorientierung im Wappen
Farbe im Wappen: Gold
- SymbolSichel mit Ähren
Die Sichel mit Ähren steht für die Ernte, die nur einbringt, wer bis zur Reife durchhält und den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst. Sie zeigt, dass du beharrlich auf Ergebnisse hinarbeitest und den Moment erkennst, sie einzubringen.
- oder als AlternativeFeigenbaum mit Früchten
Ein Feigenbaum soll Frucht tragen, doch dafür braucht er Pflege, guten Boden und manchmal mehr Zeit als erhofft. Er steht für deine Erwartung, dass Arbeit Frucht bringt, verbunden mit der Bereitschaft, Menschen Zeit und Unterstützung zu geben.
Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.
Wertewappen erstellenGrundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung