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S41Schwestertugend zu Neugier

Fokus

„Ich konzentriere mich auf das Wesentliche.“

Das Wesentliche erkennen, Prioritäten setzen und dabei bleiben, auch wenn Spannenderes lockt – ohne den Blick für Veränderungen am Rand zu verlieren.

Ein goldener Strahl bündelt verstreute Punkte zu einem Strom zum Ziel, das Glitzern am Rand bleibt liegen. Wird er zum Tunnel, schiebt sich unbemerkt eine Veränderung in den Weg – bis tastende Fühler sie entdecken und der Strom um sie herum findet.
Kurz gesagt

Ich konzentriere mich auf das Wesentliche.

Was Fokus bedeutetDas Wesentliche erkennen, Prioritäten setzen und dabei bleiben, auch wenn Spannenderes lockt – ohne den Blick für Veränderungen am Rand zu verlieren.

Umfasst auchPrioritätensinnStringenz

Die Wertematrix

Fokus im Gleichgewicht

Fokus braucht Neugier als Gegengewicht. Zu viel Fokus wird zu Interesselosigkeit – der Weg zurück führt über Neugier.

In Balance

Begriffe erklärt

Schwestertugend S41

Fokus

„Ich konzentriere mich auf das Wesentliche.“

auch Konzentra­tion, Fokussie­rung

Gemeint ist die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen und dabei zu bleiben. Hilfreich, weil Neugier ohne Fokus in hundert Anfängen endet.

In Balance mit: Neugier. Zu viel davon: Interesselosigkeit. Verneint durch: Fokuslosigkeit.

Zielwert 41

Neugier

„Ich frage, bevor ich urteile, und will verstehen.“

auch Wissbegier, Entdecker­geist

Gemeint ist echtes Interesse an Menschen, Ideen und Zusammenhängen. Hilfreich, weil Neugier Lernen, Innovation und Beziehung öffnet.

In Balance mit: Fokus. Zu viel davon: Fokuslosigkeit. Verneint durch: Interesselosigkeit.

Zur Seite Neugier

Übertreibung von Fokus

Interesse­losigkeit

„Alles andere lenkt nur ab.“

auch Tunnelblick, Betriebs­blindheit

Gegenwort zur Neugier und zugleich überzogener Fokus. Grenzwertig, weil Veränderungen und Chancen am Rand übersehen werden.

Übertreibung von: Fokus. Verneinung von: Neugier. Entwicklungsrichtung: Neugier.

Übertreibung von Neugier

Fokus­losigkeit

„Das ist auch noch spannend!“

auch Zerstreuung, Verzette­lung

Verneinung des Fokus und zugleich überzogene Neugier. Grenzwertig, weil das Team ständig neuen Ideen hinterherläuft.

Übertreibung von: Neugier. Verneinung von: Fokus. Entwicklungsrichtung: Fokus.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeFokus · Neugier · Interesselosigkeit · Fokuslosigkeit

Schwestertugend

Fokus

auch Konzentration · Fokussierung

Gemeint ist die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen und dabei zu bleiben. Hilfreich, weil Neugier ohne Fokus in hundert Anfängen endet.

Zielwert

Neugier

auch Wissbegier · Entdeckergeist

Gemeint ist echtes Interesse an Menschen, Ideen und Zusammenhängen. Hilfreich, weil Neugier Lernen, Innovation und Beziehung öffnet.

Übertreibung von Fokus

Interesselosigkeit

auch Tunnelblick · Betriebsblindheit

Gegenwort zur Neugier und zugleich überzogener Fokus. Grenzwertig, weil Veränderungen und Chancen am Rand übersehen werden.

Der Weg heraus: Richtung Neugier

Übertreibung von Neugier

Fokuslosigkeit

auch Zerstreuung · Verzettelung

Verneinung des Fokus und zugleich überzogene Neugier. Grenzwertig, weil das Team ständig neuen Ideen hinterherläuft.

Der Weg heraus: Richtung Fokus

Die ÜbertreibungWann Interesselosigkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung des Fokus heißt Interesselosigkeit (auch: Tunnelblick, Betriebsblindheit). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Kunst, Kultur & Sport

Ein Torwart steht im Elfmeterschießen. Er blendet Publikum, Kameras und Spielstand bewusst aus und denkt nur an den nächsten Schützen. Für diese zwei Minuten ist der Tunnelblick seine beste Leistung.

Wirtschaft

In der letzten Woche vor einer Abgabefrist, an der ein Großauftrag hängt, nimmt die Projektleiterin keine neuen Ideen mehr auf. Sie schreibt sie auf einen „Parkplatz“ und verspricht, sie nach der Abgabe anzuschauen.

Woran man den Unterschied erkennt

Tunnelblick trägt, wenn das Ziel unstrittig, die Lage überschaubar und die Zeit begrenzt ist. Er schadet, sobald er zur Dauerhaltung wird oder Warnsignale ausblendet, die nicht ins Bild passen.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Neues Testament

Dass Fokus Neugier als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

Weitere Quellen zu diesem Wertepaar stehen auf der Seite Neugier.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Sprüche 4,25

    „Lass deine Augen stracks vor sich sehen und deine Augenlider richtig vor dir hin blicken.“

  2. 4. Jh. v. Chr.
    China
    Laozi

    „Die fünf Farben machen des Menschen Auge blind“ – die Fülle der Reize zerstreut, darum sorgt der Weise für das Innere statt für das Auge, Daodejing 12

    Mengzi

    Zwei Schüler lernen beim besten Brettspieler des Landes; der eine ist ganz bei der Sache, der andere denkt an einen Schwan, den er mit Pfeil und Bogen schießen möchte – und bleibt zurück, nicht weil er weniger klug wäre, Mengzi 6A9

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    Lukas 10,41–42

    Jesus zu Marta, die sich um vieles sorgt und müht: „Eins aber ist not.“ Fokus heißt, das Notwendige vom bloß Dringlichen zu unterscheiden.

    Philipper 3,13–14

    „Eines aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, was da vorne ist.“ Paulus jagt einem Ziel nach, nicht vielen.

  4. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung3 Studien, davon 1 Metaanalyse · 2005–2017 · mit Grenzen der Forschung
3 Studiendavon 1 Metaanalyse2005–2017 Zeitraum
  1. 2005
    Feldstudie

    Wie zerstückelt Arbeit im Alltag ist, zeigt eine Feldbeobachtung von 24 Wissensarbeitern über mehr als 700 Stunden: Im Schnitt blieben sie nur rund elf Minuten bei einem Arbeitsstrang, bevor sie wechselten oder unterbrochen wurden, und 57 Prozent der Arbeitsstränge wurden unterbrochen.

    Mark, Gonzalez & Harris, 2005
  2. 2009
    Experiment

    Sophie Leroy zeigte in Experimenten, warum solche Wechsel teuer sind: Wer eine Aufgabe ohne Abschluss verlässt, nimmt einen „Aufmerksamkeitsrest“ mit, der die Leistung bei der nächsten Aufgabe senkt; ein klarer Abschluss erleichtert das Umschalten.

    Leroy, 2009
  3. 2017
    Metaanalyse

    In Stanford-Experimenten ließen sich „Heavy Media Multitasker“ zudem stärker von irrelevanten Reizen stören und wechselten langsamer zwischen Aufgaben (Ophir, Nass & Wagner, 2009) – zwei Replikationen und eine Metaanalyse über 39 Effekte fanden allerdings nur einen schwachen Zusammenhang, der nach Korrektur für kleine Studien nicht mehr signifikant war.

    Wiradhany & Nieuwenstein, 2017
Wo die Forschung an Grenzen stößt

Die Belege zu den Kosten der Ablenkung stammen zu einem guten Teil aus dem Labor und sagen nicht, dass jeder Blick über den Tellerrand schadet.

Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Was sind gerade die drei wichtigsten Dinge in deiner Verantwortung – und weiß dein Team das?
  2. Welches angefangene Projekt solltest du mutig beenden, damit die anderen gelingen?
  3. Wann hast du zuletzt bewusst über den Tellerrand geschaut, um nicht betriebsblind zu werden?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

Wertecheck

Welche Werte tragen deine Führung?

In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.

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Wertewappen

Fokus im Wappen

Farbe im Wappen: Rot

  • SymbolPfeil im Ziel

    Ein Pfeil fliegt gesammelt auf einen einzigen Punkt zu und lässt alles hinter sich, was ihn ablenken könnte. Wählst du ihn, setzt du klare Prioritäten und richtest deine Kraft auf das, was wirklich zählt.

  • oder als AlternativeAuge

    Das Auge steht für den ungeteilten Blick: Wer klar sieht, findet sich zurecht und erkennt, wohin der Weg führt. Damit zeigst du, dass du dich nicht zerstreuen lässt und weißt, worauf es ankommt.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Fokus

Was bedeutet Fokus?

Das Wesentliche erkennen, Prioritäten setzen und dabei bleiben, auch wenn Spannenderes lockt – ohne den Blick für Veränderungen am Rand zu verlieren. Der Ich-Satz dazu: „Ich konzentriere mich auf das Wesentliche.“

Zu welchem Zielwert gehört Fokus?

Fokus ist die Schwestertugend zu Neugier (41). Zum Zielwert: Gemeint ist echtes Interesse an Menschen, Ideen und Zusammenhängen. Hilfreich, weil Neugier Lernen, Innovation und Beziehung öffnet.

Was ist die Übertreibung von Fokus?

Interesselosigkeit (auch: Tunnelblick, Betriebsblindheit). Gegenwort zur Neugier und zugleich überzogener Fokus. Grenzwertig, weil Veränderungen und Chancen am Rand übersehen werden.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Tunnelblick trägt, wenn das Ziel unstrittig, die Lage überschaubar und die Zeit begrenzt ist. Er schadet, sobald er zur Dauerhaltung wird oder Warnsignale ausblendet, die nicht ins Bild passen.

Was sagt die Forschung zu Fokus?

Wie zerstückelt Arbeit im Alltag ist, zeigt eine Feldbeobachtung von 24 Wissensarbeitern über mehr als 700 Stunden: Im Schnitt blieben sie nur rund elf Minuten bei einem Arbeitsstrang, bevor sie wechselten oder unterbrochen wurden, und 57 Prozent der Arbeitsstränge wurden unterbrochen (Mark, Gonzalez & Harris, 2005).

Welche Beispiele gibt es für Fokus?

Zum Beispiel: Jorma Ollila (Nokia), Andrew Wiles (Mathematiker).

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Du kommst von: Fokus (S41).