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Beispiel zum WertIntuition (S47)

Wirtschaft

Wie Howard Schultz in Mailand eine Idee fand, die seine Chefs nicht wollten

Nach einer Reise nach Mailand war Howard Schultz überzeugt, dass die italienische Espressobar auch in den USA funktionieren würde – gegen die Skepsis der Starbucks-Gründer.

Ein goldener Funke springt in einem einzigen Bogen vom Start zum Ziel, und das Ziel leuchtet auf. Springen Bögen wild in alle Richtungen, gehen sie ins Leere – bis Schritt für Schritt ein geprüfter Weg unter dem Bogen entsteht und ihn bestätigt.
Kurz gesagt

Nach einer Reise nach Mailand war Howard Schultz überzeugt, dass die italienische Espressobar auch in den USA funktionieren würde – gegen die Skepsis der Starbucks-Gründer. Sein Beispiel zeigt, wie Intuition zum Handeln treibt und wo sie an Grenzen stößt.

2 Min. Lesezeit4 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt

Howard Schultz kam 1982 als Leiter für Einzelhandel und Marketing zu Starbucks, damals ein Händler für Kaffeebohnen in Seattle. 1983 führte ihn eine Einkaufsreise nach Mailand. Was er dort erlebte, ließ ihn nicht mehr los – ein Lehrstück darüber, wie aus einem Eindruck eine unternehmerische Überzeugung wird.

Auf einer langen Theke dampft eine goldene Tasse, ringsum Punkte – wie Howard Schultz nach seiner Reise nach Mailand.
Auf einer langen Theke dampft eine goldene Tasse, ringsum Punkte – wie Howard Schultz nach seiner Reise nach Mailand.

Ein Eindruck in Mailands Kaffeebars

Situation
In Mailand lernte Schultz die italienische Kaffeekultur kennen, das „Ritual und die Romantik“ der Kaffeebars, wie Starbucks es heute beschreibt. Zurück in Seattle drängte er die Eigentümer Jerry Baldwin und Gordon Bowker, Espressogetränke anzubieten. 1984 leitete er den ersten Espresso-Versuch des Unternehmens; die Ergebnisse waren vielversprechend.
Bezug zum Wert
Schultz hatte keine Marktstudie, sondern ein Erlebnis, das er für übertragbar hielt. Intuition erkennt ein Muster, bevor Zahlen es belegen.

Gegenwind und eigener Weg

Situation
Die Gründer wollten sich nicht vom Kerngeschäft ablenken lassen, dem Verkauf von Arabica-Bohnen. Schultz verließ Starbucks 1985 und gründete sein eigenes Café-Unternehmen Il Giornale, benannt nach einer Mailänder Zeitung. Von 242 angesprochenen Geldgebern lehnten ihn 217 ab; Starbucks selbst wurde sein erster Investor.
Bezug zum Wert
Wer intuitiv überzeugt ist, muss bereit sein, das Risiko selbst zu tragen. Schultz bewies seine Idee im Kleinen, statt nur zu argumentieren.

Aus dem Café wird Starbucks

Situation
Im März 1987 waren die Gründer bereit, Namen, Rösterei und sechs Filialen in Seattle zu verkaufen. Bis August 1987 hatte Schultz die nötigen 3,8 Millionen Dollar beisammen; Il Giornale übernahm Starbucks und nahm dessen Namen an.
Bezug zum Wert
Aus dem Bauchgefühl wurde ein Geschäftsmodell, weil Schultz es Schritt für Schritt überprüfbar machte: erst ein Test, dann ein eigener Laden, dann die Übernahme.

Die andere Seite

Später geriet Schultz wegen seines harten Kurses gegen gewerkschaftliche Organisierung in die Kritik. In seinen Memoiren von 2012 schrieb er, wenn die Beschäftigten Vertrauen in ihn und seine Motive hätten, bräuchten sie keine Gewerkschaft. Das Vertrauen ins eigene Gespür ersetzt nicht, die Sicht anderer ernst zu nehmen.

Das nimmst du mit

Was du daraus lernen kannst

  1. Erlebnis festhaltenWenn dich etwas nicht loslässt, schreib auf, was genau dich überzeugt hat.
  2. Klein testenMach aus deinem Bauchgefühl einen Versuch, den andere sehen und bewerten können.
  3. Grenze kennenDein Gespür für Kunden ersetzt nicht das Zuhören bei deinen Mitarbeitenden.
Zurück zur Grundlage

Lies nach, was hinter Intuition steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Rationalität.

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

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