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38Zielwert

Gelassenheit

„Ich bleibe ruhig, wenn es stürmt.“

Ruhig bleiben, wenn es stürmt, und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden – damit das Team Halt findet und klare Entscheidungen möglich werden.

Um eine ruhige goldene Linie tobt ein Wirbel; nahe bei ihr kommen die Punkte zur Ruhe und ordnen sich in Schichten. Erlischt jede Bewegung, sinkt alles matt zu Boden – bis aus der Mitte der Linie eine Flamme steigt.
Kurz gesagt

Ich bleibe ruhig, wenn es stürmt.

Was Gelassenheit bedeutetRuhig bleiben, wenn es stürmt, und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden – damit das Team Halt findet und klare Entscheidungen möglich werden.

Umfasst auchInnere RuheEmotionale Reife

Die Wertematrix

Gelassenheit im Gleichgewicht

Gelassenheit braucht Leidenschaft als Gegengewicht. Zu viel Gelassenheit wird zu Leidenschaftslosigkeit – der Weg zurück führt über Leidenschaft.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 38

Gelassen­heit

„Ich bleibe ruhig, wenn es stürmt.“

auch Gleichmut, Ausgeglichen­heit

Gemeint ist innere Ruhe, die zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterscheidet. Hilfreich, weil Ruhe ansteckt und klare Entscheidungen erst möglich macht.

In Balance mit: Leidenschaft. Zu viel davon: Leidenschaftslosigkeit. Verneint durch: Getriebenheit.

Schwestertugend S38

Leiden­schaft

„Ich brenne für meine Aufgabe.“

auch Herzblut, Feuer

Gemeint ist Begeisterung und Hingabe, die andere mitreißt. Hilfreich, weil Gelassenheit ohne Feuer wie Gleichgültigkeit wirkt.

In Balance mit: Gelassenheit. Zu viel davon: Getriebenheit. Verneint durch: Leidenschaftslosigkeit.

Zur Seite Leidenschaft

Übertreibung von Gelassenheit

Leidenschafts­losigkeit

„Mich bringt nichts aus der Ruhe – und nichts in Fahrt.“

auch Gleichgültig­keit, Phlegma

Verneinung der Leidenschaft und zugleich überzogene Gelassenheit. Grenzwertig, weil niemand für eine Sache brennt, die der Führungskraft egal ist.

Übertreibung von: Gelassenheit. Verneinung von: Leidenschaft. Entwicklungsrichtung: Leidenschaft.

Übertreibung von Leidenschaft

Getrieben­heit

„Ich kann nicht abschalten, es ist zu wichtig.“

auch Fanatismus, innere Unruhe

Gegenwort zur Gelassenheit und zugleich überzogene Leidenschaft. Grenzwertig, weil Getriebenheit sich selbst und andere verbrennt.

Übertreibung von: Leidenschaft. Verneinung von: Gelassenheit. Entwicklungsrichtung: Gelassenheit.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeGelassenheit · Leidenschaft · Leidenschaftslosigkeit · Getriebenheit

Zielwert

Gelassenheit

auch Gleichmut · Ausgeglichenheit

Gemeint ist innere Ruhe, die zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterscheidet. Hilfreich, weil Ruhe ansteckt und klare Entscheidungen erst möglich macht.

Schwestertugend

Leidenschaft

auch Herzblut · Feuer

Gemeint ist Begeisterung und Hingabe, die andere mitreißt. Hilfreich, weil Gelassenheit ohne Feuer wie Gleichgültigkeit wirkt.

Übertreibung von Gelassenheit

Leidenschaftslosigkeit

auch Gleichgültigkeit · Phlegma

Verneinung der Leidenschaft und zugleich überzogene Gelassenheit. Grenzwertig, weil niemand für eine Sache brennt, die der Führungskraft egal ist.

Der Weg heraus: Richtung Leidenschaft

Übertreibung von Leidenschaft

Getriebenheit

auch Fanatismus · innere Unruhe

Gegenwort zur Gelassenheit und zugleich überzogene Leidenschaft. Grenzwertig, weil Getriebenheit sich selbst und andere verbrennt.

Der Weg heraus: Richtung Gelassenheit

Die ÜbertreibungWann Leidenschaftslosigkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Gelassenheit heißt Leidenschaftslosigkeit (auch: Gleichgültigkeit, Phlegma). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Kunst, Kultur & Sport

Ein Schiedsrichter lässt sich im Derby weder von Pfiffen noch von Protesten berühren und entscheidet kühl nach den Regeln. Für die Dauer des Spiels ist innere Unbeteiligtheit seine Pflicht.

Politik & Staat

Eine Familienrichterin hört in einem emotional aufgeladenen Sorgerechtsstreit beide Seiten mit unbewegter Miene an und lässt sich von Tränen und Vorwürfen nicht treiben. Ihre Unparteilichkeit verlangt, dass sie keiner Seite gefühlsmäßig zuneigt.

Woran man den Unterschied erkennt

Unbeteiligtheit trägt in Rollen, die Neutralität verlangen, und für die Dauer einer Entscheidung. Sie schadet, sobald sie in Gleichgültigkeit gegenüber Menschen umschlägt oder Phlegma herrscht, wo Begeisterung, Mitgefühl oder Einsatz gefragt wären.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Philosophie · Neues Testament · Jüdische Auslegung

Dass Gelassenheit Leidenschaft als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Psalm 131,2

    „Ja, ich habe meine Seele gesetzt und gestillt; so ist meine Seele in mir wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter.“ Gelassenheit als Frucht von Vertrauen.

  2. 4. Jh. v. Chr.
    China
    Laozi

    „Das Schwere ist die Wurzel des Leichten, die Ruhe ist der Herr der Unruhe“, Daodejing 26

  3. 4. Jh. v. Chr.
    Philosophie
    Aristoteles

    Die Sanftmut als Mitte zwischen Jähzorn und Zornlosigkeit, Nikomachische Ethik II

  4. 1. Jh.
    Neues Testament
    Markus 4,38–40

    Im Sturm schläft Jesus im Boot; die Jünger wecken ihn panisch. Er stillt den Sturm und fragt: „Wie seid ihr so furchtsam?“

    Matthäus 6,34

    „Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen.“

  5. um 200
    Jüdische Auslegung
    Mischna

    „Wer ist ein Held? Wer seinen Trieb bezwingt“, Avot 4,1

  6. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Sanftmut zügelt den Zorn, II-II q. 157

  7. um 1300
    Christliche Tradition
    Meister Eckhart

    Bei ihm meint „gelâzenheit“ das Loslassen des Eigenwillens – hier hat das deutsche Wort seinen Ursprung

  8. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 2002–2005
2 Studien2002–2005 Zeitraum
  1. 2005
    Studie

    Stimmungen von Führungskräften stecken an: Gruppen übernahmen die Stimmung ihrer Leitung; Teams mit gut gestimmter Leitung koordinierten sich besser, Teams mit schlecht gestimmter Leitung strengten sich allerdings mehr an.

    Sy, Côté & Saavedra, 2005
  2. 2002
    Experiment

    Auch in Gruppenexperimenten breitete sich die Emotion einer einzelnen Person auf die Gruppe aus; positive Ansteckung ging mit mehr Kooperation und weniger Konflikt einher. Gelassenheit der Führung ist also keine Privatsache – sie prägt das Klima.

    Barsade, 2002
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Woran merkt dein Team, dass du unter Druck stehst – und was macht das mit ihm?
  2. Was hilft dir, in Krisen zuerst ruhig zu werden und dann zu entscheiden?
  3. Wo verwechselst du Gelassenheit mit Gleichgültigkeit?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Welche Werte tragen deine Führung?

In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.

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Wertewappen

Gelassenheit im Wappen

Farbe im Wappen: Blau

  • SymbolEisvogel (Halkyon)

    Nach antiker Sage glättet sich das Meer, solange der Eisvogel brütet, daher spricht man bis heute von halkyonischen Tagen der Ruhe. Wählst du ihn, bringst du Ruhe in aufgewühlte Lagen und wirst zum ruhigen Pol für dein Team.

  • oder als AlternativeStilles Wasser

    Stilles Wasser liegt ruhig da, und an seinem Ufer kommen Mensch und Tier zur Ruhe. Es steht für eine Gelassenheit, die aus innerer Geborgenheit wächst, weil du in dir selbst ruhst.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Gelassenheit

Was bedeutet Gelassenheit?

Ruhig bleiben, wenn es stürmt, und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden – damit das Team Halt findet und klare Entscheidungen möglich werden. Der Ich-Satz dazu: „Ich bleibe ruhig, wenn es stürmt.“

Was ist die Schwestertugend von Gelassenheit?

Leidenschaft (S38). Gemeint ist Begeisterung und Hingabe, die andere mitreißt. Hilfreich, weil Gelassenheit ohne Feuer wie Gleichgültigkeit wirkt.

Was ist die Übertreibung von Gelassenheit?

Leidenschaftslosigkeit (auch: Gleichgültigkeit, Phlegma). Verneinung der Leidenschaft und zugleich überzogene Gelassenheit. Grenzwertig, weil niemand für eine Sache brennt, die der Führungskraft egal ist.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Unbeteiligtheit trägt in Rollen, die Neutralität verlangen, und für die Dauer einer Entscheidung. Sie schadet, sobald sie in Gleichgültigkeit gegenüber Menschen umschlägt oder Phlegma herrscht, wo Begeisterung, Mitgefühl oder Einsatz gefragt wären.

Was sagt die Forschung zu Gelassenheit?

Stimmungen von Führungskräften stecken an: Gruppen übernahmen die Stimmung ihrer Leitung; Teams mit gut gestimmter Leitung koordinierten sich besser, Teams mit schlecht gestimmter Leitung strengten sich allerdings mehr an (Sy, Côté & Saavedra, 2005).

Welche Beispiele gibt es für Gelassenheit?

Zum Beispiel: Angela Merkel und Peer Steinbrück (Bundesregierung), Tammie Jo Shults (Southwest Airlines).

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