Punkte sammeln sich um eine gemeinsame goldene Mitte, ziehen zusammen und teilen jeden Erfolg. Wird das Wir zum starren Block, marschieren alle im Gleichschritt gegen die Wand – bis einer heraustritt und das Team wieder lebendig wird.
Kurz gesagt
Nach dem Einsturz der Mine San José in Chile waren 33 Bergleute wochenlang in 700 Metern Tiefe eingeschlossen. Ihr Schichtführer hielt die Gruppe zusammen, bis alle gerettet waren – das Beispiel zeigt Teamgeist unter extremem Druck.
2 Min. Lesezeit4 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Am 5. August 2010 um 14 Uhr stürzte die Mine San José bei Copiapó ein. 33 Männer saßen rund 700 Meter unter der Erde fest, etwa fünf Kilometer vom Eingang entfernt. Schichtführer Luis Urzúa sammelte sie in einem Schutzraum und organisierte Menschen und Vorräte. Aus einer Notlage wurde so eine Gemeinschaft, die überleben wollte.
Tief unter der Oberfläche halten 33 Punkte zusammen, eine goldene Linie führt nach oben – wie Luis Urzúa und die Bergleute.
01
Ordnung im Schutzraum
Situation
Urzúa verteilte Aufgaben und hielt die Gruppe zusammen. Durch sorgfältige Rationierung reichten die knappen Vorräte rund zwei Wochen; sie gingen erst kurz vor dem Auffinden zur Neige. Urzúa zeichnete außerdem genaue Karten des Bereichs, um die Rettung zu unterstützen.
Bezug zum Wert
Teamgeist braucht Struktur. Klare Regeln für Essen und Aufgaben verhinderten, dass jeder nur an sich dachte.
02
Jeder Mann eine Stimme
Situation
Der Bergmann Mario Sepúlveda beschrieb die Gruppe als Demokratie nach dem Prinzip „ein Mann, eine Stimme“. Urzúa erzählte, alles sei abgestimmt worden: Bei 33 Männern seien 16 plus einer die Mehrheit gewesen. Nach 17 Tagen fand ein Bohrer die Eingeschlossenen; an ihm hing ein Zettel: „Estamos bien en el refugio los 33“ – „Uns 33 geht es gut im Schutzraum“.
Bezug zum Wert
Urzúa führte nicht über die Köpfe hinweg. Weil alle mitentscheiden konnten, trugen alle die Entscheidungen mit.
03
Als Letzter nach oben
Situation
Beim ersten Funkkontakt scherzte Urzúa, es sei eine etwas lange Schicht gewesen. Er steuerte den Teil der Rettung unter Tage und stimmte sich eng mit den Ingenieuren oben ab. Am 12. und 13. Oktober, nach 69 Tagen, wurden alle 33 befreit. Urzúa kam als Letzter und sagte zu Präsident Piñera, er übergebe ihm diese Schicht, wie vereinbart. Piñera antwortete, Urzúa habe seine Pflicht erfüllt und sei als Letzter gegangen wie ein guter Kapitän.
Bezug zum Wert
Wer als Letzter geht, zeigt: Das Team kommt vor mir.
04
Die andere Seite
Die Männer schworen einander Stillschweigen über manche Details, vor allem aus den ersten Wochen. Auch eine starke Gruppe hat Dinge, die sie lieber für sich behält.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Struktur gebenIn der Krise helfen klare Regeln, damit Zusammenhalt nicht vom Zufall abhängt.
02
BeteiligenLass dein Team mitentscheiden, wenn alle die Folgen tragen.
03
Zuletzt gehenZeig durch dein Verhalten, dass dir das Wohl aller wichtiger ist als dein eigenes.
Lies nach, was hinter Teamgeist steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Eigenständigkeit.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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