Hoch oben liegt eine goldene Marke, und die Punkte wachsen ihr entgegen. Rückt sie immer höher, mühen sie sich und fallen zurück – bis eine Mulde sie auffängt, die Marke auf erreichbare Höhe kommt und alle sie erreichen.
Kurz gesagt
Ein Footballtrainer übernahm das schwächste Team der Liga und begann nicht mit Spielzügen, sondern mit Verhaltensstandards für alle im Verein. Leistungsanspruch zeigt sich hier als Haltung, nicht nur als Zielvorgabe.
1 Min. Lesezeit2 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Im Januar 1979 übernahm Bill Walsh die San Francisco 49ers, nachdem das Team die Saison 1978 mit zwei Siegen und 14 Niederlagen beendet hatte. In seinem Buch „The Score Takes Care of Itself“ (2009) beschreibt er, was er zuerst tat: Er legte schriftlich fest, wie im Verein gearbeitet werden sollte. Das Beispiel zeigt, dass hohe Ansprüche bei der täglichen Arbeitsweise anfangen.
Punkte richten sich an einer goldenen Linie aus, einer bleibt blass darunter – wie Bill Walshs „Standard of Performance“ bei den 49ers.
01
Der Standard vor dem Ergebnis
Situation
Walshs „Standard of Performance“ verlangte unter anderem: „Exhibit a ferocious and intelligently applied work ethic directed at continual improvement“, „demonstrate respect for each person in the organization and the work he or she does“, „be fair“ und „demonstrate character“. Auch Details zählten: Man solle die Verbindung zwischen Details und Verbesserung ernst nehmen.
Bezug zum Wert
Walsh verlangte Höchstleistung, definierte sie aber über Arbeitsweise, Lernen und Respekt – nicht über den Punktestand. Der Buchtitel bringt es auf den Punkt: Wenn die Standards stimmen, kümmert sich das Ergebnis um sich selbst.
02
Geduld im ersten Jahr, Titel danach
Situation
1979 endete erneut mit 2:14. Doch Walsh baute die Organisation um und holte unter anderem Joe Montana in der dritten Draft-Runde. Die 49ers gewannen unter ihm die Super Bowls XVI, XIX und XXIII; die Mannschaft, die nach seinem Standard arbeitete, holte insgesamt fünf Titel.
Bezug zum Wert
Der Anspruch zahlte sich nicht sofort aus. Er wirkte, weil er dauerhaft galt – auch in einem schlechten Jahr.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
AufschreibenMach deine Ansprüche konkret und für alle sichtbar.
02
Verhalten vor ZahlenFühre über die Art, wie gearbeitet wird – die Ergebnisse folgen.
03
Respekt einbauenEin hoher Standard schließt Respekt vor jeder Tätigkeit ausdrücklich ein.
Lies nach, was hinter Leistungsanspruch steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Fürsorge.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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Wert und Schwester – aus den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.