Punkte fügen sich Spalte um Spalte zu einem Raster; ein schiefer wird golden ins Licht geholt statt versteckt, und das Raster lernt. Wird alles nur noch durchgewunken, verlottert es – bis ein ruhiges Lineal es Spalte für Spalte wieder ausrichtet.
Kurz gesagt
Ein Vater fragt seine Kinder beim Abendessen regelmäßig nach ihren Fehlschlägen – und legt damit den Grundstein für eine Unternehmerin, die sich von Absagen nicht aufhalten ließ. Fehlerfreundlichkeit beginnt mit der Frage, was man heute gewagt hat.
1 Min. Lesezeit3 AbschnitteSituationBezug zum Wert
Inhalt
Sara Blakely, die spätere Gründerin der Wäschemarke Spanx, erzählt von einem ungewöhnlichen Familienritual aus ihrer Kindheit. Ihr Vater wollte am Abendbrottisch nicht hören, was gelungen war, sondern woran sie und ihr Bruder gescheitert waren. Das Beispiel zeigt Fehlerfreundlichkeit als Kultur, die man bewusst einüben kann.
Ein runder Tisch mit fünf Plätzen, in der Mitte leuchtet ein goldener Punkt – wie Sara Blakely, die lernte, Scheitern zu feiern.
01
Die Frage nach dem Fehlschlag
Situation
Jeden Abend fragte der Vater die Kinder, woran sie an diesem Tag gescheitert seien. Hatten sie nichts zu berichten, war er enttäuscht. Ein besonders grandioser Fehlschlag brachte dagegen ein High-Five.
Bezug zum Wert
Der Vater drehte die übliche Logik um: Nicht der Fehler war das Problem, sondern der fehlende Versuch. Wer nie scheitert, hat nichts Neues gewagt. So wird Scheitern zu einem Zeichen von Mut statt zu einem Makel.
02
Absagen als Teil des Weges
Situation
Ihre Lehre daraus fasst Blakely so zusammen: Scheitern ist nicht so beängstigend, solange man etwas Neues versucht. Das half ihr später, als sie mit ihrer Idee für Spanx bei Herstellern vorsprach. Rund zwei Jahre lang lehnte fast jeder Hersteller, den sie ansprach, ab. Blakely blieb dran und baute das Unternehmen dennoch auf.
Bezug zum Wert
Wer gelernt hat, dass Fehlschläge zum Versuchen dazugehören, deutet eine Absage nicht als Urteil über die eigene Person. Fehlerfreundlichkeit macht widerstandsfähig gegen das Nein der anderen.
03
Die andere Seite
Fehlerfreundlichkeit feiert den mutigen Versuch, nicht den vermeidbaren Patzer. Wo Fehler aus Nachlässigkeit entstehen, kippt sie in Unsorgfältigkeit – deshalb braucht sie die Sorgfalt als Gegengewicht.
Das nimmst du mit
Was du daraus lernen kannst
01
Frag nach VersuchenFrag dich und dein Team regelmäßig, was ihr gewagt habt und was dabei schiefging.
02
Belohne MutWürdige einen ehrgeizigen Fehlschlag, statt nur Erfolge zu loben.
03
Trenne Person und ErgebnisEine Absage sagt etwas über den Moment, nicht über deinen Wert.
Lies nach, was hinter Fehlerfreundlichkeit steckt – mit Wertematrix, Übertreibung, Forschung und Fragen zur Reflexion. Und schau dir die Schwester an: Sorgfalt.
Grundlage: das Buch WORK HEARTER von Titus Lindl und Tim Walter (2016) · Wertematrix nach dem Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun · Mehr zum Ursprung
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