Zwei Kreise ziehen gemeinsam ihren Weg, ein goldenes Band hält sie auch im Sturm zusammen. Will der eine seinen eigenen Weg gehen und das Band klammert, zerrt es an beiden – bis es länger wird, ihn freigibt und als feiner Faden bleibt.
Kurz gesagt
Ein Weltklassefußballer bleibt 24 Jahre bei seinem Heimatverein, obwohl er anderswo mehr Titel hätte holen können. Treue zeigt sich hier als bewusste Entscheidung des Herzens – mit einem sportlichen Preis.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Francesco Totti debütierte am 28. März 1993 mit 16 Jahren für den AS Rom, den Verein seiner Heimatstadt. Sein letztes Spiel bestritt er am 28. Mai 2017. Dazwischen lag eine Profikarriere, die er vollständig bei diesem einen Klub verbrachte – eine Seltenheit im modernen Fußball.
Ein Punkt kreist um dieselbe goldene Mitte, während andere Linien davonziehen – wie Francesco Totti, der dem AS Rom treu blieb.
01
Ein Verein, eine Karriere
Situation
In 786 Pflichtspielen erzielte Totti 307 Tore für die Roma. Die Titelausbeute blieb vergleichsweise schmal: eine Meisterschaft 2000/01 sowie zwei Pokalsiege 2007 und 2008. Mit der italienischen Nationalmannschaft wurde er 2006 Weltmeister.
Bezug zum Wert
Treue hat hier einen Preis. Totti nahm in Kauf, dass sich sein Erfolg nicht in einer langen Titelliste messen ließ.
02
Das Nein zu Real Madrid
Situation
Totti erhielt mehrere Angebote von Real Madrid; ein Wechsel sei „very, very close“ gewesen. Er lehnte ab und erklärte später: „It wasn't a question of weakness. It was a question of love.“ Er habe mit dem Herzen entschieden, „which has always been dedicated to Roma“.
Bezug zum Wert
Totti betont, dass seine Treue keine Bequemlichkeit war, sondern eine bewusste Wahl. Treue im besten Sinn ist eine Entscheidung, die man immer wieder trifft.
03
Der Abschied
Situation
Beim letzten Spiel, einem 3:2-Heimsieg gegen Genua, wurde Totti in der 54. Minute eingewechselt und mit stehenden Ovationen gefeiert.
Bezug zum Wert
Die Verbundenheit war gegenseitig – der Verein und seine Anhänger dankten ihm seine Treue.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Treue ist eine EntscheidungBleib nicht aus Gewohnheit, sondern weil du dich bewusst für etwas entscheidest.
02
Kenne den PreisJede Bindung schließt andere Möglichkeiten aus – sei dir ehrlich darüber, was du dafür aufgibst.
03
Verbundenheit wirkt in beide RichtungenWer treu ist, stiftet Identität für andere, die sich mit dir und deinem Team verbunden fühlen.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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Wert und Schwester – aus den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.