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28Zielwert

Selbst­reflexion

„Ich prüfe regelmäßig mein Denken und Handeln.“

Regelmäßig und ehrlich auf eigene Motive, Muster und Wirkungen schauen – nicht um sich zu zerfleischen, sondern um daraus konkret anders zu handeln.

Ein Punkt dreht immer dieselbe Schleife, bis ein goldenes Licht seine Spur sichtbar macht und er einen neuen Weg einschlägt. Schaut er nur noch auf sich, kreist er in immer engeren Spiralen – bis ein Anstoß ihn hinausträgt ins Handeln.
Kurz gesagt

Ich prüfe regelmäßig mein Denken und Handeln.

Was Selbstreflexion bedeutetRegelmäßig und ehrlich auf eigene Motive, Muster und Wirkungen schauen – nicht um sich zu zerfleischen, sondern um daraus konkret anders zu handeln.

Umfasst auchNachdenklichkeitStille

Die Wertematrix

Selbstreflexion im Gleichgewicht

Selbstreflexion braucht Tatkraft als Gegengewicht. Zu viel Selbstreflexion wird zu Tatenlosigkeit – der Weg zurück führt über Tatkraft.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 28

Selbst­reflexion

„Ich prüfe regelmäßig mein Denken und Handeln.“

auch Selbst­erkennt­nis, Innehalten

Gemeint ist der ehrliche Blick auf eigene Motive, Muster und Wirkungen. Hilfreich, weil Führungskräfte ihre blinden Flecken nur so verkleinern können.

In Balance mit: Tatkraft. Zu viel davon: Tatenlosigkeit. Verneint durch: Reflexionslosigkeit.

Schwestertugend S28

Tatkraft

„Ich packe an und komme ins Tun.“

auch Anpacken, Schaffens­kraft

Gemeint ist Energie, die aus Erkenntnis Handlung macht. Hilfreich, weil Reflexion erst Früchte trägt, wenn sie das Verhalten verändert.

In Balance mit: Selbstreflexion. Zu viel davon: Reflexionslosigkeit. Verneint durch: Tatenlosigkeit.

Zur Seite Tatkraft

Übertreibung von Selbstreflexion

Taten­losigkeit

„Ich denke noch einmal über mich nach.“

auch Grübeln, Nabelschau

Verneinung der Tatkraft und zugleich überzogene Selbstreflexion. Grenzwertig, weil Selbstbeobachtung lähmt und das Team auf Entscheidungen wartet.

Übertreibung von: Selbstreflexion. Verneinung von: Tatkraft. Entwicklungsrichtung: Tatkraft.

Übertreibung von Tatkraft

Reflexions­losigkeit

„Machen ist wie Wollen, nur krasser.“

auch Gedanken­losigkeit, blinder Eifer

Verneinung der Selbstreflexion und zugleich überzogene Tatkraft. Grenzwertig, weil dieselben Fehler immer wieder passieren.

Übertreibung von: Tatkraft. Verneinung von: Selbstreflexion. Entwicklungsrichtung: Selbstreflexion.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeSelbstreflexion · Tatkraft · Tatenlosigkeit · Reflexionslosigkeit

Zielwert

Selbst­reflexion

auch Selbsterkenntnis · Innehalten

Gemeint ist der ehrliche Blick auf eigene Motive, Muster und Wirkungen. Hilfreich, weil Führungskräfte ihre blinden Flecken nur so verkleinern können.

Schwestertugend

Tatkraft

auch Anpacken · Schaffenskraft

Gemeint ist Energie, die aus Erkenntnis Handlung macht. Hilfreich, weil Reflexion erst Früchte trägt, wenn sie das Verhalten verändert.

Übertreibung von Selbstreflexion

Tatenlosigkeit

auch Grübeln · Nabelschau

Verneinung der Tatkraft und zugleich überzogene Selbstreflexion. Grenzwertig, weil Selbstbeobachtung lähmt und das Team auf Entscheidungen wartet.

Der Weg heraus: Richtung Tatkraft

Übertreibung von Tatkraft

Reflexionslosigkeit

auch Gedankenlosigkeit · blinder Eifer

Verneinung der Selbstreflexion und zugleich überzogene Tatkraft. Grenzwertig, weil dieselben Fehler immer wieder passieren.

Der Weg heraus: Richtung Selbstreflexion

Die ÜbertreibungWann Tatenlosigkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Selbstreflexion heißt Tatenlosigkeit (auch: Grübeln, Nabelschau). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Glaube & Kirche

Eine Pfarrerin erhält das Angebot, eine große Stadtgemeinde zu übernehmen. Sie nimmt sich Wochen Zeit, betet, spricht mit Vertrauten und tut äußerlich nichts. Bei einer Lebensentscheidung, die viele Menschen betrifft, ist ausgiebiges Prüfen klüger als ein schneller Entschluss.

Familie

Nach dem Tod seiner Frau schiebt ein Vater alle größeren Entscheidungen – Umzug, Stellenwechsel, Verkauf des Hauses – bewusst um ein Jahr auf. In der Trauer ist Innehalten oft weiser als Aktivismus, der nur betäubt.

Woran man den Unterschied erkennt

Längeres Innehalten trägt, wenn eine Entscheidung schwer umkehrbar ist, nichts drängt und das Nachdenken auf eine Klärung zuläuft. Es schadet, sobald andere auf eine Entscheidung warten, die Lage sich verschlechtert oder das Grübeln nur noch im Kreis geht.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Philosophie · Neues Testament · Jüdische Auslegung

Dass Selbstreflexion Tatkraft als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Klagelieder

    Lasst uns erforschen und prüfen unsern Wandel, Klagelieder 3,40

    Psalm 139,23–24

    „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ – Selbstprüfung als Gebet, nicht als Selbstanklage.

  2. 5. Jh. v. Chr.
    China
    Konfuzius

    Konfuzius’ Schüler Zengzi prüft sich täglich dreifach: War ich treu, als ich für andere plante? Aufrichtig zu Freunden? Habe ich geübt, was mir gelehrt wurde? – Lunyu 1.4

    Konfuzius

    Als man ihm sagte, Ji Wenzi denke dreimal nach, bevor er handle, meinte der Meister: „Zweimal genügt“, Lunyu 5.19

  3. 4. Jh. v. Chr.
    Philosophie
    Platon

    Sokrates vor Gericht: Ein ungeprüftes Leben ist nicht lebenswert, Apologie 38a

  4. 1. Jh.
    Neues Testament
    2. Korinther 13,5

    Paulus fordert die Gemeinde auf, sich selbst zu erforschen und zu prüfen.

    Lukas 15,17

    Vom verlorenen Sohn heißt es: „Da schlug er in sich“ – und machte sich danach auf den Weg.

  5. 3.–6. Jh.
    Jüdische Auslegung
    Talmud

    Wer Leid über sich kommen sieht, soll seine Taten prüfen, Berachot 5a

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 1999–2014
2 Studien1999–2014 Zeitraum
  1. 1999
    Studie

    Nachdenken über sich ist nicht gleich Nachdenken: Neugierige Reflexion hängt mit Offenheit zusammen, kreisendes Grübeln dagegen mit Neurotizismus und Belastung.

    Trapnell & Campbell, 1999
  2. 2014
    Studie

    Systematische Nachbesprechungen nach Erfolgen und Misserfolgen verbessern das Lernen aus Erfahrung – wie stark, hängt unter anderem davon ab, worauf sich die Reflexion richtet und wie gewissenhaft jemand ist.

    Ellis, Carette, Anseel & Lievens, 2014
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Wann hast du dir zuletzt in Ruhe angeschaut, wie du auf andere wirkst – und nicht nur, was du erreicht hast?
  2. Welches Muster wiederholt sich bei dir, obwohl du es längst kennst?
  3. Und wo ist dein Nachdenken über dich schon zum Grübeln geworden, das niemandem mehr dient?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

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Welche Werte tragen deine Führung?

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Wertewappen

Selbstreflexion im Wappen

Farbe im Wappen: Blau

  • SymbolSpiegel

    Ein Spiegel zeigt ehrlich, wie man aussieht, doch er nützt nur dem, der hinschaut und nicht gleich wieder vergisst, was er gesehen hat. Er steht für dich, wenn du dein Verhalten prüfst und daraus tatsächlich etwas veränderst.

  • oder als AlternativeBrunnen

    Ein Brunnen reicht tief hinab, und wer an sein Wasser will, muss sich die Mühe machen, es heraufzuholen. Dein Wappen sagt damit: Du nimmst dir Zeit, in die Tiefe zu gehen und deine eigenen Beweggründe zu verstehen.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

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Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Selbstreflexion

Was bedeutet Selbstreflexion?

Regelmäßig und ehrlich auf eigene Motive, Muster und Wirkungen schauen – nicht um sich zu zerfleischen, sondern um daraus konkret anders zu handeln. Der Ich-Satz dazu: „Ich prüfe regelmäßig mein Denken und Handeln.“

Was ist die Schwestertugend von Selbstreflexion?

Tatkraft (S28). Gemeint ist Energie, die aus Erkenntnis Handlung macht. Hilfreich, weil Reflexion erst Früchte trägt, wenn sie das Verhalten verändert.

Was ist die Übertreibung von Selbstreflexion?

Tatenlosigkeit (auch: Grübeln, Nabelschau). Verneinung der Tatkraft und zugleich überzogene Selbstreflexion. Grenzwertig, weil Selbstbeobachtung lähmt und das Team auf Entscheidungen wartet.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Längeres Innehalten trägt, wenn eine Entscheidung schwer umkehrbar ist, nichts drängt und das Nachdenken auf eine Klärung zuläuft. Es schadet, sobald andere auf eine Entscheidung warten, die Lage sich verschlechtert oder das Grübeln nur noch im Kreis geht.

Was sagt die Forschung zu Selbstreflexion?

Nachdenken über sich ist nicht gleich Nachdenken: Neugierige Reflexion hängt mit Offenheit zusammen, kreisendes Grübeln dagegen mit Neurotizismus und Belastung (Trapnell & Campbell, 1999).

Welche Beispiele gibt es für Selbstreflexion?

Zum Beispiel: Benjamin Franklin (US-Gründervater), Ignatius von Loyola (Jesuitenorden).

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