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Beispiel zum WertExzellenz (48)

Glaube & Kirche

Wie Johann Sebastian Bach Woche für Woche eine neue Kantate schrieb

Als Thomaskantor in Leipzig schrieb Bach in seinen ersten Jahren regelmäßig jede Woche eine neue Kantate.

Viele kleine Punkte schleifen an einer rauen Form, bis sie als reiner goldener Kreis leuchtet. Hören sie nicht auf, ihn neu zu formen, staut sich daneben Unfertiges – bis der Kreis freigegeben ist und auch das Wartende gut fertig wird.
Kurz gesagt

Als Thomaskantor in Leipzig schrieb Bach in seinen ersten Jahren regelmäßig jede Woche eine neue Kantate. Er zeigt, dass höchster Anspruch und ein harter Takt sich nicht ausschließen – wenn man klug mit seinen Kräften umgeht.

2 Min. Lesezeit4 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt

Johann Sebastian Bach trat 1723 das Amt des Thomaskantors in Leipzig an. Zu seinen Pflichten gehörte es, für die Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen Kantaten aufzuführen. Was er daraus machte, gehört bis heute zu den großen Schätzen der Kirchenmusik – und ist ein Lehrstück über Exzellenz unter Zeitdruck.

Fünf Notenlinien voller Punkte, Abschnitt um Abschnitt, der letzte golden – wie Johann Sebastian Bach, der jede Woche eine Kantate schrieb.
Fünf Notenlinien voller Punkte, Abschnitt um Abschnitt, der letzte golden – wie Johann Sebastian Bach, der jede Woche eine Kantate schrieb.

Eine neue Kantate pro Woche

Situation
Ab Trinitatis 1723 komponierte Bach regelmäßig jede Woche eine neue Kantate; daraus wurde ein erster Jahrgang, der dem Kirchenjahr folgt. Ab Trinitatis 1724 begann er einen zweiten Jahrgang, überwiegend Choralkantaten, die jeweils auf dem Kirchenlied aufbauten, das für diese Woche vorgesehen war.
Bezug zum Wert
Exzellenz zeigt sich hier nicht in einem einzelnen Glanzstück, sondern in Verlässlichkeit auf höchstem Niveau, Woche für Woche. Im zweiten Jahrgang legte Bach sich sogar zusätzlich eine strenge Form auf.

Wem die Arbeit gilt

Situation
Seine Partituren begann Bach oft mit dem Kürzel „J. J.“ – Jesu juva, „Jesus, hilf“. Unterzeichnet hat er seine Kantaten häufig mit „S. D. G.“ – Soli Deo Gloria, „Gott allein die Ehre“.
Bezug zum Wert
Der Maßstab für Bachs Arbeit lag außerhalb seiner selbst. Er bat zu Beginn um Hilfe und gab am Ende die Ehre ab. Das bewahrt Exzellenz davor, zur Selbstdarstellung zu werden.

Klug wiederverwenden

Situation
Manche der Leipziger Kantaten gingen ganz oder teilweise auf Werke zurück, die Bach vor seiner Leipziger Zeit geschrieben hatte. In der sogenannten Parodie überarbeitete er ältere Kompositionen: Die Osterkantate BWV 134 etwa übernimmt sechs von acht Sätzen der Neujahrskantate BWV 134a.
Bezug zum Wert
Hier kommt das Gegenstück ins Spiel, der Pragmatismus. Wer jede Woche liefern muss, kann nicht jedes Mal bei null anfangen. Bach nutzte Bewährtes und passte es an.

Die andere Seite

Der dritte Jahrgang ab 1725 entstand weniger gleichmäßig und erstreckt sich über mehrere Jahre – auch Bachs Wochentakt war kein Dauerzustand. Exzellenz, die auf Dauer angelegt ist, braucht ein Tempo, das man halten kann.

Das nimmst du mit

Was du daraus lernen kannst

  1. RhythmusHohe Qualität entsteht auch unter Termindruck, wenn du einen festen Arbeitsrhythmus hast.
  2. MaßstabFrag dich, wem deine Arbeit dient – das schützt vor Eitelkeit und vor Gleichgültigkeit.
  3. WiederverwendenBau auf Bewährtem auf, statt aus Perfektionismus jedes Mal neu anzufangen.
Zurück zur Grundlage

Lies nach, was hinter Exzellenz steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Pragmatismus.

Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung

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