Werte
Blog
  1. Start
  2. Werte
  3. Veränderungsbereitschaft
43Zielwert

Veränderungs­bereit­schaft

„Ich gestalte Wandel aktiv.“

Bewährtes ehrlich in Frage stellen, notwendigen Wandel anstoßen und gestalten – und dabei Menschen mitnehmen, statt sie zu überrollen.

Eine starre Form setzt sich golden in Bewegung und wandelt sich, die anderen nimmt sie mit. Jagt sie davon und wechselt ruhelos die Gestalt, reißt sie sich von ihren Wurzeln los – bis ein Faden sie wieder mit ihrer Herkunft verbindet und das Alte als Kern in ihr bleibt.
Kurz gesagt

Ich gestalte Wandel aktiv.

Was Veränderungsbereitschaft bedeutetBewährtes ehrlich in Frage stellen, notwendigen Wandel anstoßen und gestalten – und dabei Menschen mitnehmen, statt sie zu überrollen.

Umfasst auchFortschrittWandel

Die Wertematrix

Veränderungsbereitschaft im Gleichgewicht

Veränderungsbereitschaft braucht Traditionsbewusstsein als Gegengewicht. Zu viel Veränderungsbereitschaft wird zu Traditionslosigkeit – der Weg zurück führt über Traditionsbewusstsein.

In Balance

Begriffe erklärt

Zielwert 43

Veränderungs­bereitschaft

„Ich gestalte Wandel aktiv.“

auch Wandlungs­fähigkeit, Aufbruchs­bereitschaft

Gemeint ist die Bereitschaft, Bewährtes in Frage zu stellen und Neues einzuführen. Hilfreich, weil Märkte, Technik und Gesellschaft sich schneller ändern als Organisationen.

In Balance mit: Traditionsbewusstsein. Zu viel davon: Traditionslosigkeit. Verneint durch: Veränderungsunwilligkeit.

Schwestertugend S43

Tradi­tions­bewusstsein

„Ich bewahre, was sich bewährt hat.“

auch Herkunfts­bewusstsein, Geschichts­bewusstsein

Gemeint ist Respekt vor Geschichte, Werten und gewachsenen Stärken. Hilfreich, weil Wandel ohne Wurzeln die Identität und das Vertrauen der Menschen zerstört.

In Balance mit: Veränderungsbereitschaft. Zu viel davon: Veränderungsunwilligkeit. Verneint durch: Traditionslosigkeit.

Zur Seite Traditionsbewusstsein

Übertreibung von Veränderungsbereitschaft

Tradi­tions­losigkeit

„Alles Alte muss weg.“

auch Geschichts­vergessenheit, Neuerungs­sucht

Verneinung des Traditionsbewusstseins und zugleich überzogene Veränderungsbereitschaft. Grenzwertig, weil Dauerwandel erschöpft und Bewährtes ohne Not zerstört wird.

Übertreibung von: Veränderungsbereitschaft. Verneinung von: Traditionsbewusstsein. Entwicklungsrichtung: Traditionsbewusstsein.

Übertreibung von Traditionsbewusstsein

Veränderungs­un­willigkeit

„Früher war alles besser.“

auch Besitzstands­denken, Nostalgie

Verneinung der Veränderungsbereitschaft und zugleich überzogenes Traditionsbewusstsein. Grenzwertig, weil die Organisation den Anschluss verliert.

Übertreibung von: Traditionsbewusstsein. Verneinung von: Veränderungsbereitschaft. Entwicklungsrichtung: Veränderungsbereitschaft.

Vertiefung

Die Wertematrix im Detail

Sechs Themen zum Aufklappen – je nachdem, wie tief du einsteigen möchtest.

Die BegriffeVeränderungsbereitschaft · Traditionsbewusstsein · Traditionslosigkeit · Veränderungsunwilligkeit

Zielwert

Veränderungs­bereit­schaft

auch Wandlungsfähigkeit · Aufbruchsbereitschaft

Gemeint ist die Bereitschaft, Bewährtes in Frage zu stellen und Neues einzuführen. Hilfreich, weil Märkte, Technik und Gesellschaft sich schneller ändern als Organisationen.

Schwestertugend

Traditions­bewusst­sein

auch Herkunftsbewusstsein · Geschichtsbewusstsein

Gemeint ist Respekt vor Geschichte, Werten und gewachsenen Stärken. Hilfreich, weil Wandel ohne Wurzeln die Identität und das Vertrauen der Menschen zerstört.

Übertreibung von Veränderungsbereitschaft

Traditionslosigkeit

auch Geschichtsvergessenheit · Neuerungssucht

Verneinung des Traditionsbewusstseins und zugleich überzogene Veränderungsbereitschaft. Grenzwertig, weil Dauerwandel erschöpft und Bewährtes ohne Not zerstört wird.

Der Weg heraus: Richtung Traditionsbewusstsein

Übertreibung von Traditionsbewusstsein

Veränderungsunwilligkeit

auch Besitzstandsdenken · Nostalgie

Verneinung der Veränderungsbereitschaft und zugleich überzogenes Traditionsbewusstsein. Grenzwertig, weil die Organisation den Anschluss verliert.

Der Weg heraus: Richtung Veränderungsbereitschaft

Die ÜbertreibungWann Traditionslosigkeit sinnvoll sein kann – und woran man den Unterschied erkennt

Die Übertreibung der Veränderungsbereitschaft heißt Traditionslosigkeit (auch: Geschichtsvergessenheit, Neuerungssucht). Im Führungsalltag schadet sie meist – in manchen Lagen ist sie aber angemessen:

Bildung

Ein Forschungsteam stößt auf Daten, die eine Lehrmeinung widerlegen, auf der die eigene Denkschule lange aufgebaut hat – und gibt sie konsequent auf. In der Wissenschaft ist der Bruch mit dem Überlieferten kein Verrat, sondern Methode.

Wirtschaft

Einem Betrieb bricht durch eine neue Technologie das Kernprodukt weg. Die Geschäftsführung stellt Sortiment, Abläufe und vertraute Gewohnheiten innerhalb weniger Monate radikal um, ohne lange auf „Das haben wir immer so gemacht“ zu hören. Wenn das Alte keine Zukunft mehr hat, ist Rücksicht auf Tradition ein Luxus, den sich niemand leisten kann.

Woran man den Unterschied erkennt

Der Bruch mit dem Bisherigen trägt, wenn das Alte nachweislich nicht mehr trägt und schnelles Handeln die Existenz sichert. Er schadet, wenn Neues nur um seiner selbst willen kommt und Erfahrung, Menschen und Gewachsenes ungeprüft entwertet werden.

Der Alltag7 Szenen aus dem Alltag: Wirtschaft · Politik & Staat · Medien · Bildung · Glaube & Kirche · Kunst, Kultur & Sport · Familie
Die HerkunftAltes Testament · China · Neues Testament · Jüdische Auslegung · Christliche Tradition

Dass Veränderungsbereitschaft Traditionsbewusstsein als Gegengewicht braucht, ist keine neue Idee. Diese Stationen zeigen, wo Menschen das schon lange vor uns beschrieben haben – von den ältesten Quellen bis heute.

  1. 10.–2. Jh. v. Chr.
    Altes Testament
    Jesaja 43,18–19

    „Gedenkt nicht an das Alte … Denn siehe, ich will ein Neues machen; jetzt soll es aufwachsen, und ihr werdet’s erfahren.“ Gott selbst ist ein Gott des Aufbruchs.

  2. 5. Jh. v. Chr.
    China
    Konfuzius

    Er akzeptiert, dass statt der vorgeschriebenen Hanfkappe die sparsamere Seidenkappe getragen wird, und folgt darin der Mehrheit; die Verneigung unten an der Treppe aber behält er bei, auch gegen die Mehrheit, Lunyu 9.3

  3. 1. Jh.
    Neues Testament
    Markus 2,22

    „Niemand fasst Most in alte Schläuche“ – Neues braucht manchmal neue Formen.

    Römer 12,2

    „Stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes.“ Wandel beginnt im Denken.

  4. um 200
    Jüdische Auslegung
    Mischna

    Minderheitsmeinungen werden überliefert, damit ein späteres Gericht ein früheres Urteil aufheben kann, wenn es ihm an Weisheit und Zahl überlegen ist, Edujot 1,5

  5. 13. Jh.
    Christliche Tradition
    Thomas von Aquin

    Menschliches Gesetz soll nicht bei jeder besseren Idee geändert werden, weil die Gewohnheit ihm Kraft gibt – wohl aber, wenn der Nutzen groß oder die Not dringend ist, I-II q. 97 a. 2

  6. 1926–2016
    Wertematrix
    Hartmann · Helwig · Schulz von Thun · WEGVISOR

    Nicolai Hartmann legt 1926 den Grundgedanken, Paul Helwig gibt dem Wertequadrat seine Gestalt, Friedemann Schulz von Thun macht es 1989 als Werte- und Entwicklungsquadrat bekannt, WEGVISOR entwickelt daraus 2016 die Wertematrix für Führung.

    Zur Geschichte der Wertematrix
Die Forschung2 Studien · 2011
2 Studien2011 Jahr
  1. 2011
    Überblick

    Eine Übersicht über 79 quantitative Studien aus sechzig Jahren zeigte, was Menschen für Veränderungen gewinnt: Beteiligung, realistische und unterstützende Kommunikation, ein als fair und kompetent erlebtes Vorgehen – und vor allem Vertrauen ins Management, das den stärksten und beständigsten Zusammenhang mit den Reaktionen auf Wandel hatte.

    Oreg, Vakola & Armenakis, 2011
  2. 2011
    Studie

    Die Kehrseite schlecht gemachten Wandels: Wer überzeugt war, dass frühere Veränderungen in seiner Organisation schlecht gemanagt wurden, kündigte bis zu zwei Jahre später häufiger tatsächlich – dieser Effekt war sogar stärker als der geäußerter Kündigungsabsichten.

    Bordia, Restubog, Jimmieson & Irmer, 2011
Die FragenYOUR HEART · 3 Fragen an dich
  1. Welche Veränderung schiebst du auf, obwohl du weißt, dass sie nötig ist?
  2. Wann hast du zuletzt eine Veränderung verkündet, ohne die Betroffenen vorher zu fragen?
  3. Wie viel Wandel kann dein Team gerade wirklich verkraften – und wie viel davon kommt nur von dir?

Nimm dir Zeit für eine Frage. Schreib die Antwort auf – oder sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust.

Wertecheck

Welche Werte tragen deine Führung?

In etwa 15 Minuten zu deinen Kernwerten.

Wertecheck starten
Wertewappen

Veränderungsbereitschaft im Wappen

Farbe im Wappen: Grün

  • SymbolSchmetterling

    Aus der Raupe wird über die Puppe ein Schmetterling, darum steht er für Verwandlung und Wachstum. Mit ihm sagst du, dass du Veränderung auch an dir selbst zulässt und dich in etwas Neues verwandeln lässt.

  • oder als AlternativeWolkensäule

    Eine Wolkensäule ist ein Zeichen, das den Weg weist: Hebt sie sich, geht es weiter, ruht sie, bleibt man. Sie steht dafür, dass du aufbrichst, wenn die Zeit gekommen ist, und nicht am Gewohnten klebst.

Drei bis sieben Kernwerte, jeder mit seinem Symbol: daraus entsteht dein persönliches Wappen – mit Wahlspruch und ausführlichem Report.

Wertewappen erstellen

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

Häufige Fragen

Fragen zu Veränderungsbereitschaft

Was bedeutet Veränderungsbereitschaft?

Bewährtes ehrlich in Frage stellen, notwendigen Wandel anstoßen und gestalten – und dabei Menschen mitnehmen, statt sie zu überrollen. Der Ich-Satz dazu: „Ich gestalte Wandel aktiv.“

Was ist die Schwestertugend von Veränderungsbereitschaft?

Traditionsbewusstsein (S43). Gemeint ist Respekt vor Geschichte, Werten und gewachsenen Stärken. Hilfreich, weil Wandel ohne Wurzeln die Identität und das Vertrauen der Menschen zerstört.

Was ist die Übertreibung von Veränderungsbereitschaft?

Traditionslosigkeit (auch: Geschichtsvergessenheit, Neuerungssucht). Verneinung des Traditionsbewusstseins und zugleich überzogene Veränderungsbereitschaft. Grenzwertig, weil Dauerwandel erschöpft und Bewährtes ohne Not zerstört wird.

Wann ist die Übertreibung sinnvoll?

Der Bruch mit dem Bisherigen trägt, wenn das Alte nachweislich nicht mehr trägt und schnelles Handeln die Existenz sichert. Er schadet, wenn Neues nur um seiner selbst willen kommt und Erfahrung, Menschen und Gewachsenes ungeprüft entwertet werden.

Was sagt die Forschung zu Veränderungsbereitschaft?

Eine Übersicht über 79 quantitative Studien aus sechzig Jahren zeigte, was Menschen für Veränderungen gewinnt: Beteiligung, realistische und unterstützende Kommunikation, ein als fair und kompetent erlebtes Vorgehen – und vor allem Vertrauen ins Management, das den stärksten und beständigsten Zusammenhang mit den Reaktionen auf Wandel hatte (Oreg, Vakola & Armenakis, 2011).

Welche Beispiele gibt es für Veränderungsbereitschaft?

Zum Beispiel: Reed Hastings (Netflix), Johannes XXIII. (Papst).

Dein nächster Schritt

Werte leben – gemeinsam mit WEGVISOR

Lesen verändert das Denken. Anwenden verändert die Ergebnisse. Wähle, wie du weitermachen möchtest.

Platz in der Leadership Group anfragen

Wir melden uns mit den nächsten Terminen und allen Details.

Du kommst von: Veränderungsbereitschaft (43).