Werte
Blog
  1. Start
  2. Werte
  3. Gottvertrauen
34Zielwert

Gott­vertrauen

„Ich verlasse mich auf Gott, nicht nur auf mich.“

Das Eigene tun und das Ergebnis Gott anvertrauen: aus dem Wissen führen, dass nicht alles an mir hängt – frei von Allmachtsfantasien und lähmender Sorge.

Ein Punkt geht über das Feld und legt Samen in den Boden; von oben fällt goldenes Licht, und wo es auf die Saat trifft, wächst sie. Hört er auf zu säen und wartet nur, fällt das Licht auf leeren Boden – bis er sein Teil wieder tut und das Feld weiter aufgeht.
Kurz gesagt

Ich verlasse mich auf Gott, nicht nur auf mich.

Was Gottvertrauen bedeutetDas Eigene tun und das Ergebnis Gott anvertrauen: aus dem Wissen führen, dass nicht alles an mir hängt – frei von Allmachtsfantasien und lähmender Sorge.

Umfasst auchSpiritualitätEhrfurchtFrömmigkeit

Die Wertematrix

Gottvertrauen im Gleichgewicht

Gottvertrauen braucht Eigenverantwortung als Gegengewicht. Zu viel Gottvertrauen wird zu Fatalismus – der Weg zurück führt über Eigenverantwortung.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 34

Gott­ver­trauen

„Ich verlasse mich auf Gott, nicht nur auf mich.“

auch Glaube, Getrostheit

Gemeint ist das Vertrauen, dass das Ergebnis nicht allein in der eigenen Hand liegt. Hilfreich, weil es von Allmachtsfantasien und lähmender Sorge befreit.

In Balance mit: Eigenverantwortung. Zu viel davon: Fatalismus. Verneint durch: Gottvergessenheit.

Schwestertugend S34

Eigen­verant­wor­tung

„Ich tue, was in meiner Macht steht.“

auch Selbst­verant­wor­tung, Mündigkeit

Gemeint ist die Bereitschaft, das Eigene vollständig einzubringen. Hilfreich, weil Vertrauen kein Ersatz für Sorgfalt, Planung und Arbeit ist.

In Balance mit: Gottvertrauen. Zu viel davon: Gottvergessenheit. Verneint durch: Fatalismus.

Zur Seite Eigenverantwortung

Übertreibung von Gottvertrauen

Fatalismus

„Gott wird es schon richten.“

auch Schicksals­ergebenheit, frommer Leichtsinn

Gegenwort zur Eigenverantwortung und zugleich überzogenes Gottvertrauen. Grenzwertig, weil Frömmigkeit dann Untätigkeit verdeckt.

Übertreibung von: Gottvertrauen. Verneinung von: Eigenverantwortung. Entwicklungsrichtung: Eigenverantwortung.

Übertreibung von Eigenverantwortung

Gott­vergessenheit

„Alles hängt an mir.“

auch Machbarkeits­wahn, Sorgengeist

Gegenbegriff zum Gottvertrauen und zugleich überzogene Eigenverantwortung. Grenzwertig, weil sie in Überlastung, Kontrollzwang und Sorge führt.

Übertreibung von: Eigenverantwortung. Verneinung von: Gottvertrauen. Entwicklungsrichtung: Gottvertrauen.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeGottvertrauen · Eigenverantwortung · Fatalismus · Gottvergessenheit

Zielwert

Gott­vertrauen

auch Glaube · Getrostheit

Gemeint ist das Vertrauen, dass das Ergebnis nicht allein in der eigenen Hand liegt. Hilfreich, weil es von Allmachtsfantasien und lähmender Sorge befreit.

Schwestertugend

Eigen­verant­wortung

auch Selbstverantwortung · Mündigkeit

Gemeint ist die Bereitschaft, das Eigene vollständig einzubringen. Hilfreich, weil Vertrauen kein Ersatz für Sorgfalt, Planung und Arbeit ist.

Übertreibung von Gottvertrauen

Fatalismus

auch Schicksalsergebenheit · frommer Leichtsinn

Gegenwort zur Eigenverantwortung und zugleich überzogenes Gottvertrauen. Grenzwertig, weil Frömmigkeit dann Untätigkeit verdeckt.

Der Weg heraus: Richtung Eigenverantwortung

Übertreibung von Eigenverantwortung

Gottvergessenheit

auch Machbarkeitswahn · Sorgengeist

Gegenbegriff zum Gottvertrauen und zugleich überzogene Eigenverantwortung. Grenzwertig, weil sie in Überlastung, Kontrollzwang und Sorge führt.

Der Weg heraus: Richtung Gottvertrauen

Die ÜbertreibungWann Fatalismus sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung des Gottvertrauens heißt Fatalismus (auch: Schicksalsergebenheit, frommer Leichtsinn). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Familie

Eine Familie begleitet den sterbenden Großvater im Hospiz und verzichtet nach ärztlicher Beratung bewusst auf weitere belastende Behandlungen. Sie nimmt an, was nicht mehr zu ändern ist, und legt es in Gottes Hand. Das ist keine Resignation, sondern Annehmen.

Wirtschaft

Ein Landwirt hat getan, was er konnte – Saat, Pflege, Absicherung. Als ein Unwetter angekündigt ist, bleibt ihm nichts mehr zu tun, und er geht abends ruhig schlafen. Ergebenheit schützt ihn hier vor sinnlosem Zermürben.

Woran man den Unterschied erkennt

Sich in das Unabänderliche zu fügen trägt, wenn das eigene Handeln wirklich ausgeschöpft ist. Es wird zu frommem Leichtsinn, sobald man Gott vorschiebt, um das Mögliche nicht zu tun – etwa indem man Warnungen überhört oder Arztbesuche und Vorsorge ausschlägt.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Christliche Tradition

Dass Gottvertrauen Eigenverantwortung als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Psalm 127,1–2

    „Wo der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Seinen Freunden gibt er es im Schlaf.

    Sprüche 3,5–6

    „Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand.“

  2. 4. Jh. v. Chr.
    China
    Mengzi

    Wer den Willen des Himmels kennt, stellt sich nicht unter eine einsturzgefährdete Mauer, Mengzi 7A2

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    1. Petrus 5,7

    „Alle Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.“

  4. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    „Niemals stelle sich ein Mensch an einen gefährlichen Ort und sage: Man wird mir ein Wunder tun“, Taanit 20b

  5. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Die Hoffnung hat zwei Gegenspieler: die Verzweiflung, II-II q. 20, und die Vermessenheit, die sich Gottes Hilfe ohne eigenes Zutun anmaßt, q. 21

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 1988–2001
2 Studien1988–2001 Zeitraum
  1. 1988
    Studie

    Schon 1988 unterschied eine Studie drei religiöse Bewältigungsstile: selbstgesteuert, „abgebend“ (alles Gott überlassen) und kooperativ (mit Gott gemeinsam handeln). Der kooperative Stil ging mit mehr erlebter Kontrolle und höherem Selbstwert einher, das reine Abgeben mit weniger Kontrolle und weniger planvoller Problemlösung.

    Pargament et al., 1988
  2. 2001
    Studie

    Bei 596 älteren Klinikpatienten war ein religiöser Konflikt – etwa das Gefühl, von Gott verlassen zu sein – mit einem um 19 bis 28 Prozent höheren Sterberisiko in den folgenden zwei Jahren verbunden.

    Pargament et al., 2001
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Wo versuchst du, etwas zu kontrollieren, das nicht in deiner Hand liegt – und raubst dir und anderen damit den Schlaf?
  2. Wo dagegen schiebst du Gott vor, um dich vor einer Entscheidung zu drücken?
  3. Und wie sähe dein nächster Arbeitstag aus, wenn du wirklich glaubtest, dass nicht alles an dir hängt?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

Wertecheck

Welche Werte tragen deine Führung?

In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.

Wertecheck starten
Wertewappen

Gottvertrauen im Wappen

Farbe im Wappen: Blau

  • SymbolLilie des Feldes

    Die Lilien auf dem Feld wachsen und blühen, ohne sich zu sorgen, und stehen doch in voller Pracht da. Das Bild steht für eine Führung, die sich nicht von Sorgen treiben lässt, weil sie Gott vertraut.

  • oder als AlternativeSperling

    Der Sperling ist ein kleiner, unscheinbarer Vogel, und gerade er steht dafür, dass auch das Geringste nicht übersehen wird und niemand sich fürchten muss. Wählst du ihn, zeigt dein Wappen das Vertrauen, dass du und deine Leute auch im Kleinen geborgen seid.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Gottvertrauen

Was bedeutet Gottvertrauen?

Das Eigene tun und das Ergebnis Gott anvertrauen: aus dem Wissen führen, dass nicht alles an mir hängt – frei von Allmachtsfantasien und lähmender Sorge. Der Ich-Satz dazu: „Ich verlasse mich auf Gott, nicht nur auf mich.“

Was ist die Schwestertugend von Gottvertrauen?

Eigenverantwortung (S34). Gemeint ist die Bereitschaft, das Eigene vollständig einzubringen. Hilfreich, weil Vertrauen kein Ersatz für Sorgfalt, Planung und Arbeit ist.

Was ist die Übertreibung von Gottvertrauen?

Fatalismus (auch: Schicksalsergebenheit, frommer Leichtsinn). Gegenwort zur Eigenverantwortung und zugleich überzogenes Gottvertrauen. Grenzwertig, weil Frömmigkeit dann Untätigkeit verdeckt.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Sich in das Unabänderliche zu fügen trägt, wenn das eigene Handeln wirklich ausgeschöpft ist. Es wird zu frommem Leichtsinn, sobald man Gott vorschiebt, um das Mögliche nicht zu tun – etwa indem man Warnungen überhört oder Arztbesuche und Vorsorge ausschlägt.

Was sagt die Forschung zu Gottvertrauen?

Schon 1988 unterschied eine Studie drei religiöse Bewältigungsstile: selbstgesteuert, „abgebend“ (alles Gott überlassen) und kooperativ (mit Gott gemeinsam handeln). Der kooperative Stil ging mit mehr erlebter Kontrolle und höherem Selbstwert einher, das reine Abgeben mit weniger Kontrolle und weniger planvoller Problemlösung (Pargament et al., 1988).

Welche Beispiele gibt es für Gottvertrauen?

Zum Beispiel: Georg Müller (Waisenhäuser in Bristol), Truett Cathy (Chick-fil-A).

Dein nächster Schritt

Werte leben – gemeinsam mit WEGVISOR

Lesen verändert das Denken. Anwenden verändert die Ergebnisse. Wähle, wie du weitermachen möchtest.

Platz in der Leadership Group anfragen

Wir melden uns mit den nächsten Terminen und allen Details.

Du kommst von: Gottvertrauen (34).