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Beispiel zum WertSelbstreflexion (28)

Glaube & Kirche

Wie Ignatius von Loyola die tägliche Rückschau zur festen Regel machte

Ein Ordensgründer verankert eine kurze tägliche Rückschau so fest im Leben seiner Gemeinschaft, dass sie bis heute praktiziert wird.

Ein Punkt dreht immer dieselbe Schleife, bis ein goldenes Licht seine Spur sichtbar macht und er einen neuen Weg einschlägt. Schaut er nur noch auf sich, kreist er in immer engeren Spiralen – bis ein Anstoß ihn hinausträgt ins Handeln.
Kurz gesagt

Ein Ordensgründer verankert eine kurze tägliche Rückschau so fest im Leben seiner Gemeinschaft, dass sie bis heute praktiziert wird. Selbstreflexion zeigt sich hier als einfache, wiederholbare Übung, die in den nächsten Tag hineinführt.

1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt

Ignatius von Loyola, Gründer des Jesuitenordens, lebte zur Zeit Martin Luthers in Spanien. In seinen „Geistlichen Übungen“ beschrieb er das Examen: eine kurze, betende Rückschau auf den Tag. Für ihn war die Übung so wichtig, dass er sie zu einer der wenigen festen Gebetsregeln seines Ordens machte.

Ein Tagesrad aus Feldern, in seiner Mitte ein goldener Bogen, der zurückblickt – wie Ignatius von Loyolas tägliche Rückschau.
Ein Tagesrad aus Feldern, in seiner Mitte ein goldener Bogen, der zurückblickt – wie Ignatius von Loyolas tägliche Rückschau.

Zweimal am Tag innehalten

Situation
Ignatius verpflichtete die Jesuiten, das Examen zweimal täglich zu beten – mittags und am Ende des Tages. Jesuiten und viele andere Christen halten diese Praxis bis heute.
Bezug zum Wert
Die Rückschau bekommt einen festen Platz, auch an vollen Tagen. Gerade die Mittagsrunde zeigt: Reflexion soll nicht erst im Nachhinein stattfinden, sondern mitten im Handeln.

Fünf Schritte zur Klarheit

Situation
Die irischen Jesuiten beschreiben fünf Schritte: sich der Gegenwart Gottes bewusst werden, den Tag dankbar durchgehen, auf die eigenen Gefühle achten, einen Moment des Tages herausgreifen und daraus beten, auf morgen schauen.
Bezug zum Wert
Die Übung beginnt mit Dankbarkeit, nicht mit Fehlersuche, und endet beim nächsten Tag. So bleibt Selbstreflexion nicht im Grübeln stecken, sondern führt zu einer Haltung für morgen.

Gebet der liebenden Aufmerksamkeit

Situation
Unter diesem Namen ist das Examen bis heute verbreitet. Das Sonntagsblatt beschreibt als Ziel, „mehr innere Klarheit in Entscheidungsprozessen zu finden und das Urteilsvermögen zu schulen“, und stellt eine Form vor, die etwa zwölf Minuten dauert. Eine Pilotstudie des US-Forschers Thomas G. Plante deutet auf eine positive Wirkung auf Stress hin.
Bezug zum Wert
Die Übung ist alt, aber ihr Kern trägt auch heute: Wer regelmäßig zurückschaut, entscheidet klarer.
Das nimmst du mit

Was du daraus lernen kannst

  1. Gib der Reflexion einen festen PlatzEin kurzer Moment zu einer festen Zeit wirkt mehr als lange, seltene Rückblicke.
  2. Beginn mit dem GutenWenn du zuerst auf das schaust, was gelungen ist, kannst du Schwieriges gelassener betrachten.
  3. Ende mit dem nächsten SchrittSchließ jede Rückschau mit der Frage ab, was du morgen anders machen willst.
Zurück zur Grundlage

Lies nach, was hinter Selbstreflexion steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Tatkraft.

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

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